Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Februar

Foto: Netflix

Was guckst du ? Nein, keine Angst, bisher hat Amazon nur "Pastewka" erfolgreich wiederbelebt. Kaya Yanar's legendäre türkische Fahrschule Kelal Yildirim bleibt zumindest vorerst noch zu. Aber die Frage ist aktueller denn je- zumindest bei jedem neuen Streaming-Monatsprogramm. Selbst "Sharknado 5" hat Netflix im Februar dabei. Wir können als ersten Trend festhalten: Es wird vielfältiger- vielfältiger denn je. Womit wir schon beim äußerst erwähnenswerten Filmprogramm des Monats für Netflix sind.

Original hin oder her- mit "The First Avenger: Civil War" müssen wir anfangen. Der Autor mag Marvel, Superhelden und den Flughafen Leipzig, auf dem eine Schlüsselszene des Filmes spielt. Spiderman (yeahh!) sitzt auf dem Pfeiler, unter dem unser Süditalien-Urlaub beginnt. Aber auch die "Originale" sind aus speziell deutscher Sicht interessant: "Mute" zeigt uns Berlin als dystopische Mega-Metropole im Jahr 2052. Da fliegt ziemlich viel. Den eigentlich fälligen, aber abgedroschenen Flughafen-Witz unterlassen wir mal jetzt.

Aber Vielfalt, das bleibt ein Thema. Im Netflix-Film "The Ritual" unternehmen vier langjährige Freunde eine Wanderung durch die schwedische Wildnis, von der sie möglicherweise nie wieder zurückkehren. In "When We First Met" gibt es Zeitreisen in San Francisco. Noah kann sein schiefgegangenes "First Date" mit der Frau seiner Träume immer wieder neu starten- ob es irgendwann gelingt? "Irreplaceable You" ist lustig, romantisch und traurig zugleich- und mit "Forgotten" gibt's einen Thriller aus Südkorea- mehr Vielfalt geht wohl nicht. Oder doch: "Fullmetal Alchemist" ist ein Anime-Hit auch auf Netflix. "Ghost in the Shell" hat zwar im Vorjahr nicht allen gefallen- Netflix hat uns nun einen furiosen "Fullmetal Alchemist" mit echten Schauspielern aus Japan mitgebracht.

Von Bram Stoker's Dracula bis hin zum "Spy Game" mit Brad Pitt und Robert Redford oder den schweigenden Lämmern finden wir noch einige Qualitäts-Filme mehr- womit wir endlich bei den Serien sind.

"Altered Carbon" ist natürlich nicht nur der Favorit von Ted Sarandos, sondern auch meiner. In Deutschland bekommt die Serie als Titel-Ergänzung "Das Unsterblichkeitsprogramm". Sie basiert auf dem gleichnamigen Werk von Richard K. Morgan aus dem Jahr 2002. "Cyberpunk" nennt man solche Zukunftswelten a'la "Blade Runner", die sich durch die Kombination von weit fortgeschrittener Technik und eher schwierigen Lebensumständen auszeichnen. "Altered Carbon" spielt über 300 Jahre in der Zukunft, technische Innovationen haben die Gesellschaft inzwischen revolutioniert. Das Bewusstsein der Menschen kann digitalisiert werden, menschliche Körper sind untereinander transferierbar und der Tod ist kein Dauerzustand mehr. Klingt nach so noch nicht gesehenen Bildern und genau das bietet die Serie auch.

"Marseille" mit Gérard Depardieu geht weiter. "Riverdale" auch. "Everything Sucks" fängt an. Die "StarTrek: Discovery" fliegt noch ein paar Folgen. Mit "Damnation", "Queer Eye", "Seven Seconds" oder "Coach Snoop" feiern weitere Serien Premiere. David Letterman interviewt George Clooney. Mehr Vielfalt geht wohl nicht. Oder doch: "Dynasty", oder wie es bei uns heißt "Der Denver-Clan" kehrt dank Netflix aus der Gruft der 80er Jahre zurück. Öl-Baron Blake Carrington heiratet Krystle und seine Tochter Fallon heiratet Jeff Colby, um das Familienunternehmen zu retten. Toll. Aber musste das sein?

Es gibt eine Menge interessanter Dokumentationen, Kinderprogramm, die Staffel zehn von "The Big Bang Theory". Mehr Vielfalt geht definitiv nicht. Toll. Und "Männerherzen" mit Til Schweiger. Aber musste das sein?



Ganz so viel Neues gibt es bei Amazon nicht. Aber Vielfalt bietet Prime auch. Nach "Pastewka" im Januar gibt es im Februar nun die "Bullyparade" als Film. Und neben dem Münchener auch ein paar internationale Blockbuster. "Boston" ist dabei, noch relativ frisch aus dem Kino und mit Kevin Bacon, John Goodman, Mark Wahlberg. Hollywood arbeitet da grandios den Bombenanschlag auf den Bostoner Stadtmarathon auf.

Auch wenn "Ghost in the Shell" mit Scarlett Johansson als "Major" nicht allen gefallen hat: Es ist ein Blockbuster frisch aus dem Kino mit so noch nicht gesehenen Bildern. "Wenn Du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" ist zumindest frisch aus dem Kino. "Hell or High Water" (Was? Man dreht noch Western und wird damit vierfach Oscar-nominiert?) mit Jeff Bridges, Chris Pine und Ben Foster auch.

"Swiss Army Man" präsentiert uns Harry Pott.., ähh, Daniel Radcliffe, als lebende Leiche. Er furzt ziemlich laut hat Flatulenzen. Der Film ließ Kritiker wie Zuschauer weitgehend ratlos zurück. Jetzt tobt der Streit, ob Lord Voldemort auch Gehirne stiehlt oder ob es ein epochales Meisterwerk ist. Der Autor weiß es ebenfalls nicht.

Die "Power Rangers" sind, na ja, eben die "Power Rangers" und dann hat Amazon noch kleine Denzel Washington-Festspiele. Konkret gibt es ihn in "Fences" mit Viola Davis und nicht ganz so frisch, aber genauso gut als "The Equalizer". Dwayne Johnson geht in "Central Intelligence" zum Klassentreffen. Das klingt sehr nach Vielfalt. Aber wir ahnen, dass das nicht alles ist.

Mit "Absentia" sind wir bei den Amazon-Serien und einem neuen "Original". "Bei der Jagd nach einem der berüchtigtsten Serienkiller in Boston verschwindet Agent Emily Byrne (Stana Katic) spurlos und wird für tot erklärt. Sechs Jahre später wird sie in einer Hütte im Wald gefunden – kaum noch am Leben und ohne Erinnerung an die Jahre, in denen sie vermisst wurde. Wieder zu Hause erfährt sie, dass ihr Mann erneut geheiratet hat und ihr Sohn von einer anderen Frau aufgezogen wird. Doch das ist nicht alles: Bald ist sie selbst in eine neue Mordserie verwickelt..." Klingt irgendwie nicht nach Vielfalt. Aber das gucken wir uns noch an.

"The Bold Type - Der Weg nach oben" ist ein Comedy-Hit aus den USA und "ist inspiriert vom Leben der ehemaligen Chefredakteurin der Frauenzeitschrift Cosmopolitan". Bei uns ist die Serie "Prime Exclusive". "The Tick" geht in die zweite Halbzeit der ersten Staffel. "Mozart in the Jungle" läuft immer noch - nun in Staffel vier. Gut, dass das Programm so vielfältig ist: Für mich gedacht sind eher "UnREAL" und für die schwierigen Momente des Lebens "Ash vs. Evil Dead", beide mit einer neuen Staffel drei.

Bei "Maxdome" habe ich für den Februar schlicht gar nichts Empfehlenswertes gefunden. Dafür aber bei Sky: "Der Mord an Gianni Versace: American Crime Story" läuft dort seit zwei Tagen und sowohl Netflix als auch Amazon hätten das sicher gern selber gebracht. Und ab Anfang März gibt es bei Sky wieder "Gomorrha- die Serie".

Okay, das ist genau genommen beides nicht "Februar". Aber ein toller Beitrag zur Vielfalt. Und genau darauf kommt es doch an.

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