Fantasievolles Sparen: "Missions" kommt zu "RTL Passion", "Agents of S.H.I.E.L.D." (5) zu RTL Crime

"Missions". Foto: MG RTL D

Das sieht ein wenig so aus, als hätten die Macher einen alten Wassertank aus Wellblech nachnutzen müssen. Mit ein wenig Fantasie ist es aber eine Landefähre auf dem roten Planeten Mars. Mittlerweile sind wir Zuschauer an ganz andere Inszenierungen aus der immer perfekteren und teuren Computer-Trickkiste gewöhnt. Aber haben wir noch Fantasie?

Ridley Scott konnte einst über ein Budget von 108 Millionen US-Dollar verfügen, um mit Matt Damon die Rettung des "Marsianers" Mark Watney zu inszenieren. Der "Alien"-Regisseur ist bei den Studios nicht nur wegen seiner Filme beliebt- Ridley Scott ist auch für Effizienz und Kostenkontrolle bei der Realisierung seiner Projekte bekannt. Matt Damons roter Planet entstand in Budapester Studios und jordanische Landschaften dienten teilweise als Mars-Kulisse.

Den französischen Machern der Science Fiction-Serie "Missions" standen für die zehn knapp halbstündigen Folgen der Staffel eins wohl noch deutlich weniger Mittel zur Verfügung. "Wir sind weit entfernt von den Budgets für Serien, die von den großen Sender-Ketten auf die Leinwand gebracht wurden", so "Missions"-Regisseur Julien Lacombe laut Wikipedia. "Wir wussten, dass unsere Budgets limitiert sind, aber das Publikum sollte diese Grenzen nicht spüren. Und wir wollen uns nicht beschweren- dies hat uns gezwungen, fantasievoll zu sein."

Man sieht das der Serie auch an- einige Trick-Szenen versprühen so eine Art 70er Jahre-Charme und sind fast so simpel wie einst Captain Kirk's Raumschiff Enterprise animiert. Und trotzdem: "Missions", das emotionale Drama über die vermeintlich erste Mars-Mission begeisterte Zuschauer wie Kritiker im letzten Jahr gleichermaßen. Exklusiv für die französische Pay-TV-Plattform OCS produziert, schafft es die SF-Serie mit dem verhältnismäßig kleinem Budget große Wirkung zu erzielen- nicht zuletzt auch dank des authentischen Looks. An "Missions" fasziniert die Kombination aus dem Abenteuer Marslandung und von großen Emotionen- sowie einem kosmischen Rätsel, das viele Fragen aufwirft. Eine zweite Staffel ist schon bestellt.

Dabei ist der Plot ziemlich verrückt: In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft gelingt es dem exzentrischen Schweizer Milliardär William Meyer, die erste bemannte Weltraum-Mission zum Mars zu starten. Nach zehnmonatiger Reise durchs All müssen Meyer und seine europäische Crew feststellen, dass amerikanische Konkurrenten ihnen mit revolutionärer Technologie zuvor gekommen und bereits auf dem Mars gelandet sind. Der Traum, die Ersten dort oben zu sein, ist damit geplatzt.

Doch von den Amerikanern wurde seit ihrer Ankunft nie wieder etwas gehört- bis auf eine alarmierende, letzte Nachricht. So wird aus dem geplanten Weltraum-Abenteuer nun eine Rettungsmission. Und dann kommt zur Science Fiction die Mystery noch dazu: Nach einer schwierigen Landung finden die Europäer auch einen Überlebenden- allerdings keinen Amerikaner. Sein Name ist Vladimir Komarov und er ist Russe. Er war der erste Mann, der im All gestorben ist- im Jahr 1967 …

Und die "Mission" bleibt mysteriös: RTL zeigt die Serie als deutsche TV-Premiere- ab dem 1. August auf dem eigentlich doch wohl für ganz andere Zielgruppen positionierten PayTV-Kanal "RTL Passion".

Im anderen Sparten-Kanal der Kölner, "RTL Crime", haben seit einiger Zeit "Marvel´s Agents of S.H.I.E.L.D." ihr deutsches TV-Zuhause gefunden und ab dem 13. Juli gibt es dort deren fünfte Staffel zu sehen. Unter der Leitung von Direktor Phil Coulson müssen die "Super-Agents" neue Herausforderungen bestehen und es wird sehr interessant sein, zu verfolgen, wie sie sich im Vergleich zur französischen Serien-Mission so schlagen. Denn, wie Gerüchte besagen, müssen selbst Marvel-Helden manchmal auch sparen. Und ja, nach Besichtigung der ersten Folge ist zu sagen: Man kann es wohl sehen.

Womit die ultimative Herausforderung für die Superhelden der Zukunft vielleicht auch darin bestehen könnte, sich nicht zu beschweren- und statt dessen fantasievoll zu sein.

Kommentare

Vielleicht auch interessant: