Die "Vikings" kämpfen nur noch eine Staffel- Amazon braucht für "Prime" einen neuen Hit

Auch "Vikings" sind endlich. Foto: Amazon

Manager oder anderweitig Verantwortliche für einen großen Erfolg weisen auf die Frage nach den Gründen gern auf ihre visionäre Vorausschau hin. Glaubt ihnen nicht- schon gar nicht, wenn sie aus der TV-Branche sind. Natürlich braucht der ganz große Erfolg auch eine gute Organisation. Aber wirklich sicher planen kann man ihn nicht.

Der große HBO-Serienhit "Game of Thrones" startete einst mit ordentlichen, aber nicht herausragenden Quoten. Man kann trotzdem von einem Projekt überzeugt sein. Die Verantwortlichen bestellten sofort eine zweite Staffel der nicht ganz billigen Fantasy-Saga. So entsteht Erfolg- manchmal sind danach statt dessen aber Erfolg und Verantwortliche weg.

Auch der Mega-Erfolg der Serie "Vikings" beruht eher auf dem Mut der Verantwortlichen als auf einem langfristigen Plan. Der US-Kabelkanal History Channel wollte sich nicht mehr auf das Dokutainment beschränken und stieg in das "Drama"-Seriengeschäft ein. Mit Michael Hirst wurde offenkundig der richtige Mann für das Projekt gefunden und ein fast mit dem "GoT"-Start vergleichbares Budget bereitgestellt. Das Wagnis gelang. Jetzt ist die Serie, in deren Zentrum eigentlich der Wikinger Ragnar Lothbrok stand, längst über die einstige Hauptfigur hinausgewachsen und ein weltweiter Erfolg.

Mittlerweile läuft die fünfte Staffel, hier in Deutschland wie immer zuerst bei Amazons Prime Video. Serienschöpfer Michael Hirst bringt weiter ohne falsche Zurückhaltung seine charismatischsten Helden um, bisher wuchsen aber immer genug neue nach. Doch nun soll es zur allgemeinen Überraschung plötzlich vorbei sein. Nur noch eine Staffel, die sechste, sollen die Wikinger kämpfen. Oh je. Kein "Game of Thrones" mehr, keine "Vikings". Was gucken wir dann?

Neben "Lucifer", der hierzulande gerade noch einmal von Amazon vor der Netflix-Hölle gerettet werden konnte, ist "Vikings" in Deutschland nach vielen inoffiziellen "Messungen" das erfolgreichste Prime Video-Programm. Ganz genau wissen wir es ja nie. Aber wir wissen: Sicher planen kann man den ganz großen Erfolg nie. Michael Hirst bleibt beim History Channel unter Vertrag und plant schon ein Nachfolge-Projekt. Amazon hat jetzt ein Loch im zukünftigen Prime Video-Programm und hofft sicher auf den ganz großen Erfolg.

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