Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im März

"The Terror". Foto: Amazon

Da hatten wir doch eigentlich einen sehr starken Monat März bei Amazons Prime Video erwartet. Schließlich war doch eine Staffel zwei von "Sneaky Pete" seit langem vorangekündigt. Dann noch "The Terror" (Dan Simmons!) und "The Looming Tower" über die Bedrohung der USA durch Osama Bin Laden und Al-Qaida. Aber das war es im Serien-Bereich bei Amazon dann auch im wesentlichen schon. Die dritte Staffel "The Flash" kommt noch dazu. Und "The Vampire Diarys" erreichen ihre achte und letzte Staffel. Das war's.

Bei den Filmen, die "Prime Video" werden, ist ebenso nichts wirklich Großes dabei. "Monsieur Claude und seine Töchter" ist da schon das bekannteste Werk. Die multikulturelle Heirats-Komödie ist aber auch schon wieder vier Jahre alt. Nicht so bekannt, ungefähr das gleiche Thema, auch aus Frankreich, aber frischer ist: "Ein Dorf sieht schwarz".

"The Only Living Boy in New York" ist mit Kate Beckinsale, Pierce Brosnan und Jeff Bridges gut besetzt. Das war's.

Es gibt "Pets" für die Freunde der Animation und schwere deutsche Kost mit "Das Tagebuch Der Anne Frank". In "Black Butterfly- Der Mörder in mir" gewährt Antonio Banderas dem Jonathan Rhys-Meyers Zuflucht vor dem schlechten Wetter im eigenen Haus. Wir ahnen es schon: Er hätte das nicht tun sollen. "The Bye Bye Man" ist ein vor allem durchschnittlicher Horror-Film. In "The Wall" (ein "Amazon Movie") geht es wieder mal um Scharfschützen im Irak.

Da sicher so gut wie alle "Monsieur Claude" schon gesehen haben, gibt es eigentlich nur zwei echte Empfehlungen: "Unter dem Sand- Das Versprechen der Freiheit" ist ein dänischer Film (!) über junge deutsche Soldaten, die als Kriegsgefangene für die Verbrechen anderer büßen müssen. Und "Die Taschendiebin" ist eine große Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen aus Südkorea. Eine wohlhabende Erbin, die sich in ihr Dienstmädchen verliebt- in den 30er Jahren. Wir ahnen es: Auch eher schwere Kost. Gibt's nichts lustigeres? Na ja- Monsieur Claude. Aber das war's.

Vielleicht schaue ich bei Amazon gerade einmal "The Terror", davon gibt es für den Monat nur eine Folge am 27. März. Sorry, Amazon: Das reicht als Grund für ein Abonnement eigentlich nicht aus.

Netflix muss den Monat retten. Und tut das auch. Mit den Serien geht es los, Schlag auf Schlag: Die zweite Staffel von Marvel's Jessica Jones ist da. Das hat ziemlich lange gedauert. Auch die nicht unumstrittene "Santa Clarita Diet" kommt neu zur Anwendung. "Love" geht in Staffel drei. Der "Designated Survivor" bekommt wöchentlich neue Folgen.

Bei der Untersuchung des Mordes an einem Pizzalieferanten stößt ein Londoner Detective auf ein verworrenes Verschwörungsnetz aus Drogendealern, Schmugglern und Spionen. Das heißt dann "Collateral" und ist bewährte britische Qualität. In "Requiem" sucht eine junge Cellistin nach Antworten in ihrer Vergangenheit und deckt ein finsteres Geheimnis auf. Das ist ebenfalls britisch und "supernatural" ist es auch.

Nicht nur Apple hat Dr. Dre, sondern Netflix jetzt auch. "The Defiant Ones" heißt das dann und ist eine "Miniserie". "Mädchen hinter Gittern" gibt es als Doku-Serie. Und das alles war erst einmal nur die Abteilung Serie/Netflix Original. "Suits", Staffel acht, Staffel vier von "The Blacklist" und die drei von "Gotham"- das sind die Serien-Einkäufe. Ziemlich stark.

Und es geht immer noch weiter, denn das Beste im März bei Netflix ist möglicherweise ein Film: "Auslöschung" (im Original "Annihilation") mit Natalie Portman ist eigentlich großes Science Fiction-Kino. In den USA ist der Film im Moment auch genau da und schlägt sich gar nicht so schlecht im Schatten des großen "Back Panther". Bei uns ist der Film nicht im Kino, aber als "Netflix Original" ganze 17 Tage (!) nach Kinostart auf dem Portal für die Netflix-Abonnenten. Ziemlich stark.

In "The Outsider", einem weiteren Netflix-Film, wird Jared Leto als US-Soldat in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs zum japanischen Yakuza. Und "Game over, Man" soll lustig sein. Immerhin soll Seth Rogen mitproduziert haben. Netflix hat als "deutsches "Highlight" auch "Vollidiot" mit Oliver Pocher. Na ja- und "Das Wunder von Bern".

Wem das immer noch nicht reicht, für den sind da auch noch Superhelden: Die ersten zwei "Avenger"-Filme und der Beginn für die "Guardians of the Galaxy". Auch "Thor" schlägt zu, in "The Dark Kingdom". Das war's.

Auch Maxdome können wir im März endlich mal wieder lobend erwähnen: Die neue "Akte X" gibt es da und die zweite Staffel von "jerks"- wer es mag. (Ich nicht.) Und selbst Sky leuchtet in diesem Monat heller denn je- "Gomorrha" ist dort zurück. Unterm Strich heißt das: Nur Amazon schwächelt. Man muss auch was sehen können- große Pläne allein reichen eben nicht aus.

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