Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im April

Das ist "Aggretsuko"- besser gesagt: Es kann Aggretsuko werden. Foto: Netflix

Wir sind alle nur ein kleiner, niedlicher roter Panda-Bär. Oder wenigstens möchten wir einer sein. Das glaubt ihr nicht? Dann einfach mal im April bei Netflix nachschauen. Schon vor einiger Zeit hat man dort den Abonnenten mehr Anime aus Japan versprochen und es wird auch kontinuierlich geliefert. Im April kommt mit "Aggretsuko" eine echte Perle- sie ist niedlich, wie ein kleiner roter Panda eben so ist. Sie hat einen Bürojob wie Millionen andere auch. Ihr eigentlicher Name ist aber Retsuko- sie kann nur mit etwas Death Metal Musik und unter dem Einfluss der "tollen" Kollegen zu "Aggretsuko" werden. Das Ganze ist dann ein herrlicher Anime-Spaß.

Womit wir bei Netflix und den "Original-Serien" für den April angekommen sind. Für ewige Kinder wie mich dürfte auch die Wiederauferstehung der Familie Robinson interessant werden. "Lost in Space- Verschollen zwischen fremden Welten" heißt das nun als Netflix-Serie und die Trailer sehen schon einmal ziemlich gut aus. Die Globalilisierungsstrategie von Netflix trägt auch noch weitere Früchte wie die brasilianische Serie "3%" oder die spanische Produktion "Haus des Geldes". Beide Serien haben mit ihrer ersten Staffel sehr vielen sehr gut gefallen und zeigen nun jeweils ihre mit Spannung erwartete Staffel zwei. Eine Staffel zwei bietet auch die Doku-Serie "Dope".

Mit "Happy!" erwartet uns eine Comedy-Serie über einen Ex-Cop, der jetzt blaue Einhörner sieht und in "Die Einkreisung" wird ein New Yorker "Jack the Ripper" etwa um die gleiche Zeit wie sein Londoner Vorbild gejagt. Der mordet allerdings Jungs statt weibliche Prostituierte und die Roman-Vorlage ist von Caleb Carr.

Bei den "Netflix-Filmen" kann man endlich (oder schon?) wieder Adam Sandler erleben. Chris Rock ist sein Partner in "Die Woche" und es wird (na klar!) eine schwierige Woche sein. Denn ihre Kinder heiraten und es ist die Woche davor. Und Adam Sandler will auch ohne das notwendige Kleingeld ein perfekter Vater und Schwiegervater sein.

"Eine hingebungsvolle Schwester muss für ihren heroinabhängigen Bruder eine Entgiftungsklinik finden und sich um seine 2-jährige Tochter kümmern". So ist der Inhalt von "6 Ballons" beschrieben. Keine leichte Aufgabe, so heißt es. Sicher- der Film ist wohl aber auch keine leichte Kost.

Dass Netflix im April mit Enissa Amani eine deutsche Comedy-Premiere feiert, hatten wir hier schon beschrieben. Ein wenig zu spät fürs Osterfest kommt der "Chef's Table" zum Thema "Süße Kreationen". Die Netflix-Monate waren schon besser als dieser April. Nur ein paar Einkäufe haben wir noch.

Die Staffel fünf von "Arrow"- na ja. Darf ich sagen, dass ich die Serie albern finde? Zumindest eine treue Fan-Gemeinde hat sie jedoch. Ins Film-Angebot kommt "Die Bourne Identität". Wusstet ihr, dass die schon sechzehn Jahre alt ist? Fünf "Bourne"-Filme gibt es mittlerweile und Netflix bringt uns den ältesten und dann die komplette "Trilogie". Auch die "Watchman" sind nicht mehr ganz frisch und schon gar nicht die "Truman Show". Quentin Tarantino sorgt wohl für den Höhepunkt im Filmprogramm mit "The Hateful Eight".

Einen echten Coup hat Netflix aber doch noch gelandet: Monthy Pythons monumentale Werke kommen dort ins Streaming-Programm und bringen Netflix damit wohl endgültig auf the Bright Side of Life. Vielleicht aus Rücksicht geht "Das Leben des Brian" dort aber erst am 15. April und damit deutlich nach Ostern neu an den Start.



Auch Amazons Prime Video-Angebot ist für den April recht überschaubar. Detective "Bosch" vom LAPD hat seine vierte Staffel fertig. Mehr ist zu ihm nicht zu sagen. Das muss man sehen. Auch die Zombies von "Fear the Walking Dead" gehen in Staffel vier. Einen Gegner vom Kaliber eines Negan mit seiner Lucille haben die Überlebenden dort nicht. Als Gesamtpaket holt die Serie gegenüber dem schwächelnden Original jedoch durchaus auf.

"The Path" geht in Staffel drei. Trotz "Breaking Bad"-Jesse Aaron Paul in der Hauptrolle konnte die Serie mich bisher nicht wirklich "abholen". Und bis auf das für den April noch nachgemeldete "The Crossing" war es das mit den Serien auch schon. Na ja- es gibt immer noch jeden Montag eine neue Folge "The Terror". Was dort bisher an Spannung vom Dan Simmons-Original übrig blieb, reicht für eine klare Empfehlung aus.

Bei den Filmen ist Amazon ja eigentlich immer etwas aktueller. Im April haben sie "Jason Bourne" statt der gut abgenudelten "Trilogie". In "Colossal" trinkt Anne Hathaway (!) zu viel und bekommt dann Monster. Wer denkt sich so etwas aus?

"Baywatch" mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle als neuer David Hasselhoff ist ein "Blockbuster"- und für mich ein ernster Hinweis auf eine mögliche kreative Krise in Hollywood. In "Last Flag Flying" geht es um Vietnam-Veteranen und es soll komisch und traurig zugleich sein. Jesse Pinkman spielt nicht mit, dafür aber Walter White. Neben Bryan Cranston ist der Film mit Steve Carell und Laurence Fishburne auch sonst recht prominent besetzt. Mal sehen.

"Sieben Minuten nach Mitternacht", unter anderem mit Geraldine Chaplin, ist ein recht gelungenes Werk. Sigourney Weaver ist als zuerst böse und dann nette Großmutter zu sehen. Für ein Kindermärchen ist die Fantasy-Story vielleicht eine Spur zu gruselig. Aber das ist was für ewige Kinder wie mich. In "The Limehouse Golem" wird ein Serienmörder in London gejagt- fast genau in der Zeit des "Jack the Ripper". Nur dass es dieses Mal ein richtiges Monster ist. Alan Rickman, der leider zu früh verstorbene Severus Snape, sollte den jagenden Inspektor Kildare eigentlich spielen. Aber Bill Nighy, der Zaubereiminister Rufus Scrimgeour, ist auch keine schlechte Wahl.

"Pass Over" ist absolut brandneu und ein Film von Spike Lee. Na ja- und mit dem Titel ist eigentlich alles dazu gesagt.


Da Netflix und Amazon im April doch etwas zurückhaltender mit großen Neuheiten sind, ergeben sich ja vielleicht Chancen auf Aufmerksamkeit für die einheimische Konkurrenz. Zuerst ist da natürlich Sky zu nennen- mit aktuell bereits der neuen Staffel von "Billions" und demnächst auch noch "Westworld" ist der PayTV-Anbieter gut mit dabei.

Auch Maxdome gibt sich nach langer Zeit wieder etwas mehr Mühe. Wer ihnen jedoch eingeredet hat, dass eine zweite Staffel "jerks." Abonnenten halten wird oder gar bringe- keine Ahnung. Nun ist sie jedenfalls da. Aber sie haben auch ein paar Filme, die nicht schon überall sind- das Kletterer-Drama "147 Stunden" zum Beispiel. Oder den "American Sniper". Oder den französischen SF-Horror "Eden Log".

Wir sind eben wie wir sind als Streaming-Nutzer. Klar, wir zahlen gar nicht so viel. Trotzdem erwarte ich dann im Mai von Netflix wie Amazon für das Geld eigentlich zumindest ein wenig mehr.

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