Sky produziert "Hausen": Wir können auch Horror- das Grauen lauert im Plattenbau

Von links nach rechts: Till Kleinert (Autor), Anna Stoeva (Autorin), Carsten Schmidt (CEO Sky Deutschland), Marco Mehlitz (Lago Film), Frank Jastfelder (Leiter Fiktionale Eigenproduktion bei Sky), Marcus Ammon (Senior Vice President Film und Entertainment bei Sky). Foto: obs / Sky Deutschland

Lautlos schwingt der Kronleuchter. Niemand außer dem Zuschauer sieht es. Türen quietschen ohne Grund oder schlagen zu. Das Licht der Lampe schwächelt. Ein kalter Lufthauch ist zu spüren, obwohl das Fenster geschlossen ist. Schwer zu deutende Geräusche kommen aus anderen Räumen des Hauses, obwohl da definitiv niemand ist. "Haunted House", so heißt das Grundkonzept. Die Helden des Filmes oder der Serie bezogen gerade ein neues Heim. Oder sind bei undurchsichtigen Gastgebern zu Gast. Es gibt dort jemanden, der ist schon da. Ein Fluch. Oder ein Geist.

Das kennen wir alle, es ist nichts Neues. Es gibt unzählige Varianten davon. In "Shining" schickt uns Stanley Kubrick in ein von der Welt abgeschnittenes Hotel in den Bergen von Colorado und Jack Nicholson darf unnachahmlich durchdrehen, so wie Stephen King es beschrieb. In Steven Spielbergs "Poltergeist" kann man in rauschende Fernseher fallen. Und wir sehen so etwas immer wieder gern.

Alt sind solche Film-Häuser meistens, gern im Stil irgendwie viktorianisch und modernisierungsbedürftig. Mittlerweile ist da auch noch mehr möglich. Aber deutsche Häuser betrifft es eigentlich nie. Denn nicht nur Mystery gibt es aus deutscher Produktion so gut wie gar nicht. Auch Horror-Filme und Serien, ja nicht einmal gepflegter Grusel findet als Genre bei uns nicht statt.

"Mit 'Hausen' wagen wir uns an ein Genre, das es bisher im deutschen Fernsehen noch nie gab", so Marcus Ammon, Senior Vice President Film und Entertainment bei Sky Deutschland. "Das Konzept einer zeitgenössischen 'Haunted House'-Horrorserie von Autor Till Kleinert hat Frank Jastfelder und mich schnell überzeugt. Till hat einen unverwechselbaren Stil und gewann für seine Horror-Kurzfilme bereits mehrere Preise. Er ist ein außergewöhnliches Talent und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm und auch den Produzenten."

Ja, tatsächlich- Sky, die tun es. Sie bringen nicht nur das Berlin der 20er Jahre in opulenter Ausstattung zurück. Oder ein vermeintlich sicheres Thema wie "Das Boot"- die finalen Szenen der neuen "Eventserie" von Bavaria Fiction, Sky Deutschland und Sonar Entertainment wurden gerade in Malta in einem Wasserbecken sowie auf offenem Meer abgedreht. "Hausen" wird nun eine weitere Sky-Eigenproduktion- über ein deutsches Haus, in dem es spukt. Nein, keine toten U-Bootfahrer. Und das Haus ist nicht viktorianisch- sondern ein Wohnblock. Das ist neu.

"Die Erfahrung, in einem Plattenbau aufzuwachsen, kreiert ihre ganz eigenen Ängste und Albträume, die den Schrecken klassischer Gothic Horror Storys in Nichts nachstehen", so die Autoren Till Kleinert und Anna Stoeva. "Wir freuen uns sehr darauf, die Zuschauer als Mitbewohner in einer Welt zu begrüßen, die auf den ersten Blick nur allzu vertraut scheint - bis plötzlich der Boden unter den Füßen nachgibt und Abgründe freilegt, die unter der Oberfläche unseres vermeintlich sicheren Zusammenlebens lauern. Wir sind sehr froh, mit Sky Deutschland einen Partner gefunden zu haben, der den Mut und die Vision hat, mit uns auf diese aufregende Reise in die Finsternis zu gehen."

Sie sind selten schön, aber von dieser Seite haben wir alle die Plattenbauten bestimmt noch nicht gesehen. Auch wenn es noch etwas dauern wird (gedreht wird ab Anfang des nächsten Jahres) bin ich gespannt auf das Ergebnis. Denn plötzlich sind auch bei uns Serien möglich, die wir so "noch nicht gesehen" haben. Jetzt sogar Horror. Wir wissen auch nicht, warum- aber über Jahrzehnte ging das in Deutschland nur so:

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