Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Mai

"Transformers: The Last Knight". Foto: Amazon / © 2016 Viacom International Inc.

Die "Transformers" haben jetzt Drachen. Wie im "Game of Thrones"- nur aus Blech. Und Nazis. Jeder echte Held muss sich auch mal gegen Nazis bewähren, Indiana Jones zum Beispiel oder "Captain America". Der steht mittlerweile sogar unter dem Verdacht, selber einer zu sein und wir alle warten mit Spannung, ob die endgültige Aufklärung darüber, wo die Nazis denn eigentlich herkommen, nun irgendwann einmal fertig wird. Für den 22. August ist in Finnland die Premiere für "Iron Sky 2" angesetzt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob für die Produktion genügend Nordlicht zur Verfügung steht, da es ja selbst in Finnland jetzt langsam Sommer wird.

Egal. Das Mai-Programm fürs Streaming-TV steht an und Amazon punktet vor allem mit "Zerstörungspornos". Denn im Serienbereich passiert aktuell nicht so viel und aus dem Kino kommt eben vor allem so etwas. Dort kämpfen die "Avengers" gerade auch ihren "Infinity War". Zwar bedeutet "Infinity" ja "unendlich" und "ohne Grenzen"- aber mir scheinen da irgendwie mittlerweile die Grenzen erreicht. Alle "Avengers" und "Guardians" müssen zur großen computergenerierten Keilerei antreten und keine Ahnung, wie man das noch toppen oder wenigstens halbwegs logisch fortsetzen will. Vielleicht mit Drachen und/oder Zombies. Aber die Leute strömen in Massen in den "Infinty War" und das bedeutet: Fortsetzung muss sein.

Jedenfalls erwarten uns im Streaming-Programm für den Mai bei Amazon erst einmal die "Transformers" mit Drachen und Nazis zu "The Last Knight". Kann sein, dass es um den letzten Ritter geht. Um den letzten "Transformers"-Film aber wahrscheinlich nicht. "The Purge: Election Year" ist der zweite Film im Prime Video-Programm und "Transformer"-Macher Michael Bay ist als Produzent auch an diesem Film mitschuldig. Er mache Filme für "Jungs im Teenageralter", so soll er gesagt haben- und das sei kein Verbrechen. Da hat er auf jeden Fall Recht.

"Beyond Skyline" ist das nächste Amazon-Angebot. Das ist die Fortsetzung des B-Movies "Skyline" und da ich den gesehen habe, frage ich mich, warum. Aber die Effekte der Alien-Invasion sollen toll sein. Mit "Song to Song" und "The Big Sick" runden zwei weitere "geht so"-Filme das "Prime Video"-Programm ab.

In der letzten Woche startete "The Crossing" bei Amazon, und das ist wohl das interessanteste Serien-Angebot. Es geht um Flüchtlinge aus einem von Krieg gebeutelten Land, die in einem kleinen amerikanischen Fischerdorf an Land gespült werden. Doch das Land, aus dem sie geflohen sind, heißt Amerika - und der Krieg, vor dem sie fliehen, findet erst in der Zukunft statt, ist noch gar nicht geschehen. Dazu kommt, dass einige von ihnen geheime Superkräfte mitbringen. Und andere sind wiederum heimlich schon seit langem da...

Matthias Schweighöfer's "You Are Wanted" startet in Staffel zwei. Die "Six" Navy-Seals auch. Nach dem verunglückten ersten Versuch ist für "The Looming Tower" eine neue deutsche Synchronisation aus der Reklamationsabteilung eingetroffen und zwei Staffeln "American Crime" kommen neu ins Angebot. Die Anthologie-Serie von ABC hat aber nichts mit der Hochglanz-Produktion "American Crime Story" zu tun.



Das war so wohl auch noch nicht da: Das Netflix-Serien-Highlight des Monats ist aus Dänemark. "The Rain" ist natürlich dystopisch und mit dem Regen kommt das Grauen über die Welt. Zehn Jahre, nachdem ein Großteil der Bevölkerung Skandinaviens von einem brutalen Virus ausgelöscht wurde, ist nun ein junges Geschwisterpaar auf der Suche nach Sicherheit.

Kimmy Schmidt ist für eine vierte Staffel wieder "unbreakable" und "Dear White People" hat nun eine Staffel zwei. Die Aufregung um die Serie hat sich wohl mittlerweile gelegt. Sie ist qualitativ einfach so schlecht, dass sich die politische Streiterei darüber schlicht nicht lohnt. David Letterman wird Tina Fey und Howard Stern interviewen. Es gibt mehr von "Suits", die Staffel sechs geht weiter. Und Netflix investiert mehr in Europa- die Macht- und Liebesspiele von "Versailles" haben nun eine Staffel zwei.

Europa investiert aber auch in Netflix: Canal+ aus Frankreich bringt uns "Dexter" zurück. Genauer gesagt: Michael C. Hall. In der Gemeinschaftsproduktion "Safe" mit Netflix spielt er in Serie "Tom". Der ist Kinderchirurg, alleinerziehender Vater zweier Teenagerinnen und leidet noch sehr unter dem Tod seiner geliebten Frau. Aber wirklich über den Weg werden wir ihm nach seiner Paraderolle niemals wieder trauen können.

Mit "Cargo" hat Netflix ein interessantes "Original"-Filmprojekt neu am Start. Ex-Hobbit Martin Freeman ist infiziert- er wird zum Zombie. So weit, so originell. Es gibt keine Drachen und auch keine Nazis, aber dafür eine spannende Story-Idee: Ihm bleiben nur 48 Stunden, um seine kleine Tochter vor sich selbst zu retten.

Kein geringerer als John Woo hat "Notwehr" als Netflix-Film inszeniert. Es ist wohl das von ihm zu erwartende Action-Feuerwerk. Und mit "The Kissing Booth", "Ibiza" und "Catching Feelings" gibt's gleich drei neue Netflix-Filme aus den Kategorien Romantik und Comedy.

Dazu wurden noch ein paar Filme eingekauft. "Conjuring 2" aus dem Jahr 2016 ist noch recht frisch. Aus dem gleichen Jahr ist "Ein Hologramm für den König" von Tom Tykwer und er bringt sogar einen "Deutschen Filmpreis" mit.

Der "Rest" ist dann schon durchgehend älter, so wie "Disturbia" mit mit Shia LaBeouf aus dem Jahr 2007. Oder Johnny Depp in Tim Burtons "Alice im Wunderland" von 2010.

Gut, dass man im Mai auch spazieren gehen kann. Denn bei Maxdome oder Sky habe ich gleich gar nichts bemerkenswertes entdeckt. Nicht mal was mit Drachen oder Nazis. Okay, "Barry" gibt's bei Sky im Mai auch synchronisiert. Und vor "Iron Sky 2" ist dann erst einmal Fußball-WM.

Kommentare