Gar nicht schlecht: "Harlots- Haus der Huren" öffnet bei RTL Passion, also auch bei "TV Now"

Lesley Manville als Lydia Quigley und Douggie McMeekin als Charles Quigley in Harlots – Haus der Huren 
Foto: MG RTL D / © Liam Daniel / Monumental

Gar nicht so schlecht. Oder besser gesagt: Für den Preis von 4,99 Euro im Monat sogar ein recht wettbewerbsfähiges Angebot. "TV Now" von RTL ist jetzt in seiner neuen Form knapp einen Monat auf dem Markt und das erste Fazit muss lauten: Während in München die Hasen viel reden ist der Kölner Igel schon da. Denn mit "TV Now", so denken wir, gibt es ein erstes deutsches Angebot, welches auf Augenhöhe mit den großen globalen Rivalen agiert.

Natürlich sind solche Urteile Geschmackssache und natürlich wird auch in allen Ecken des Streaming-Angebots von RTL in den nächsten Wochen der Dschungel toben. Bei "TV Now" ist aber tatsächlich mehr zu finden- auch Programme, die (natürlich ist auch das alles Geschmackssache) vielleicht den einen oder anderen Euro wert sind. Zum Beispiel das umfangreiche Serien-Angebot, welches verfügbar ist.

Damit sind nicht unbedingt die ZDF-Krimis gemeint, deren Anwesenheit gegen Entgelt auf RTL-Plattformen (!) bei gleichzeitiger Abwesenheit in ZDF-Mediatheken (!) doch für den Zahler von Rundfunkgebühren fast einer Verhöhnung gleicht- wofür man dort jetzt sogar noch mehr Geld haben will. Es ist vor allem das umfangreiche Archiv an Serien und dazu noch das, was aktuell an Importware zwischen RTL "Crime" und "Passion" so läuft. Denn auch die PayTV-Sender von RTL sind ja im Streaming-Paket drin. Und damit sogar der Zugriff auf manche Deutschland-Premiere. Bei den rührigen Werbeabteilungen von Netflix und Amazon hießen solche Programme dann "Original" oder "Exklusiv".

Das britische Historiendrama "Harlots- Haus der Huren" zum Beispiel spielt im gregorianischen London des 18. Jahrhunderts und zeigt uns eine ganz andere Seite der schillernden Weltstadt. Es geht um das schon damals florierendste Gewerbe überhaupt- die Prostitution. Die Serie ist gar nicht so neu, sondern in der ersten Staffel schon über ein Jahr alt. Auch mit dem "Blick auf die Prostitution im Jahr 1763" darf man es jetzt nicht zu wörtlich nehmen- es ist eher ein Blick, wie ihn aktuell gerade der Zeitgeist hat. Aber "Harlots- Haus der Huren" stammt aus britischer ITV-Qualitätsproduktion und ist in den USA ein "Hulu Original". Dem Publikum gefiel die Serie jedenfalls. Die Staffel zwei ist in USA und Großbritannien auch schon gelaufen, eine dritte ist fest bestellt.

Basierend auf der Biografie realer Personen erzählt die Serie die Geschichte der Margaret Wells (Samantha Morton) und ihrer Töchter. Die toughe Geschäftsfrau versucht, ihrer Rolle als Mutter und Bordellbesitzerin gleichermaßen gerecht zu werden. Margaret Wells ist eine scharfsinnige und unbezähmbare, aber auch humorvolle Frau, die im Leben schon viel erreicht hat, auch wenn es ihr die Umstände nicht immer leicht gemacht haben. Aufgewachsen auf der Straße, führt sie nun ein erfolgreiches Mittelklasse-Bordell in einer berüchtigten Gegend von London.

Um so stolzer ist Margaret darauf, wie sie ihren schwierigen Job und die Rolle als Mutter ihrer beiden Töchter Charlotte (Jessica Brown Finlay) und Lucy (Eloise Smyth) gleichermaßen streng und skrupellos wie auch liebevoll meistert. So wie sie ihre Töchter liebt, so fair behandelt sie auch die Frauen in ihrem Haus. Dennoch steht der geschäftliche Erfolg für sie stets an erster Stelle. Sie ist geradezu besessen davon, auch wenn ihr Ehrgeiz jeden in ihrer Umgebung, inklusive ihrer Familie, in Gefahr bringen kann.

So auch dann, als eine Jahrzehnte alte Fehde zwischen ihr und ihrer Konkurrentin Lydia Quigley (Lesley Manville) wieder aufkeimt. Lydia betreibt im schicken und pulsierenden Soho das luxuriöseste Freudenhaus der Stadt, ihre Frauen sind ebenso schön wie ihre Kunden mächtig und wohlhabend. Als Margaret beschließt, mit ihrem Etablissement ebenfalls nach Soho und damit ganz in Lydias Nähe zu ziehen, entbrennt ein erbitterter Machtkampf zwischen den beiden. Und je erfolgreicher Margaret mit dem ist, was sie tut, desto perfider werden Lydias Pläne zu ihrer Zerstörung…

Der Wettbewerb zwischen verfeindeten Freudenhäusern bietet natürlich den Serienmachern ebenso die Gelegenheit zu einem opulenten Kostümdrama wie auch zu zahlreichen "Szenen", wovon sie Ersteres ausgiebig und das Zweite, wohl dem US-Markt geschuldet, mit etwas Zurückhaltung nutzen.

Eigentlich erstaunlich, dass da für den deutschen Markt noch kein anderer zugegriffen hat. Ab dem 11. Februar ist "Harlots- Haus der Huren" nun bei RTL Passion zu sehen und damit auch bei "TV Now". Wem das nicht gefällt: Aktuell ist bei "Passion" auch "The Collection" wieder verfügbar. Oder "Bones" läuft wieder bei TV Now. "Agatha Christies Poirot". Und noch viele andere mehr.

Das ist gar nicht so schlecht. Jedenfalls für den Preis.

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