"Take Two": Vox bringt nach "Gone" eine zweite "US-Eigenproduktion" an den Start

"Take Two". Foto: MG RTL D / @ 2018 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.

Statt NBC ist es nun ABC. Und statt TF1 kooperiert auf französischer Seite "France 2". Trotzdem ist es die zweite Version einer eigentlich guten Idee. Wenn es immer schwieriger ist, an gute US-Ware bei den Fernsehserien zu kommen- dann produzieren wir sie doch einfach selbst. Koproduzieren natürlich- denn das kostet. Vox durfte für die Mediengruppe RTL Anfang des Jahres mit "Gone" bereits das erste derartige, ursprünglich wohl für den Sender RTL vorgesehene Projekt zeigen. Und jetzt kommt "Take Two".

"Gone" war als Serie irgendwie so mittel, wird in den USA erst nächstes Jahr bei "WGN America" ausgestrahlt, was wohl auch kein wirklich gutes Zeichen ist. Möglicherweise ist "Gone" also schon nach Staffel eins "gone". Aber es ist nicht das Ende einer guten Idee und "Take Two" ist nur folgerichtig. Auch ein drittes, viertes oder fünftes Projekt erscheint denkbar. Weil ein Sender wie Vox exakt solche Serien braucht.

Denn im Wettbewerb mit den Streaming-Anbietern haben zumindest werbefinanzierte Fernsehsender ein Problem. Das ideale Produkt im Serien-Bereich sind für sie "Procedurals". Das ist zwar Englisch, kommt aber vom lateinischen "procedere", so wie das deutsche "Prozedur". "Procedurals" sind Serien, deren abgeschlossene Folgen immer nach einem Schema ablaufen, so dass der Zuschauer nicht unbedingt alles in chronologischer Reihenfolge sehen muss. Und für das Verständnis der Handlung auch nicht komplett alles zu sehen braucht.

Am besten funktioniert das mit Krimis- also es gibt eine Leiche, der Kommissar kommt, klärt auf und verhaftet den Täter. Es ist kein Problem für den Zuschauer, wenn er nicht alle Folgen vorher gesehen hat. Man kann die Folgen (zumindest fast) problemlos auch in der falschen Reihenfolge anschauen. Der Zuschauer findet die Episode, egal wie, und guckt zu. Und ist sofort in der Handlung "zu Hause". So wie es das Fernsehen mit Sendeterminen und Werbeunterbrechungen braucht.

"Take Two" ist eine "Crime Comedy" und kann als "Executive Producer und Showrunner" immerhin auf Terri Edda Miller und Andrew W. Marlowe verweisen, die mit der vierfach Emmy-nominierten Serie "Castle" schließlich exzellente Referenzen haben. Mit Rachel Bilson ("Jumper", "Hart of Dixie") und Eddie Cibrian ("The Cave", "CSI: Miami") ist die neue Serie nicht unbekannt besetzt. Und "Take Two" ist auch ganz ordentlich gelungen. Es ist ja nur ein "Procedural". An die von Vox sicher schmerzhaft vermissten "Rizzoli & Isles" aus etwa dem gleichen Genre reicht es bei "Take Two" aber (noch?) nicht ganz heran.

Darum geht es: Samantha "Sam" Swift wurde schon zum besten Cop der Vereinigten Staaten gewählt, obwohl sie lediglich als Schauspielerin im Fernsehen die tolle Ermittlerin war. Doch auf eine öffentliche Bloßstellung durch ihren Verlobten folgten eine Reihe peinlicher Eskapaden und nach einem Aufenthalt in der Entzugsklinik findet sie sich in Hollywood auf der schwarzen Liste wieder. Als eine kleine Rolle als Privatermittlerin winkt, will Sam nichts dem Zufall zu überlassen: Zur perfekten Vorbereitung möchte sie Eddie Valetik über die Schulter schauen. Der gehört zwar zu den besten Privatdetektiven in Los Angeles, bekommt mit seiner schroffen Art und seinen starren Prinzipien aber fast keine Aufträge mehr. Notgedrungen lässt er sich auf den Deal ein.

Auch wenn das ungleiche Duo zunächst aneinander gerät, entwickelt es sich nach und nach doch zum starken Team: Eddie als bodenständiger, charismatischer Macher mit Hang zu schönen Frauen, Sam als impulsives Society-Girl mit Instinkt und Menschenkenntnis. Sam findet immer mehr Gefallen an ihrer neuen "Bestimmung" und Eddie muss feststellen, dass nun endlich wieder echte Aufträge reinkommen. Von Kidnapping bis zu Mordfällen ermitteln die beiden zwischen der Glitzerwelt Hollywoods und der düsteren Unterwelt von Los Angeles.

Zu sehen gibt's das ab Mittwoch, 29. August 2018, um 20:15 Uhr in Doppelfolgen bei Vox als "Free-TV-Premiere". Dass die Folgen bei "TV Now" jeweils eine Woche vorher verfügbar sind, ist keine "Premiere", sondern eine "exklusive Preview". Streaming-TV ist eben doch noch kein "Free-TV", auch wenn es "free" ist. Egal. Die Mediengruppe RTL will ihre Streaming-Plattform stärken. Das ist richtig. Dazu muss man nicht alles verstehen.

Kommentare

Vielleicht auch interessant: