Lost in Space- Netflix hat jetzt 125 Millionen Abonnenten

"Lost in Space - Verschollen zwischen fremden Welten" Foto: Netflix

Fast ist es schon vergessen, obwohl noch nicht einmal zwei Jahre her. Damals brauchte Netflix noch ein Kaninchen, um die Börsianer und ihre Analysten von den zu verkündenden Quartalszahlen etwas abzulenken. Aber es war nicht das schon herbei orakelte "Ende des Booms", sondern erst der Anfang. Etwa seitdem läuft es für Netflix richtig rund in der Gewinnung von Abonnenten fürs Streaming-TV und die gestern verkündeten Ergebnisse passen zum aktuellen Trend.

125 Millionen Netflix-Abonnements sind nun in der Welt, knapp 119 davon zahlen schon, meinen es also ernst und das Wachstum im ersten Quartal 2018 lag mit 7,41 Millionen neuen Netflixern deutlich über den "geplanten" 6,35. Dafür wurde nicht einmal mehr eine "ganz große" Zugnummer gebraucht. Zwar gab es mehr neue Netflix-Serien und Filme als je zuvor, aber ein richtiger Hype wie die "Stranger Things" war nicht dabei.

Netflix wird global wohl zum Mainstream, bietet immer mehr und für immer speziellere Zielgruppen zumindest qualitativ brauchbare, oft auch wirklich gute Inhalte. Inhalte, die sie so in ihrem bisherigen Fernsehprogramm offenbar nicht oder zumindest nicht ausreichend finden und für die die Zuschauer auch bereit sind, ein wenig Geld für den Eintritt in die bunte Wunderwelt zu zahlen.

Und das Kaninchen? Gibt es vielleicht trotzdem. Denn nicht nur Firmen, die ihre Zahlen veröffentlichen müssen, brauchen dafür manchmal eine Ablenkung. Auch Wettbewerber können durch zu gute Zahlen schwer getroffen werden. Oder auch nicht. Na ja- jedenfalls gibt es, warum auch immer, eine Studie von "7Park Data", die pünktlich vor den Quartalszahlen herausgefunden hat, dass 80% aller Inhalte, die US-Zuschauer bei Netflix gucken, gar keine Netflix-Inhalte sind. Sondern Serien wie "Breaking Bad", "Grey’s Anatomy" oder "The Blacklist", die als eingekaufte Lizenzware vom guten alten Fernsehen ins Netflix-Programm kommen.

Also: Eigentlich guckt die "Netflix-Originale" ja gar keiner. Also ist es doch Unsinn, dass die dafür so viel Geld ausgeben und sogar Schulden machen. Also: Die haben keine Ahnung vom Geschäft da bei Netflix.

"Lost in Space" ist bei Netflix ja gerade angelaufen und die Familie Robinson ist damit zurück. "Lost in Space" werden vielleicht auch einige bei Netflix nach der "Quartalszahlen Release"-Party gewesen sein. Den Jörgs dieser Fernsehwelt wird aber auch kein Kaninchen mehr helfen. Sie sollten begreifen, warum ihre Zuschauer bei Netflix sind- oder endlich gehen.

Denn immer mehr Abonnenten für Netflix, das heißt auch immer mehr Geld "im System". Okay, sie könnten damit auch irgendwann Gewinne an Aktionäre auszahlen. Aber Netflix ist laut CEO Reed Hastings "noch lange nicht" da, wo sie sein wollen. Bei der Anzahl der Abonnenten, der Menge und Qualität der monatlich neu hinzukommenden Serien und Filme und überhaupt. Also: Die "Netflix Originale", die angeblich nur wenige schauen wollen, sie werden immer schneller immer mehr.

Viele Studien haben übrigens auch immer wieder bewiesen, dass die US-Amerikaner keine synchronisierten Serien aus dem Ausland mögen. Netflix wird das zukünftig noch mehr anbieten, wie man im "Earnings Interview" der Chefs unten erfahren kann. Weil sie eben keine Ahnung vom Geschäft haben, wie Studien belegen. Nur immer mehr Abonnenten und Zuschauer. Aber was heißt das schon?

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