"Gronkh" ist jetzt ein "Sender"- Neues vom rasenden Stillstand in GroKo-"Rundfunk"-Land


Endlich wissen wir es amtlich. Was zur Hölle ist eigentlich "Gronkh"? Das wollte "Netz TV" schon vor fast fünf Jahren (!) wissen. Und nun gibt es tatsächlich eine amtliche Antwort. Das ist relativ schnell, denn die Antwort ist wie gesagt amtlich und wir leben alle im "GroKo"-Land. Also da, wo dicke Frauen und Männer regieren, die eine komplette Nacht über ein Stück Papier "sondieren", wo dann drinsteht, unter welchen Bedingungen sie demnächst darüber sondieren, ob sie weiter sondieren sollen. Oder so.

Natürlich hat das alles nichts mit "Rundfunkpolitik" zu tun. Denn Rundfunkpolitik ist "Länder"-Sache. Wobei mit "Länder" eben nicht "das Land", sondern eher Provinzen gemeint sind. In den Provinzen regieren auch immer öfter "GroKos", manchmal auch mit etwas dünneren Frauen und Männern, aber so ist das nun mal. Es war in der Geschichte fast immer etwas nahrhafter, in der Hauptstadt zu sein.

Aber weil Rundfunkpolitik nun einmal Ländersache ist, bedeutet das im Zeitalter der "GroKos": Wer da etwas ändern will, muss sondieren, wie darüber sondiert werden soll, was die jeweilige Provinz zukünftig will. Sollte das wider alle Erwartungen zu irgendeinem konkreten Ergebnis führen, dann entsteht ein Stück Papier. In dem steht dann drin, wie man mit 16 verschiedenen Bundesländern in Sondierungen über Sondierungen einsteigen kann. Also zumindest dann, wenn vorher in allen Bundesländern die erste Sondierung erfolgreich war.

Unter diesen Bedingungen ist es natürlich ein wenig schwer, etwas zu ändern. Zum Beispiel die verrückte Tatsache, dass man in Deutschland für die Füllung des Internets mit bewegten Bildern unter Umständen eine "Rundfunklizenz" braucht. Naive YouTuber haben einige Zeit geglaubt, so etwas wäre möglich- nur deshalb, weil es eigentlich nach Meinung so ziemlich aller völlig bescheuert ist und weil sogar irgendein wichtiger und komischerweise dünner Politiker dies so sagt.

Gronkh dagegen, von Anfang an klüger, hat noch ein wenig hinhaltend-subversiv Widerstand gewagt. Genauer gesagt: Erik Range hat es gewagt. Und dann wohl kopfschüttelnd seinen "Rundfunklizenzantrag" gestellt. Denn "die von Erik Range veranstalteten bundesweiten Fernseh-Spartenprogramme GronkhTV und Gronkh sollen eine Zulassung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) erhalten", so erfahren wir es von der KEK, der "Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich". Tja- und ohne Antrag wäre das in Deutschland bestimmt nicht passiert.

Erik Range dürfte mit "Gronkh" genug einnehmen, um sich auch den einen oder anderen offensichtlichen Unfug leisten zu können. Die Programme, so die KEK weiter, sollen über die Website gronkh.tv und über die Plattform von Twitch.tv "ausgestrahlt" werden. Hoffentlich ist das nicht radioaktiv. Und die KEK weiß noch mehr: "Erik Range zählt mit seinem YouTube-Kanal Gronkh zu den erfolgreichsten YouTubern in Deutschland." Ob er das mit oder ohne Lizenz ist, das verrät sie uns nicht.

Die ARD ist wohl glücklicher damit als "Gronkh", ein "Rundfunk" zu sein- denn sie bekommt dafür einen "Beitrag". Also Geld, von uns allen. Aber egal, wie viel es auch ist- es reicht niemals aus. Sie hat einen neuen Vorsitzenden, also eine Art Kanzler, der sich jetzt um die Sondierungen kümmert. Ulrich Wilhelm heißt er, ist Intendant beim Bayerischen Rundfunk, und er warnt schon einmal vor der ultimativen Katastrophe: Wenn es ab 2021 "nicht zumindest einen Teuerungsausgleich", also mehr Rundfunkbeitrag gebe, werde man "tief ins Programm einschneiden" müssen.

Dass der höhere Rundfunkbeitrag praktisch bereits jetzt schon ausgegeben wird und dass manch "tiefe Einschnitte ins Programm" eigentlich seit Jahrzehnten überfällig sind, das verrät er uns nicht. Auch davon, dass der massive Ausbau des "Rundfunks" im Internet wohl viel Geld brauchen wird, davon hören wir nichts. Dafür lesen und hören wir plötzlich viele kritische Berichte von großen Zeitungen zum Rundfunkbeitrag. Damit, dass diese plötzlich im Internet durch Rundfunkbeitrag finanzierter Konkurrenz gegenüberstehen, hat das natürlich absolut nichts zu tun.

Es ist auch völliger Zufall, dass Ulrich Wilhelm gerade jetzt einen genialen Einfall hat: Man könne doch, so der neue ARD-Vorsitzende, zusammen mit den Verlagen eine "gemeinsame Plattform für Qualitätsanbieter" betreiben und so künftig Google, Facebook und Co. mal so richtig zeigen, wo der Qualitätshammer hängt. Auch dies hat definitiv nichts mit Panik zu tun. Schon gar nichts mit der Panik davor, dass die nächste Rundfunkbeitragserhöhung nicht mehr wie alles wirklich Wichtige in "GroKo-Rundfunk-Land" in die rote Akte mit der Aufschrift "durchwinken" kommt. Vielleicht gar unter all dem entbehrlichen Krimskrams wie Renten, Krankenversicherungen oder diversen Wohnungsnöten in "Sondierungen" geht.

Zum Glück sind wir jetzt ein gutes Stück weiter. In Berlin wissen sie jetzt, wie sie demnächst bei den kommenden Sondierungen richtig Nägel mit Köpfen für die Sondierungen danach machen können. Alles wird gut. Ihr wisst schon: Die "Digitalisierung ist wichtig", "dicke Brocken" liegen vor uns und wir können gemeinsam "auf gute Gespräche" bauen. "Gronkh" ist jetzt endlich ein "Rundfunksender". Die Welt ist schön.

Update 17.01.: Ein dicker Mann ist jetzt Fernsehsender- hier die offizielle Version der Geschichte vom Meister selbst:

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