Sparen für das "Game of Thrones"? Amazon beendet "Mozart in the Jungle" mit Staffel vier

"Mozart in the Jungle". Foto: Amazon

4,7 von fünf möglichen Sternen, so lautet die durchschnittliche "Kundenrezension". "Beste TV-Serie Comedy" bei den Golden Globes". Trotzdem soll die im Februar bei Prime Video gestartete vierte Staffel des Amazon Originals "Mozart in the Jungle" die letzte sein. Warum?

Konkrete Abrufzahlen gibt Amazon ja nicht heraus. Sicher dürfte nur sein, dass die Serie eine begeisterte, aber nicht allzu große Fangemeinde hat. Ein engagiertes Nischen-Publikum schaut sich das also an. Basierend auf "Mozart in the Jungle: Sex, Drugs & Classical Music", den von vielen Kritikern gelobten Memoiren von Blair Tindall, öffnet die Serie den Vorhang für das New York Symphony Orchester. Blair Tindall spielte dort viele Jahre die Oboe- er kennt sich hinter den Kulissen also bestens aus. Im weltbekannten Orchester und dessen Umfeld trifft künstlerischer Ehrgeiz und Kreativität auf Psychospiele, Politik und Überlebensinstinkt. "Mozart in the Jungle" erzählt die Geschichte talentierter Musiker, die mit Leidenschaft spielen, leben und lieben- und der junge, gut aussehende und temperamentvolle Rodrigo (Gael Garcia Bernal) dirigiert.

"Wir sind so stolz auf die vier Staffeln, die wir von dieser Serie produziert haben und sind der Besetzung, der Crew, den Fans und Amazon dankbar, dass sie diese Symphonie mit uns schrieben. Wir hoffen, dass das Publikum die Show noch viele Jahre finden und anschauen wird." So die "Executive Producer" Paul Weitz, Roman Coppola, Jason Schwartzman und Will Graham in einem kurzen, gemeinsamen und wehmütige Statement. Das war's.

Jennifer Salke, seit kurzem als Nachfolgerin von Roy Price im Chefsessel der Amazon Studios, demonstriert wohl mit dieser Entscheidung, dass sie die neu vorgegebene Linie auch umzusetzen gedenkt. Ein Glück, dass wenigstens "Bosch" schon verlängert ist. Große und gewaltige Serien-Projekte für ein zahlreiches Publikum sind jetzt das klar definierte Ziel. Das neue "Game of Thrones". Nur: Geld allein ist nicht alles. Das "GoT"-Erfolgsrezept ist weit komplizierter. Der Beweis steht noch aus, dass man es einfach so nachkochen kann.

Ich glaube nicht, dass das so einfach funktioniert. Und wenn die neuen "Mega-Serien" das Publikum nicht wie geplant erobern? Dann steht Amazon mit verärgerten Kunden, die "Mozart" lieben, und einem großen Haufen Geld weniger da.

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