Astra überträgt erstmals ein 8K UHD-Signal - brauchen wir das?

Foto: SES

Bald ist Fußball-Weltmeisterschaft, also das TV-Großereignis des Jahres und die eigentlich verfügbare Bildqualität "4K UHD mit HDR" werden die meisten gar nicht empfangen können- die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF können noch nicht "so scharf" senden wie Sky. Das ist natürlich ein wenig zugespitzt formuliert, denn können könnten sie sicher schon. Ganz bestimmt gibt es irgendwo in diesen riesigen "Sendezentralen" kluge Techniker, die das UHD-Monster in den Griff bekommen und ultrascharfe Bilder in die Welt senden könnten.

Nur: Das kostet. Da ist ein riesiger Apparat an Technik zwischen Kameralinse und Antenne und überall müssen die UHD-Bilder durch. Sie bringen ein Vielfaches der bisher zu bearbeitenden Datenmenge mit. So etwas braucht leistungsfähigere und damit teurere Leitungen und Funkstrecken, natürlich auch stärkere Prozessoren und effizientere Komprimierung überall in der tollen digitalen Technik. Und das schöne Rundfunkbeitrags-Geld ist vielleicht schon irgendwie weg.

Und jetzt kommen die auch noch mit "8K" UHD. Das sind noch einmal die vierfache Menge an Pixeln gegenüber "4K", denn ein Bildschirm hat nicht nur Breite, auf die sich das "8" bezieht, sondern auch Höhe. 7.680 (also großzügig achttausend, also 8K) mal 4.320 statt "nur" 3.840 (fast viertausend, also 4K) mal 2.160 Bildpunkten. Und das ist noch lange nicht alles. Denn um die neuen Möglichkeiten der Bildqualität wirklich ausnutzen zu können, braucht es zukünftig mehr Bilder pro Sekunde, also höhere "Frameraten" und mehr Farbtiefe, mehr Kontrast.

"Brauchen wir das?" werden zumindest bei uns die Kosten-Controller wieder überall fragen und in Asien wird man dies wieder nicht verstehen. "Wir können es verkaufen. Unsere Kunden haben daran Spaß". Zum Glück für die Welt des Fernsehens haben die Deutschen den Kram zwar mal irgendwann erfunden, spielen mit ihren "brauchen wir das"-Fragen aber heutzutage global in der Branche keine erwähnenswerte Rolle mehr. Spaßbremsen, die "Konsumverzicht" predigen, gibt es in dieser besonders drögen Form wohl auch nur hier.

Der Satellitenbetreiber SES zeigt uns gerade zumindest, dass es geht- erstmals wurde ein 8K-Signal während seiner jährlichen "SES Industry Days" in Luxemburg übertragen. Komprimiert wurde mit HEVC und das Signal vom Satelliten Astra 3B (23,5° Ost) brauchte eine Datenrate von 80 Mbit/s für 7680x4320 Pixel bei 60 Hz und 10 Bit Farbtiefe.

"Obwohl 8K mit den heute verfügbaren Video-Codecs eine Herausforderung bleibt und einige Jahre vor der Einführung in die Haushalte der Verbraucher liegt, zeigt diese Demonstration, dass Satelliten jetzt in der Lage sind, 8K-Signale zu übertragen. Da wir immer bestrebt sind, das Video-Erlebnis auf ein neues Level zu heben, sind wir sehr stolz, Ihnen einen spannenden Einblick in die Zukunft des Fernsehens zu geben", meint Thomas Wrede, "VP New Technology & Standards" bei SES Video. "Gleichzeitig konzentrieren wir uns auch weiterhin darauf, unsere Kunden und Partner dabei zu unterstützen, aktuelle Technologien wie 4K UHD und HDR in die Privathaushalte zu bringen."

"Brauchen wir das?" ist bei neuer Technik einfach keine coole Frage:

Kommentare

Vielleicht auch interessant: