"Bright" startet heute auf Netflix- vielen Kritikern gefällt das nicht.

Will Smith und Joel Edgerton in Aktion. Foto: Netflix / Matt Kennedy

"In einer alternativen Gegenwart, in der Menschen, Orks, Elfen und Feen seit jeher zusammen die Welt bevölkern, arbeiten zwei Cops mit sehr unterschiedlichem Hintergrund zusammen: Der eine ist ein Mensch namens Ward (Will Smith), der andere ein Ork namens Jakoby (Joel Edgerton)..."

Ja, klar. Die Handlung von "Bright" ist Quatsch. Na und? In anderen Filmen fliegen sprechende Bäume und schießwütige Waschbären durch den Weltraum und wir haben eine Menge Spaß dabei. "Bright" startet heute bei Netflix und die meisten Kritiker hassen den Film. Sogar vom "schlechtesten Film 2017" ist die Rede. Da muss mehr dahinter stecken. Denn auch das ist absoluter Quatsch.

Netflix hat ziemlich viel Geld in "Bright" investiert, und das sieht man auch. Zumindest ist der Film im wahrsten Doppelsinne des Wortes effekt-voll. Es gibt einen breiten Hip Hop-Soundtrack und sogar Noomi Rapace ist dabei. Als Elfe hat man sie zwar noch nie gesehen. Dafür sind Elfen an sich natürlich ein Trend unserer Zeit. Dazu nehme man ein schwer kompatibles Polizisten-Duo mit lockeren Sprüchen a'la "Leathal Weapon" und einen "Zauberstab". Damit das dann kein Kindermärchen wird, streue man über das Ganze eine Prise "John Wick". Und das war es dann schon.

"Bright" ist über mehr als zwei Stunden unterhaltsam- und mehr sollte der Film vielleicht auch gar nicht darstellen. Ein Manko aus Sicht der "Kritiker" könnte es sein, dass er es auf dem Level der Kino-"Blockbuster" tut und trotzdem nicht in deren Säle kommt. "Bright" leitet allzu sichtbar die bevorstehende Disruption des Filmgeschäfts und damit der bisherigen Arbeitsgrundlagen der Filmkritiker ein.

Also mag man den Film eben nicht. Wie zum Beispiel im "Spiegel", wo man sich bis zu dem typischen Kritiker-Irrtum hineinsteigert, dass die Amazon Studios mit Arbeiten wie "Manchester by the Sea" (am Zuschauer vorbei und für die Kritiker-Galerie) gar die bessere Filmproduktion hätten. Ja klar, dafür gibt's "Oscars". Für "Bright" nicht. Aber darauf kommt es (auch wieder zum Unmut der Kritiker) im Streaming-Zeitalter schlicht und ergreifend nicht an.

Gucken die Leute das oder nicht? Abonnieren sie? Nur das zählt und die Netflix-Entscheider sind sich bei "Bright" da relativ sicher. Jedenfalls rühren sie ordentlich die Werbetrommel für den Film und angeblich ist längst das "Sequel" bestellt. Und das ist vielleicht für viele in Hollywood (nicht nur Kritiker) das Gruseligste daran: 80 (!) neue Netflix-Filme sollen es 2018 sein und davon auch deutlich mehr mit "Blockbuster"-Budget.

Schaut euch "Bright" einfach selber an. Ja, der Film ist nicht perfekt. Aber wir haben auch von Will Smith aus dem traditionellen Hollywood zum Beispiel bei "After Earth" schon weit Schlechteres gesehen. Und ja, diese Welt der eigenartigen Elfen und Orks im altbekannten L.A. Cop-Setting hat Potential. Zum Sequel. Vielleicht auch zur Serie. Vielleicht ist das erste Streaming-Filmuniversum da.

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