"Auslöschung" ist ab 12. März verfügbar- Netflix fährt das Marketing hoch

Natalie Portman in "Auslöschung". Foto: Netflix

"Es zerstört einfach alles." "Nein- es zerstört nicht. Es erschafft etwas Neues." Als Teil eines Expeditionsteams will eine Biologin und ehemalige Soldatin namens Lena herausfinden, was ihrem Ehemann in dem dubiosen und geheimnisvollen Gebiet namens Area X zugestoßen ist, welches sich an der amerikanischen Küste zunehmend ausbreitet. Im Areal angekommen, entdecken die Wissenschaftlerinnen mutierte Naturphänomene und Kreaturen, die ebenso gefährlich wie beeindruckend sind und nicht nur ihren Verstand, sondern auch ihr Leben gefährden.

"Auslöschung" (im Original "Annihilation") mit Natalie Portman ist großes Science Fiction-Kino. In Deutschland kommt der Film erst gar nicht in die Multiplexe- Netflix hat die Rechte exklusiv aufgekauft. 80 (!) Netflix Original-Filme (so heißt das dann) soll es allein 2018 geben. "Auslöschung" ist nun einer davon. "Lasst uns weiterhin Inhalte hinzufügen- es funktioniert, es treibt das Wachstum an", so Netflix-"CFO" David Wells auf einer Konferenz bei Morgan Stanley.

Der "CFO", der "Chief Financial Officer" ist eigentlich der, der in Unternehmen für die Finanzen verantwortlich ist. Für Gewinne und ausreichenden Kontostand. Also der, der normalerweise für Sparen und Kosten kürzen plädiert. 700 eigene "Shows" will Netflix insgesamt Ende 2018 online haben. Eine Bremse beim Geld ausgeben ist nicht eingeplant.

Denn 2017 hat das Konzept schließlich gut funktioniert. 117 Millionen Abonnenten waren es zum Schluss, stolze 23 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Filme und Serien sind auch nicht alles- Netflix gab innerhalb eines Jahres unglaubliche 1,3 Milliarden Dollar für Werbung aus. Und noch schneller als die Film-und Serienproduktion soll dieses bereits riesige Budget 2018 steigen- um mehr als 50 Prozent auf über zwei Milliarden in nur einem Jahr. Dabei ist Marketing etwas, was Netflix auch jetzt schon ziemlich gut kann.

"Früher dachten wir, jeder weitere Dollar würde am besten für Inhalte ausgegeben", so David Wells. Die Ausgaben für Marketing steigen, weil "wir denken, Marketing ist ein Multiplikator für die Ergebnisse des Content-Budgets".

Die Konkurrenz der klassischen Fernsehsender und die anderen Streaming-Anbieter werden sich mit bangem Blick auf die Zahlen fragen, wo es denn enden wird. Bei 800 eigenen Produktionen? Oder 8000? Oder nie? Ob Netflix irgendwann auf die Bremse tritt oder wie "Area X" immer weiter expandiert. "Es gibt mehr Nicht-Abonnenten als Abonnenten von Netflix - das ist unsere Chance", so Wells. Vielleicht hätte er noch hinzufügen sollen: "Nein- es zerstört nicht. Es erschafft etwas Neues."

Eine Beruhigung oder wenigstens ein Trost ist das für Wettbewerber nicht. Den anderen Streaming-Anbietern ist Netflix mit seinen Unmengen an eigenem Programm weit voraus. Und die klassischen Sender brauchen eine Antwort auf die Frage, wofür der Zuschauer, wenn Abruf "on demand" möglich ist, ein "Programm" mit festen Anfangszeiten eigentlich noch braucht.

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