Die Zombie-Krise: Schwierige Zeiten für jede Art "Walking Dead"

Seit Oktober bei Netflix: Staffel sieben von "The Walking Dead". Foto: Netflix

Achtung: So ganz ohne Spoiler geht das Thema nicht. Aber die sich gerade anbahnende Zombie-Krise ist existenziell wichtig. Natürlich nicht für Zombies. Die laufen und laufen und laufen (auf Batterie?) so lange, bis einer kommt und ihnen die Birne einschlägt. Aber was wäre das US-Fernsehen ohne Zombies? Die Streaming-Anbieter ohne "The" und "Fear The" Walking Dead? Wir hier in Deutschland haben da gut lachen, wir haben Rosenheim-Cops, Traumschiffe und Hosenträger-Horste. Niemand braucht da noch Zombies. Aber was wird aus den USA? Was bleibt für die Serienmacher in Hollywood?

Die "großen" Zombies von "The Walking Dead" sind bei Netflix und Amazons Prime Video mittlerweile in Staffel sieben angekommen. Im Pay-TV ist die Staffel acht gerade durch. Die Quoten bei AMC in den USA bröckeln. Carl ist tot. Und Negan hat die finale Schlacht gegen Rick verloren. Und nun? Will der zumindest vorläufige Sieger aufhören. Also, natürlich nicht Rick- der kommt nicht mehr raus aus seiner dystopischen Welt der Lucilles und täglich anstehender zu zermatschender Köpfe. Aber Andrew Lincoln, sein Darsteller. Nach Staffel neun, so hört man aus den USA, ist für ihn Schluss.

Während die Fans der Serie den Tod seines Sohnes Carl noch nicht verarbeitet haben, soll also nun auch Deputy Sheriff Rick Grimes die Serie verlassen. Von den einst in den Kampf gegen "The Walking Dead" und die lebendigen Bösewichte dieser Welt gestarteten Haupt-Charakteren der Serie ist dann praktisch niemand mehr da. Es sind doch aber die Helden-Figuren, die eine Serie tragen. Wir Zuschauer beobachten, leiden und fiebern mit, wie sie ihr Schicksal meistern. Klar- die Welt der Zombies, sie ist eine harte Welt und sie fordert Opfer. Aber im Falle des Heldentodes endet für gewöhnlich die Oper. Spätestens mit Rick Grimes ist die Seele von "The Walking Dead" weg.

Auch die "kleineren" Zombies von "Fear the Walking Dead" stecken in großen Problemen. Mit Madison und ihrer ebenfalls oft eher nervenden Tochter sind zwar noch zwei von Anfang an dabei. Aber Nick, der heimliche Held der Serie, ist tot. Eigentlich ist die Oper am Ende. Wobei die Staffel vier mittlerweile ein so konfuses Gewirbel von Vor- und Rückblenden ist, dass ohnehin keiner mehr weiß, wo hier Anfang und Ende liegt. Aber tot ist tot- zumindest, wenn man kein Zombie ist.

Okay, "Roseanne" soll ja vielleicht ohne Roseanne weiter gehen. Nichts ist in Hollywood unmöglich. Rambo ist zurück im Gefecht, Han Solo ist jung und Lara Croft ist jetzt wirklich eine Frau. Vielleicht gibt es tatsächlich irgendwann "Simpsons" ohne Homer. Aber "The Walking Dead", und zwar beide Serien- sie sind tot. Sie wissen es nur bisher nicht und laufen deshalb noch rum- so wie Zombies. Natürlich auch wegen dem Geld. Und wie lässt man Zombie-Serien eigentlich sterben?

Trotzdem: Wenn jemand ein vergleichbar gut funktionierendes neues Serien-Universum erfindet, dann kommt er demnächst ganz groß raus. Aber was wird aus dem Fernsehen und dem Streaming, wenn nicht?

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