Apple, Netflix und das Zombie-Gerücht: Willkommen im Jahr der "Content Wars"

Apple TV Foto: Apple

Irgendwie gilt dies auch für das gerade begonnene Jahr: Die Zombies sind einfach überall. Es gibt nicht mehr nur ungelenk vor sich hin stapfende MakeUp-Perlen, die dann Publikumslieblinge beißen- nein, mittlerweile gibt es auch das Zombie-, also das ewig untote Gerücht. Apple soll Netflix kaufen, so hört man es gerade wieder, immerhin zwei Jahre nachdem das Gerücht eigentlich schon einmal tot war und dieses Mal, na klar, ist Donald Trump daran schuld.

Der "Business Insider" hatte die Leiche als erster wieder ins Tageslicht gezerrt, indem er zwei Citi-Analysten ausgrub, die über Apple, Donald Trump, dessen Steuerreform und den Geldspeicher nachgedacht hatten. Ja, nicht nur Disney hat einen solchen, dank Onkel Dagobert, sondern auch Apple. Der von Apple steht aber bisher aus (Steuer-?) Gründen im Ausland.

Stolze 250 Milliarden Dollar, sicher zu großen Teilen aus dem ehemaligen Besitz von jetzt mehr oder weniger glücklichen Iphone-Besitzern außerhalb von America first sollen da drin sein und dank Donald (nicht dem von Disney) könnte Apple die ja nun zurück ins Heimatland hinter die noch ungebaute sichere Mauer bringen, denn nun kostet das schließlich viel weniger Steuern als bei Obama. Und dann habe Apple schlicht ein Problem mit zuviel nutzlos in den USA herumliegendem Geld.

Warum Apple mit dem Geld keine eigenen Aktien kaufen sollte, um so die eigenen Aktionäre (wiederum steuergünstig) reicher und damit bestimmt glücklicher zu machen, das analysieren die Analysten nicht. Dafür haben sie eine tolle Powerpoint-Grafik mit blauen Bällen, die eindrucksvoll nachweist: Mit 40 Prozent Wahrscheinlichkeit wird Apple mit dem vielen Geld Netflix kaufen, aber mit nur 20 bis 30 Prozent Wahrscheinlichkeit Disney. Obwohl Disney ja jetzt viel mehr Superhelden als früher und sogar -dank Dagobert- statt Netflix-Schulden auch noch einen Geldspeicher hat.

Natürlich hätte Apple nach einer höchstwahscheinlich extrem überteuerten Netflix-Übernahme statt schüchterner erster Annäherungsversuche an das Thema schlagartig ein tolles eigenes Angebot für das Streaming-TV. Aber für wen? Die feine, aber zu kleine iTunes-Welt? Die zahlreichen Netflix-Apps in aller Welt, die unter Android laufen? Die SmartTV's oder gar Smartphones des Konkurrenten Samsung? Eine schwierige Frage in Zeiten der "Content Wars".

Aber selbst dann, wenn es überhaupt keinen Sinn macht- unmöglich ist derzeit nichts. Es geht um Imperien, es geht um alles oder nichts. Längst muss da nicht mehr jedes Geschäft wirklich vernünftig sein. Oder wie es andere Analysten ganz ohne blaue Bälle formulieren: "Wenn man sich heute diese Landschaft anschaut, ist da eine -wie ich es nennen möchte- neue und immense Schlacht, die in der Unterhaltungsindustrie stattfindet, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben", so der Marketing Professor Gene von der USC Marshall School of Business Del Vecchio zu "Investor's Business Daily". "Es wird brutal, es wird schmutzig und nicht jeder wird überleben."

Bestimmt auch die Zombies nicht:

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