Mit Fernsehern reden: Die CES 2018 geht in Las Vegas an den Start

Foto: Samsung

Was wird wohl auf der bevorstehenden CES in Las Vegas das wichtigste Thema bei all den tollen neuen Fernsehern sein? Grandiose neue Bildschirme, riesiger und bunter denn je? HDR oder 8K Auflösung? QLED oder OLED? Oder gar das Design?

Klar- alle diese Themen sind wichtig. Pünktlich zur CES unterstützt Amazon zum Beispiel Samsung beim "Krieg der Kontraste" und macht einen großen Teil der Amazon Prime Video HDR-Bibliothek in HDR10+ verfügbar. Kai Hillebrandt, Vice President Consumer Electronics Samsung Electronics GmbH, freut das natürlich: "Mit den ersten HDR10+-Inhalten auf den aktuellen Samsung Smart TVs können Verbraucher ihre Lieblingsinhalte intensiv erleben und dabei Szene für Szene ein auf Kontrast und Helligkeit abgestimmtes Bild erleben."

Samsung und Amazon können also eigentlich gut miteinander. Aber beim wohl wirklich wichtigsten Thema bevorzugt man dann doch getrennte Wege: Den boomenden Sprach-Assistenten, die sich zur "künstlichen Intelligenz" weiterentwickeln und uns irgendwann am liebsten die Steuerung unseres gesamten Haushalts abnehmen wollen. Und natürlich auch die Steuerung unseres smarten TV.

Wenn es darum geht, das Steuer weiterhin in der Hand zu behalten, da setzt dann auch Samsung lieber auf das eigene "Bixby" als auf Amazons Alexa. Konkurrent LG verspricht uns mit "ThinQ" eigene "künstliche Intelligenz". Alle arbeiten mit Hochdruck an irgendwas, zumindest mit irgendwem. Natürlich kann man auch mit Amazons Alexa Samsung-Fernseher (sprach-) steuern. Oder mit dem Google Assistant. Apples Siri. Oder wem auch immer. Alle wollen mit uns reden und unseren Fernseher steuern.

Auch schon vor den Sprachassistenten war die Kontrolle über unsere smarten TV hart umkämpft. Um die Sprachsteuerung für unsere Fernseher von morgen, also um ein auf den ersten Blick eher zweitrangiges Gimmick, ist aber nun ein erstaunlich heftiger Konkurrenzkampf ausgebrochen. Da ergibt sich die interessante Frage: Wieso?

Was soll das nun wieder, werden die Technik-Fans fragen. Wir haben doch alles unter Kontrolle und die Sprachsteuerung unseres Fernsehers ist doch nur die modernere Form der unschuldigen bunten Tasten auf unserer Fernbedienung. Nein- ist sie nicht. Denn wenn ich auf einer Fernbedienung die Netflix-Taste drücke, dann sendet diese ein Signal an den Fernseher, der schaltet auf Internet und Netflix um und gut ist.

Natürlich fließen auch da schon Daten. Wirklich smarte TV's und Datenschutz sind ein Widerspruch schon von Anfang an. Durch die Sprachsteuerung wird aber eine neue Qualität erreicht. Wenn ich dem Fernseher "schalt Netflix ein" auf diesem Weg befehle, dann geschieht mehr. Soll der Fernseher mein Sprach-Kommando zuverlässig erkennen und darauf auch noch halbwegs intelligent reagieren, dann verlangt das mehr Rechen-Leistung, als der angeblich smarte TV leisten kann. Das Kommando wandert durchs Netz in die "Cloud", wird interpretiert und von dort kommt dann auch der eigentliche Befehl für die Ausführung zurück an den Fernseher. Ein neuer und unsichtbarer "Dritter" ist nun mit dabei.

Dieser "Dritte" wollen nun alle gern werden- die Silicon Valley-Größen genauso wie die E-Commerce-Riesen oder die Hersteller von Fernsehgeräten in Asien. Fernseher können bald nicht mehr nur Sender, Netflix und Amazon "empfangen". Sie werden immer "smarter" und sind in eigentlich jedem Haushalt täglich im Gebrauch. Dadurch werden sie auch zu einem aussichtsreichen Kandidaten für den Job als "User Interface", als Steuerungszentrale für das kommende "Smart Home", deren Kontrolle wiederum eine neue digitale Welt der Geschäftsmöglichkeiten verspricht.

Das wird ein sehr spannendes Rennen. Und dieses Rennen -und nicht irgendwelche neuen Hardware-Gadgets- wird wohl das wichtigste Thema der CES 2018 sein.

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