Weil isso: "funk" ist gescheitert. Rettet den Rundfunkbeitrag. Schaltet den Quatsch ab.

"die wohngemeinschaft". Foto: obs / ZDF / Varinka Link

Yeahh. Das wird bestimmt ganz groß. "Vor fast einem Jahrzehnt stellten sich Teenager in den ZDF-Doku-Soaps 'Die Jungs-WG' und 'Die Mädchen-WG' den Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Nun beziehen sechs der ehemaligen Bewohner in 'die wohngemeinschaft' ein gemeinsames Loft. Haben die WG-Mitglieder My, Janina, Alina, Paolo, Aaron und Alexey, die inzwischen selbst junge Erwachsene sind, ihre Wünsche und Ansichten über das Leben geändert?"

"Herausforderungen". "Erwachsenwerden". Ja, so klingt das, wenn öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehmacher auf der verzweifelten Jagd nach der "jungen Zielgruppe" sind. Der "Generationen-Abriss" droht, also irgendwie so eine Art öffentlich-rechtliches Armageddon und jetzt müssen bewährte Fachkräfte (wir kennen das von Bruce Willis) ran, um den verheerenden Einschlag des Überraschungs-Kometen aus dem Nichts gerade noch einmal abzuwehren.

Für die Abwehr des "Generationen-Abrisses" gibt es ja nun schon fast zwei Jahre lang "funk". Hat es funktioniert? Seit Freitag, 11. Mai 2018, laufen im Auftrag des ZDF die Dreharbeiten zur "Reality-Serie" "die wohngemeinschaft" für funk in Köln. Also wohl definitiv nicht.

Was beschäftigt die ehemaligen WG-Bewohner? Wie empfinden sie das Erwachsensein und was erwarten sie von der Zukunft? In "die wohngemeinschaft" sollen all diese Fragen beantwortet werden, so das ZDF in der Pressemitteilung. Nur: Wer hat "all diese Fragen" überhaupt gestellt? Die "junge Zielgruppe"? Wir tippen mal auf "junggebliebene" TV-Redakteure und -innen. Also die, die sonst erfolgreich am "Generationen-Abriss" arbeiten.

"Mit Rückblicken auf Highlights aus den früheren Staffeln von 'Die Mädchen-WG' und 'Die Jungs-WG' wird es auch mal nostalgisch", so verspricht uns das ZDF weiter und findet weitere Fragen, die die angebliche Zielgruppe vielleicht auch nie gestellt hat: "Was halten die Protagonisten heute von ihren damaligen Diskussionen über die große Liebe, Berufspläne und das erste Mal? Und haben sie als junge Erwachsene den WG-Haushalt inzwischen tatsächlich besser im Griff?"

Das können die sechs Bewohner dann "in WG-spezifischen Herausforderungen und Aktionen" unter Beweis stellen. So bauen sie gemeinsam mit einer angesagten Designerin eigene Möbel, belegen einen DJ-Kurs, gehen clubben und campen.

"Clubben und campen". Ja, das läuft dann mit Rundfunkbeitrag irgendwo bei "funk". Dort haben sie dann noch den YouTuber "Coldmirror", der uns "Kacke übersetzte Filmtitel" bringt und sie haben seit kurzem "weil isso", die "Adresse für alle 20 bis 29-jährigen auf Facebook, die Spaß an popkulturellen Phänomenen haben und gerne mit Videos in den sozialen Medien interagieren". Yeahh. Fast 500 gefällt das. Denn "subjektive und undifferenzierte Polemiken sorgen für Reibung und Reaktionen seitens der User. Ob sie es mögen oder nicht: Es ist ihnen nicht egal. Die emotionale Präsentation der Rantmaster spricht die User im emotionsaufgeladenen Social Web besonders an".

Krasser als "funk" kann man nicht scheitern. Liebe öffentlich-rechtliche Fernsehmacher: Ihr habt da ein Problem mit Strukturen, euch fehlt gar kein "Kanal". Schaltet den Quatsch ab.

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