Brauchen wir das? "Xumo" kommt zu uns mit kostenlosem Streaming-TV aus den USA

Foto: Xumo

Die Älteren unter euch werden sich vielleicht noch erinnern. So lange es das Internet gibt, so lange gibt es dort auch schon das nächste große Ding, welches die Welt verändert. Manchmal klappt es sogar. In der Regel zieht die globale Herde der User aber irgendwann einfach weiter, so wie einst die Millionen Gnus in Afrika- weil sie weiß, dass jetzt irgendwo das Gras grüner ist.

Auch "MySpace" war einst so ein großes Ding. Rupert Murdoch hat dafür mal gut eine halbe Milliarde Dollar bezahlt. Dann kam Zuckerbergs Facebook, die Gnus zogen weiter und heute ist die einstige Revolution nur noch irgendeine Seite im Netz. Aber "Xumo", ein einst von der MySpace-Mutterfirma Viant und Panasonic gegründetes Portal für Webvideos, hat immer noch Potential. Seit 2015 kamen dort weitere, nach Content suchende SmartTV-Hersteller an Bord. Heute ist Xumo ein OTT-Portal für Streaming TV in den USA und über Murdoch letztendlich bei der "Time Inc." gelandet.

Während bei uns in Deutschland RTL und ProSiebenSat.1 für die Zukunft des Netz-TV immer mehr auf das kostenpflichtige Abonnement statt auf das werbefinanzierte und kostenlose Zuschauen setzen, ist das Geschäftsmodell von Xumo in den USA "for free". Zu den SmartTV-Apps gibt es Xumo längst per iOS oder Android. Oder auch "geo-blockiert" ganz normal über das Netz. Und diese Nachricht von der CES 2019 erstaunt uns nun doch: Für sechs Länder, genauer gesagt Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Brasilien und Deutschland fällt das "Geo-Blocking" in diesem Jahr weg.

Brauchen wir das? Lohnt sich das für den Anbieter? Das sind die sofort aufkommenden Fragen und hier ist die erste Antwort: Eigentlich nicht. Denn das Content-Angebot von Xumo in den USA ist halt "for free"- also eine Mischung von YouTube, Netzkino und dem, was Nachmittags auf kleinen Privatsendern im Fernsehen so läuft. Und es ist nun einmal eine Sache, was auf dem gigantischen US-Werbemarkt finanzierbar ist und eine ganz andere, was hierzulande so geht.

Okay, das Fernsehen im Netz und auch anderswo wäre wohl um 90 Prozent seines Programms ärmer, wenn es irgendeine Bedeutung hätte, ob man das braucht oder ob es sich lohnt. Und die "großen Dinge" kommen und gehen. Vielleicht wird kostenloses Streaming-TV ja doch irgendwann die Welt verändern. Wir werden sehen.

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