Neunstellige Deals bringen nicht nur Serien-Folgen: Kenya Barris ist jetzt auch bei Netflix

Kenya Barris. Foto: Netflix

"Als meine Agenten mir von diesem kleinen Garagen-StartUp namens Netflix erzählten, war ich mir nicht sicher, was ich darüber denken sollte", so Kenya Barris. "Aber nachdem ich mit Ted und Cindy gesprochen hatte, fing ich an zu glauben, dass dieser Tante-Emma-Laden mit nur 130 Millionen Abonnenten vielleicht etwas sein könnte ... also beschloss ich, mir einen Ruck zu geben ... einen Vertrauensvorschuss, wenn Sie es so wollen, und meine Chance zu suchen- mit diesen 'new Kids on the Block'".

Kenya Barris war schon für den Emmy und den Golden Globe nominiert- und sein Statement zu seinem neuen Arbeitgeber lässt es erahnen: Seine Drehbücher sind eher auf der Suche nach den komischen Seiten des Lebens. Seit dem 16. August arbeiten er und seine Firma nun exklusiv für die "new Kids on the Block" in Hollywood- für Netflix. "Black-ish", so heißt sein bisher bekanntestes Serien-Werk, dazu gibt es noch die Serie "Grown-ish" und mit "Girls Trip" hat er der Welt auch schon einen fröhlichen Film geschenkt.

"Kenya Barris ist einer unserer großen modernen Geschichtenerzähler", so "Cindy", genauer gesagt Cindy Holland, "Vice President Original Content" bei Netflix. Und mit "Ted" muss dann wohl der Content-Chef seines neuen Arbeitgebers gemeint sein. "Kenia nutzt seine Stimme, um das Publikum für die Welt zu sensibilisieren und gleichzeitig zum Lachen zu bringen. Seine Ehrlichkeit, seine komödiantische Brillanz und sein einzigartiger Blickwinkel, kombiniert mit der kreativen Freiheit, die er bei Netflix genießen wird, verspricht kraftvolle neue Geschichten für all unsere Abonnenten auf der ganzen Welt zu schaffen."

"Multi-year" sei der neue Deal, so Netflix, also über mehrere Jahre. Das ist sicher nicht ganz billig. 100 Millionen Dollar sollen es für Kenya Barris sein, "nine figure deal" nennt man so etwas dann in Hollywood und noch höher neunstellig waren auch schon die Summen für die Netflix-Deals von "Grey's Anatomy"-Erfinderin Shonda Rhimes und "American Horror Story"-Macher Ryan Murphy. Was das Branchenblatt "Variety" nun wiederum auf eine interessante Frage brachte: Wie wirken sich diese Verträge denn auf die Konten und die Bilanz von Netflix aus?

Natürlich, so toll diese Serien-Macher auch sind: Kenya Barris bekommt jetzt nicht 100 Millionen überwiesen und Shonda Rhimes bekam keine 300. In der Regel enthalten die Deals regelmäßige Zahlungen für die Macher, ja. Aber der Großteil wird wohl erst dann fällig, wenn auch Produkte, also neue Serien oder Filme, bereit zum Streaming stehen.

In der Netflix-Bilanz sind das dann keine Schulden. Von denen Netflix ja schon einige hat. Trotzdem steht das natürlich ordentlich drin. Unter "Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten". Mehr als 18 Milliarden sind das nun schon- allerdings fallen darunter auch zu erwartende Rechnungen für lizensierten Content. Das dürfte derzeit noch der Hauptteil sein.

Eigentlich muss das auch nichts Negatives bedeuten. Im Gegenteil- für uns Zuschauer kann das nur von Vorteil sein. Netflix gibt immer mehr Geld dafür aus, dass bei uns noch mehr neue Serien und Filme ankommen. Das ist doch toll.

Die drehen da eben ein ganz großes Rad. Und nervös machen muss das nur die Aktionäre- aber auch nur, wenn das Abonnentenwachstum einmal etwas langsamer wird. Auch die Aufregung gerade um Werbetrailer, die unser Binge-Watching bei Netflix unterbrechen, ist stark übertrieben. Es sind nur Tests. So wie die Tests für "neue Abo-Modelle". Letztendlich ist alles nur Mathematik: Netflix plant immer höhere Ausgaben für die Serien- und Filmproduktion. Irgendwo muss das Geld dann auch herkommen, wenn es gebraucht wird. So oder so.

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