"The Kominsky Method" von Netflix: Nicht nur "Golden Globe" - Juroren mögen das

Alan Arkin und Michael Douglas in "The Kominsky Method". Foto: Netflix / Mike Yarish

Die beste Beschreibung der Netflix-Serie "The Kominsky Method" fand ich irgendwo in einem Internet-Kommentar: "Es fängt etwas lahm an- gleich danach ist es sehr schade, dass es schon vorbei ist." Und immerhin spielt auch noch kein geringerer als Michael Douglas mit. In "The Kominsky Method" ist er so ziemlich das erste Mal seit den "Straßen von San Francisco" wieder so richtig in TV-Serie zu sehen als Sandy Kominsky, einen Schauspieler, der vor Jahren mal für eine kurze Zeit erfolgreich war und deshalb jetzt als allseits verehrte Hollywood-Größe gilt.

Ganz so groß ist Sandy aber doch nicht. Er hält sich daher mit einer Schauspielschule über Wasser und wartet, dass ihm sein Agent Norman Newlander (Alan Arkin) eine Rolle verschafft. Und das kann dauern, denn auch dieser ist nicht mehr ganz so prächtig im Geschäft wie einst. Vielleicht war auch sein Geschäft nie so toll, wie es ihm seine Erinnerung zeigt. Jenseits der 75 wird es oft ruhig um die Akteure in Hollywood. In der Stadt der Jugend und der Schönheit hat man dann genug Zeit, sich mit den Problemen des Alters zu beschäftigen. Zumindest dann, wenn man Sandy Kominsky und nicht Michael Douglas heißt.

Chuck Lorre, der als Produzent für "The Big Bang Theory" oder "Two and a Half Men" verantwortlich ist, hat dieses kleine Serien-Juwel für Netflix erschaffen und eines war sofort klar: Die Jurys für große Preise in Hollywood werden die Serie lieben. Das breite Publikum vielleicht eher nicht. Film-Jurys mögen die intellektuelle Selbstbeschäftigung mit den eigenen Themen, die innerhalb des kleinen Planeten Hollywood kreisen. Das Publikum will lieber über die eigene und viel größere Welt lachen- oder alternativ Superhelden in exotischen Fantasy-Welten kämpfen sehen.

Das ist eben so- ohne Film-Jurys und Kritiker hätte wohl kaum jemand Woody Allen gekannt und nichts zeigt die Verlogenheit in der Branche besser als die Tatsache, dass ihn aktuell keiner mehr kennen will. Obwohl er einst vor zehn Jahren den "Golden Globe" für die "Beste Komödie" für "Vicky Cristina Barcelona" bekommen hat und noch fünf Jahre später auf der gleichen Bühne den "Cecil B. DeMille Award" für sein "Lebenswerk".

Letzte Nacht war es wieder so weit- die "Hollywood Foreign Press Association" (HFPA) verteilte ihre "Golden Globes" im Land- und wir Deutsche waren wie immer als "Running Gag" mit dabei. Mit dem Film "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck war ein typischer "Film für den Butterberg" als bester fremdsprachiger Film nominiert. Nominiert sind sie eben immer, diese komischen Germans. Aber gewinnen tun sie mit Werken dieser Art nix.

Gewonnen hat die Kategorie dann "Roma" und der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón- und damit Netflix. Das ist ein Film, wie für Juroren geschaffen - weil der ist sogar in Schwarz/Weiß. Womit wir wieder bei "The Kominsky Method" sind- die Serie insgesamt als "beste TV-Komödie" sowie Michael Douglas als bester Schauspieler in einer solchen räumten für Netflix gleich zwei weitere Preise ab.

Für Amazon gingen die "Golden Globes" dagegen deutlich enttäuschender aus. Zwar gewann Serien-Siegerin "Mrs. Maisel" zumindest noch einen Preis. Aber die große Hoffnung Julia Roberts und ihr "Homecoming" ging völlig leer aus. Genauso wie Hugh Grant und sein "A Very English Scandal", an dem Amazon mitproduziert hat. Die beste Drama-Serie ist nach Meinung der Golden Globe-Jury "The Americans". Die Produktion für FX-Network ist schon seit 2013 in sechs Staffeln unterwegs- und damit auch schon am Ende. Aktuell die ersten vier Staffeln sind hierzulande bei Netflix zu sehen- bisher, so ist zumindest der Eindruck, ohne besonders viel Publikumsresonanz.

Den Golden Globe als bester Kinofilm (Drama) gewann übrigens "Bohemian Rhapsody" mit "Mr. Robot" Rami Malek als Freddie Mercury. Der war unerwartet erfolgreich beim Kino-Publikum. Wurde die "Golden Globe"-Jury etwa gehackt? Denn noch etwas ist merkwürdig an den "Golden Globes" 2019: Der "Cecil B. DeMille Award" ging an den "Dude" aus "The Big Lebowski". Okay, Jeff Bridges hat noch ein paar weitere Filme gemacht. Aber was könnte mehr im Sinne des Publikums sein?

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