Prime Video: Lieber "The Boys" als "The Tick"- auch wenn es noch dauert

"The Tick". Foto: Amazon

Es gibt einen klassischen Cliffhanger. Am Ende von Staffel eins kündigen geheimnisvolle Drohnen eine neue Gefahr an. Der große Bismuth kommt nicht und auch der VLM ist wieder auf Normalgröße geschrumpft. Eine Staffel zwei von "The Tick" hat Amazon längst bestellt

Ich mag eigentlich Superhelden. Auch dann, wenn sie nicht ernst gemeint sind. Bei "The Tick" war ich nach der Hälfte der ersten Staffel noch unentschieden. Jetzt ist die Staffel eins komplett und ich lege mich fest: Eine zweite Staffel braucht der blaue Käfer für mich eigentlich nicht.

Denn, was in den Anfangs-Episoden zumindest noch erst bizarr, dann interessant und hin und wieder auch lustig war, wird nach und nach gefühlt immer länger. Die Figuren finden nie aus ihrer Eindimensionalität heraus. Manchmal kommt noch ein ganz guter Witz, aber auch die werden seltener. Schade- das hätte auch eine "Big Bang Theory" für Superhelden-Freunde werden können. Aber dafür reicht die Gag-Dichte definitiv nicht.

Obwohl "The Tick"-Episoden nicht einmal 30 Minuten lang sind, kommen sie mir gegen Staffelende zunehmend stundenlang vor. Nein, ich habe auch keine Vorurteile, nicht einmal gegen blaue Käfer. Bei den "Guardians of the Galaxy" läuft sogar ein Baum mit begrenztem Wortschatz mit und es gibt einen schießwütigen Waschbär- und mir gefällt's. Die haben nicht nur mehr Budget, sondern auch Charaktere mit mehr Dimensionen. Vielleicht liegt da ja der Grund.

"Netz TV" empfiehlt "The Tick" also nicht unbedingt weiter. Ist das von Bedeutung? Eigentlich nicht. Wenn man in der richtigen Stimmung dafür ist, kann man sich das durchaus mal reinziehen. Oder auch nicht.

Und bei Amazon soll ja demnächst auch das "richtige" Zeitalter der Superhelden beginnen. Bald wird es um das Thema dort etwas "dunkler". "The Boys" heißt das dann. In einer Welt, in der Superhelden die dunklere Seite ihrer großen Berühmtheit und ihres Ruhmes leben, so heißt es, macht sich dort eine Bürgerwehr auf, die verdorbenen Superhelden zu kurieren. Mit etwas Blauäugigkeit und der Bereitschaft auch zu schmutzigen Tricks.

Das sind dann "The Boys" und sie sind hoffentlich etwas differenzierter. Nicht nur bei den Charakteren- auch bei den Gags. Gute Serien sind schwierig zu machen. Vielleicht lernt es auch noch "The Tick".

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