Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Juli

Die Staffel sechs wird anders- aber Orange ist trotzdem wieder "the New Black". Foto: Netflix

Es soll nicht mehr der gute, alte Knast in Litchfield sein und auch sonst soll sich einiges verändern. "Orange is the New Black" wird mit der mittlerweile schon sechsten Staffel sicher trotzdem auch in diesem Juli wieder eine tragende Rolle im Netflix-Programm spielen.

Netflix kennt trotz Fußball-WM und Urlaubszeit diesmal kein Sommerloch. Mit "Good Girls" kommt eine interessante neue Serie ins Programm- man hat sich den NBC-Erfolg außerhalb der USA als "Original" gesichert und die Serien-Erfinderin Jenna Bans hat schon an Legenden wie "Grey's Anatonomie" mitgeschrieben. Die "Good Girls" sind nicht immer "Good"- zur Lösung ihrer Geldprobleme überfallen sie einen Supermarkt, es soll irgendwie eine Mischung aus "Breaking Bad" und "Thelma & Louise" werden.

"El Chapo" kommt mit einer dritten Staffel und das Drogenboss-Drama dürfte damit fast so etabliert wie die "Narcos" sein. Langfristig dürfte es kein gutes Ende nehmen- in der Realität trägt der frühere Chef des mexikanischen Sinaloa-Kartells Orange als the New Black, ist depressiv und hört Stimmen. Das macht aber nichts- weltweit wachsen immer neue Gangsterbosse nach. Netflix hat Indien als neuen wichtigen Markt identifiziert und das erste "Bollyflix"-Original ist fertig. "Der Pate von Bombay" ist eine Serien-Adaption des weltweit erfolgreichen Romans von Vikram Chandra.

Mit "Samantha!" erwartet uns dann noch Sitcom aus Brasilien, in "Sugar Rush" wird um die Wette gebacken und dann sollen wir noch "Amazing Interiors" bestaunen. Ich bin da aber schon beim Thema "Original Film".

"How It Ends" ist im Juli da ein ganz großes Thema, in "Extinction" gibt es das gleiche noch einmal und immerhin Michael Peña kann dann gegen Aliens kämpfen. Und in "Das Vermächtnis des Weißwedelhirschjägers" spielt sogar "Thanos" mit. Ja, der ultimative galaktische Gegenspieler der "Avengers". Als komischen Vater, der die Beziehung zu seinem 12 Jahre alten Sohn durch Jagdausflüge in die Wildnis kitten will, werden wir ihn in Josh Brolin aber kaum wiedererkennen.

Dafür, dass es eine Sommersaison ist, hat Netflix auch ganz gut eingekauft. Die ersten fünf Teile "The Fast and the Furious" sind ab dem 1. Juli verfügbar- das Spielfilm-Highlight ist aber sicher die noch relativ frische Marvel-Konkurrenz von der "Suicide Squad"- die ist besser als ihr Ruf. Es gibt feinen Horror mit "Lights Out" und realen Horror mit "12 Years a Slave". Deutsche Qualität im Film mit "Honig im Kopf" oder in Serie mit der Staffel vier von "Weissensee". Und Serien-Qualität, auf die viele warten, mit der Staffel fünf von "Bates Motel". Dazu die britischen Erfolge "Broadchurch" und "The Fall- Tod in Belfast" jeweils mit einer frischen Staffel drei.



Amazons Prime Video kann da kaum mithalten- zwar gibt es auch dort im Juli etliche neue Angebote, aber wirkliche Highlights sind kaum dabei. Ein echtes neues "Amazon Original" oder wenigstens eine neue Staffel- Fehlanzeige. "Lucifer" beginnt seine dritte Staffel bei Prime Video als "Prime Exclusive"- ja, der "Lucifer", der ab Staffel vier ein "Netflix Original" wird. Ebenfalls "exclusive" kommt Starkoch Ferran Adrià ins "Prime"-Programm: "El Bulli: Die Geschichte eines Traums" ist eine Doku-Serie über sein weltberühmtes Restaurant.

"Once Upon A Time" kommt mit vier Staffeln neu zu Prime und "The Fosters" mit drei. "The Magicians" bekommen eine zweite Staffel, "The Royals" eine vierte und "Nashville" die Nummer fünf.

Jede Menge Filme sind neu bei Prime- aber auch da ist kein ganz großer Knaller dabei. Jennifer Lawrence und Javier Bardem spielen die Hauptrolle in "mother!" aus dem vorigen Jahr. Wirklich überzeugen konnte der Psychothriller allerdings nicht. "Suburbicon" hat Julianne Moore, Matt Damon und sogar George Clooney als Regisseur- na ja. Er hat sich bemüht. Auch fast noch neu, mit (noch-) James Bond Daniel Craig und in der Regie von Steven Soderbergh: "Logan Lucky". Das ist allerdings ein wirklich guter Film geworden.

"Ouija: Ursprung des Bösen", Adam Sandlers "Pixels", "Der andere Liebhaber", "Escobar: Paradise Lost", "The Raid 1+2" oder "Hotel Transsilvanien"- gut und schön. Wir können uns nochmal von Al Gore erschrecken lassen- es ist "Immer noch eine unbequeme Wahrheit - Unsere Zeit läuft". Dann sind vielleicht noch "Die glorreichen Sieben" zu nennen- obwohl es ein paar Filme mehr waren.

Auch noch erwähnenswert: Sky bekommt im Juli "Die Pest" und Maxdome ist vielleicht bald gar nicht mehr da. Und selbst für Amazons aktuelle Serien-Angebote (siehe oben) gilt ja: Wie gut, dass es Netflix gibt.

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