"Knight Rider", "Airwolf" oder "Miami Vice": Prime Video zeigt große Fernseh-Vergangenheit

Deborah Pratt, Ernest Borgnine und Jan-Michael Vincent sind die Original-Crew des "Airwolf".
Foto: Amazon

Eines steht auf jeden Fall fest: Wer noch weiß, wer "Graf Yoster" war, der ist aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich alt. Graf Yoster gibt sich seit einige Zeit bei Prime Video wieder die Ehre, natürlich in stilvollem Schwarz-Weiß. Er stammt aus der gleichen, lange vergangenen großen Zeit des deutschen Fernsehens wie die "Raumpatrouille" und in beiden Serien sehen wir einen noch jungen Wolfgang Völz. Sie sind also vor allem eines: Verdammt lang her.

Das trifft sicher auch auf den "Monaco Franze" zu oder den katzenfressenden Alf. Obwohl die beiden ja sogar schon "in Farbe" sind. Spätestens hier werden die ersten fragen: Was soll's mit dem alten Sch...?

Erstmals fiel es uns vor einem Jahr richtig auf: Qualität von früher kann im Streaming-Zeitalter viel wertvoller sein als frisch produzierter Schrott. 100 Millionen Dollar legte Netflix für die zehn Jahre alte Sitcom "Friends" auf den Tisch und bekam gerade einmal ein einziges Jahr Streaming-Rechte dafür. Schade- Lucas Ammann, der einst Graf Yoster war, ist leider schon im Alter von 104 Jahren verstorben. Ein neues Schloss braucht er nicht mehr.

Viele Serien sind auch völlig zu Recht unter dem Staub der Zeit verschwunden und man sollte sie nicht wieder freilegen, selbst wenn Zombies nach wie vor Trend sind. Als eifrige Zuschauer wissen wir: Man weiß nie, was man eventuell weckt. Aber manchmal entsteht ein Serien-Klassiker für immer und ewig. Wer diese Serien im Streaming-Zeitalter "verfügbar" macht, der wird im Wettbewerb um Zuschauer nicht nur zum Graf, sondern zum König.

"Airwolf", "Das A-Team", "Knight Rider", "Miami Vice" oder "Buffy – Im Bann der Dämonen"- das sind schon fünf Serien-Klassiker, die uns in den letzten Wochen als frisch verfügbar auf Prime Video aufgefallen sind. Das ist keine vollständige Liste und auch keine Garantie auf längerfristigen Verbleib. Ständig verschwinden Programme bei Prime Video und tauchen genauso unangekündigt auf. Das Rechte-Geschäft ist sicher kompliziert und schwierig. Kosten in Höhe von 100 Millionen entstehen aber sicherlich nur bei "Friends".

Viele der Serien, die jetzt neu ins Programm kommen, würden wir auf dem US-Markt sicher zukünftig eher bei "Peacock" suchen. Den "Knight Rider" oder "Miami Vice" findet man dort nicht im inklusiven Angebot von Prime Video, sondern im zusätzlich kostenpflichtigen "Amazon Channel" von Starz. Vielleicht wird hier nur für deutsche Prime-Kunden eine zeitlich begrenzte Chance genutzt. Das Rechte-Geschäft ist kompliziert und schwierig. Also schaut zu, wenn ihr wollt- so lange es geht.



Update- der Hinweis muss noch sein: Die legendäre "Olsenbande" mit all ihren Coups in der ebenso legendären DEFA-Synchronisation. Für manch einen sicher ein kleines Weihnachtsgeschenk.

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