Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Januar

"The Polka King" Foto: Netflix

Es ist nicht nur ein weiterer Netflix-Spielfilm. Es gibt ihn wirklich. Und er selbst findet den Film "überwältigend"- obwohl er logischerweise nicht allzu gut dabei wegkommen kann. Jan Lewandowski (nein, nicht der Jan Lewandowski) war "der Polka King". Der mittellose polnische Einwanderer brachte es einst in den USA bis zu einem millionenschweren "Polka-Imperium", einem zehn Jahres-Vertrag für Donald Trumps in jeder Form legendärem "Taj Mahal"-Casino in Atlantic City und er pflegte Freundschaften mit Lech Walesa und Papst Johannes Paul II.

Noch immer hat Jan Lewan, wie er sich etwas Aussprache-freundlicher für US-Zungen nennt, treue Zuhörer und Fans - obwohl er vielen von ihnen einst durch den Betrieb eines Schneeball-Systems für "Investitionen" ziemlich viel Geld abgenommen hatte. Nach einer mehrjährigen Auftrittspause wegen eines Gefängnis-Aufenthalts ist er jetzt wieder voll da- und "The Polka King" mit der großartigen Darstellung seiner schillernden Persönlichkeit durch Jack Black ist sicher eine Netflix-Perle im Januar-Programm.

Ein neues Streaming-Jahr beginnt und wir dürfen uns auf neue Programm-Farben freuen. Denn 2018 ist nicht nur irgendein Jahr. Zumindest für Deutschland sehen die Analysten von Goldmedia einen "Tipping Point" voraus, an dem wir alle von der Ära des Fernsehens zur Ära der "Non-Linearität" wechseln. Und zwar dann, wenn nun auch die ältere Generation in Massen zum Video on Demand-Streaming wechselt. Wir werden mit Spannung zusehen. Und Netflix ist mit dem "Polka King" natürlich schon wieder längst zielgruppengenau unterwegs.

Elf Millionen US-Abonnenten folgten laut Nielsen allein in den ersten drei Tagen den Empfehlungen der Kritiker nicht und schauten sich "Bright" auf Netflix an. Das sind wohl weniger als bei "Stranger Things"- aber deutlich mehr Zuschauer, als für die neue Staffel der Mega-Serie "The Crown" gemessen wurden. Wahrscheinlich nicht deshalb sichert Netflix den Erfolg mit einer Art komplettem "Will Smith Festival" im Januar ab.

Da ist dann ja auch manch guter Film dabei, die "Men in Black" natürlich (alle drei Filme) oder das noch relativ neue American Football-Drama "Concussion- Erschütternde Wahrheit". Dazu altbekannte Werke wie die "Bad Boys", "I am Legend", "Hancock" oder der Date-Doktor Hitch. "Sieben Leben" kann man sich ebenfalls anschauen und dann über "Wild Wild West" "After Earth" gehen- oder auch nicht.

Denn mit Doug Kenney, "National Lampoon" und "A Futile and stupid Gesture" hat Netflix noch einen weitere Geschichte, wie sie das wahre Leben nur in extremen Ausnahmefällen schreibt. Und es geht um eine ähnlich schillernde Persönlichkeit wie "The Polka King". Dazu gibt es noch etwas Grusel in "The Open House".

Aber nun endlich zu den Serien. Zuerst natürlich: Ab 8. Januar fliegt die StarTrek: Discovery endlich weiter. Die Staffel eins hat schließlich noch nicht alle Welten durchquert. "Dirk Gentlys holistische Detektei" ermittelt wieder, sehr vielen gefällt das und trotzdem hat BBC America die Produktion nach Staffel zwei eingestellt. Ted Sarandos, bitte übernehmen sie- ganz.

Die Zeit vergeht, schon wieder ein neues Jahr und "Grace and Frankie" sind nun schon in Staffel vier. "Lovesick" ist bei drei, "Riverdale", "Van Helsing", "Disjointed" und "One Day at a Time" gehen in die zweite Runde. "Retribution" ist eine Serien-Premiere, von der ich nur weiß, dass irgendwie "Max Payne" ein Vorbild war. Und neben Will Smith hat Netflix auch noch einen weiteren neuen Superhelden in Serie: "Black Lightning" von DC Comics.

Das ist noch lange nicht alles- aber bei dem Riesen-Programm kann keine Vorschau mehr vollständig sein. Ein paar Empfehlungen haben wir noch: "Ich bin dann mal weg" sagte einst Hape Kerkeling und ging auf den Jakobsweg. Das Buch wurde fast zum Kult und auch der Film ist interessant, schon weil Devid Striesow Hape Kerkeling spielt (!). "The Artist" ist etwas für echte Filmfreaks- eine Hommage an das alte Hollywood aus Frankreich (!). Und da es um die Stummfilm-Ära geht, gibt es darin auch so gut wie keinen Text.

Und auch diese Empfehlung muss einfach sein- denn Autofahren wird schließlich immer populärer. Mit (bisher fast nur) frisch von YouTube abgekupfertem "Carpool Karaoke" will Apple schließlich auch im Streaming-Zeitalter ganz groß rauskommen. Dabei haben viele schon vergessen, dass auch James Cordens geniale "Karaoke"-Idee auf YouTube wie (fast) alles Geniale auch schon einmal irgendwo irgendwie da war. Nur wurde weniger gesungen, Jerry Seinfeld saß am Steuer und versprach: "Comedians in Cars Getting Coffee". Und die "Collections" davon werden im Januar bei Netflix "verfügbar".

Und zu einem weiteren Film genügen drei Worte zum Schluss: "Stolz und Vorurteil".



Und wie rutscht Amazon Prime ins neue Jahr? Zumindest im Bereich "eigene Serien" auch gar nicht so schlecht. Sogar etwas Deutsches ist dabei- "Pastewka" beginnt sein Sat.1-Exil bei Amazon mit "Staffel acht". "The Marvelous Mrs. Maisel" lernt bis zum 26. Januar endlich deutsch. Na ja- so what.

Aber das will ich sehen: "Philip K. Dick’s Electric Dreams". Und natürlich "Mr. Robot"- vielleicht findet er nach der etwas zähen Staffel zwei ja in der dritten zur alten Bestform zurück.

Direkt aus Großbritannien hat Amazon "McMafia" unmittelbar nach der dortigen Erstausstrahlung exklusiv für uns im Programm. Die Koproduktion von BBC, AMCN sowie Cuba Pictures erzählt die Geschichte von Alex Godman, einem in England aufgewachsenen Sohn russischer Exilanten mit Mafia-Hintergrund. Der hat sein Leben lang versucht, dem Schatten seiner kriminellen Vergangenheit zu entkommen. Als er beginnt, sein eigenes seriöses Geschäft und ein gemeinsames Leben mit seiner Freundin Rebecca aufzubauen, holt die Vergangenheit seiner Familie ihn auf mörderische Weise ein. Alex ist gezwungen, Prioritäten zu setzen, um die zu beschützen, die er liebt.

Tja, und dann gibt es noch die Staffel zehn von "The Big Bang Theory". Aber wo gibt es die nicht... Wer Geld dafür bezahlen will, hat sogar schon den Zugriff auf Staffel 11.

Richtig gute Filme sind dagegen im Januar Mangelware. "Warcraft: The Beginning" ist sicher etwas für die Zielgruppe. Für die Zielgruppe des "Polka King" sicher nicht. Melissa McCarthy ist "The Boss"- ohne Zweifel. Sie hätte sicher auch "The Witch" sein können, aber der Film ist nicht komisch, sondern gruselig.

"The Salesman" ist kritikerfreundliches Kino aus dem Iran. Für Freunde des direkten Humors gibt es die "Bad Neighbors 2". Dazu noch mehr Filme für die Kritiker-Galerie mit "Die Hände meiner Mutter" und "Die Frau im Mond- Erinnerung an die Liebe". Und damit die Kritiker Amazon nicht uneingeschränkt lieben: "Olympus Has Fallen- Die Welt in Gefahr".

Da gefallen mir persönlich die "unangekündigten" neuen Filme bei Prime oftmals besser. Zum Beispiel hat Amazon die Science Fiction Trash-Ikone "Flash Gordon" frisch im Programm. Das ist der mit der tollen Musik von Queen und Sam J. Jones in der Hauptrolle. Jones musste damals gegen Max von Sydow als bösem Imperator Ming, Ornella Muti und den späteren James Bond Timothy Dalton schauspielerisch antreten. Dafür gab es eine Nominierung zur "Goldenen Himbeere" und keine vergleichbar großen Leinwand-Auftritte mehr.

Also immer mal nach etwas neuem suchen.

Neue Folgen gibt es ja bei Amazon im Januar auch noch von den "Vikings" sowie von "The Grand Tour". Während die ersteren immer besser werden, schlafe ich bei "The Grand Tour" neuerdings öfter mal ein. Da muss noch was kommen- sonst waren solche Vorschuss-Lorbeeren unangebracht:



Fehlt etwas in der Vorschau? Ergänzung in den Kommentaren dringend erwünscht!

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