ZDF: Ohne "Einsparerwartungen" nach Teneriffa- wollt ihr das nicht auch?


Der nun folgende Beitrag ist ungerecht, böse, hinterhältig und gemein- aber notwendig. Er besteht eigentlich nur aus der so sicher nicht beabsichtigten Zusammenstellung von Zitaten aus zwei verschiedenen Pressemeldungen des ZDF.

Zuerst: Der ZDF-Fernsehrat hat getagt. Wie wir wissen, gibt es Zweifel im Land an der notwendigen Höhe der Rundfunkgebühren und dazu eine Arbeitsgruppe der Bundesländer mit dem schönen Titel "Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks". An die Arbeitsgruppe hat ZDF-Intendant Thomas Bellut einen Brief geschrieben, in dem er anscheinend Kraft seines Amtes feststellt, das ZDF sei abschließend strukturoptimiert.

Offiziell liest sich das beim ZDF-Fernsehrat dann so:
  1. Der Fernsehrat nimmt das Schreiben des Intendanten vom 16.03.2018 zum Sachstand der Länder-AG „Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ zur Kenntnis. 
  2. Der Fernsehrat bekräftigt seinen Beschluss vom 29.09.2017. Der Fernsehrat erwartet, dass das ZDF auch weiterhin keine Vorschläge zur Beschränkung seines Programmangebotes macht. 
  3. Der Fernsehrat wendet sich gegen eine auf Kosten beschränkte Bewertung des öffentlich-rechtlichen Angebotes. In gleichem Maße sind Programmqualität, Vielfalt und die Akzeptanz der Angebote bei den Beitragszahlerinnen und -zahlern in eine Beurteilung einzubeziehen. 
  4. Der Fernsehrat hält es für zwingend, dass das ZDF seinen Programmauftrag auch in der digitalen Welt erfüllt. Deshalb ist der jetzige Zeitpunkt nicht geeignet, die Arbeit des Senders mit weiteren Einsparerwartungen zu belasten. In diesem Zusammenhang stellen der Personalabbau der vergangenen Jahre und eine Überalterung der Belegschaft erhebliche Herausforderungen dar. Der Fernsehrat erachtet insofern bereits die Umsetzung der den Ländern vom ZDF vorgelegten Sparmaßnahmen für ambitioniert. 
  5. Der Fernsehrat unterstützt den Intendanten in seiner Forderung, zum staatsvertraglich geregelten KEF-Verfahren zurückzukehren.
Im Prinzip ist dies so zusammenfassbar: Die Gremien des ZDF teilen ihrer demokratisch gewählten Kontrollinstanz mit, dass sie zu diesem "nicht geeigneten Zeitpunkt" gefälligst nicht mit "weiteren Einsparerwartungen" belästigt werden wollen. Also den Kontrollinstanzen, die von der anderen Seite wegen immer mehr solcher Fälle immer stärker politisch unter Druck stehen.

Hier nun ein Auszug aus einer weiteren ZDF-Pressemeldung dieser Tage:

"ZDF-Fernsehgarten on tour" - am 15. April 2018, 11.50 Uhr: Bevor die "ZDF-Fernsehgarten"-Saison am Mainzer Lerchenberg beginnt, entführt Moderatorin Andrea Kiewel die ZDF-Zuschauer an drei Sonntagen auf die Kanareninsel Teneriffa. Andrea Kiewel präsentiert die Show am Strand "Bahia del Duque" an der Costa Adeje im Südwesten der Insel. Neben den vielen Musikstars haben sich unter anderem angesagt: die Fashionexpertin Astrid Rudolph, Fernsehkoch Mario Kotaska, ZDF-Wirtschaftsexperte Marcus Niehaves und einer der bekanntesten Slackliner Deutschlands Michael Siegmund. Die musikalischen Gäste der ersten Ausgabe sind unter anderen Wincent Weiss, Beatrice Egli, Marquess, Armando Quattrone, Mike Singer, Glasperlenspiel, Lupid, Semino Rossi, Alina, Yannick Bovy, Ben Zucker und viele andere.... 
...Zwei weitere Fuerteventura-Ausgaben des "ZDF-Fernsehgarten on tour" werden am 22. und am 29. April um 11.50 Uhr ausgestrahlt.

"Hosenträger-Horst" ist diesmal anscheinend nicht dabei. Aber für die dritte Sendung am 29. April ist "Feuerherz" angekündigt. Das passt.

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