Immer schön vorsichtig: Teleshopping mit Amazon

Screenshot "Amazon Live"

Na, da muss man doch zugreifen. Der "BELLA High Power Juice Extractor" für gerade mal noch so ungefähr 50 Dollar. So funktioniert das klassische Teleshopping- zwei nette und etwas aufgeregte Menschen schildern die unglaublichen Vorzüge des Geräts. Noch bis vor einem Moment wusste ich nicht, dass das Ding existiert und es hat mir auch nicht gefehlt. Nun ist es zu spät.

Seit es "Prime Video" bei Amazon gibt, erwartet die Welt eigentlich so etwas. Denn der Hauptunterschied zwischen Netflix und Prime Video ist doch, dass Amazon eigentlich gar kein Streaming-TV, sondern ein Händler ist. Wann immer wir "Prime Video" schauen, dann betreten wir auch eines der größten virtuellen Kaufhäuser der Welt. Ein echter Händler bleibt aber immer ein Händler. Da sind Millionen potentieller Kunden im Laden- und er bietet nichts an?

Okay, natürlich: Wir können Filme und Serien leihen oder kaufen- und tun das auch. Die "Amazon Channels" sorgen für erstaunlichen Umsatz. Trotzdem ist das "Amazon TV" bei der gnadenlosen Verwertung der vorhandenen Zuschauermassen bisher ungewöhnlich zurückhaltend. Ideen und Versuche dazu gab es schon viele, gelegentlich wurde vor Filmen oder Serien auch schon ein Werbespot gesehen. Im Prinzip blieb es bei Versuchen und Tests. Wir können aktuell "The Expanse" vollkommen unbelästigt sehen.

Die neueste Amazon-Idee ist also vielleicht wieder nur ein Versuch. Auch wenn er bei QVC vielleicht für Erschrecken sorgt. Unter "Amazon Live" gibt es auf der US-Website des E-Commerce-Riesen jetzt ein buntes Homeshopping-TV-Angebot. Da "sendet" Amazon selbst als "Amazon Live". Aber es gibt auch eigene Sendungen von Produktanbietern- quasi Verkaufs-TV-Channels. Es wird "live" gesendet und man legt viele der entstandenen Video-Kunstwerke "verfügbar" ab.

Da sieht man die Augen der Marketing-Leute sofort glänzen. Entdecke die Möglichkeiten- im Mannschaftsspiel mit "Alexa", "Echo", "Prime Video" oder "Fire TV". Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass Amazon da noch weit mehr Möglichkeiten entdecken will. Sehr wichtig dafür könnte es sein, dass man behutsam vorgeht. Damit man nicht viel mehr als nur QVC erschreckt. Kunden zum Beispiel- oder Politiker, denen es sowieso vor dieser neuen virtuellen Welt und Amazon graust.

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