Meine "Movies Anywhere" - irgendwann vielleicht wirklich?

Screenshot: moviesanywhere.com

Es gibt so Probleme, die brauchen einfach einen Jedi-Ritter. Jemanden, der die Macht in sich spürt- die Macht, etwas völlig unmögliches und unglaubliches einfach zu schaffen. Zum Beispiel eine Lösung. Sogar für anscheinend völlig unlösbare Probleme wie das digitale Rechte-Management von Filmen.

Noch immer verstauben unter meinem Fernseher etliche DVD mit gesammelten Filmschätzen. Aber ich bin ja modern und streame. Wer braucht das alte Zeug? Obwohl, eigentlich wurde uns ja einst versprochen: Die Zukunft wird besser. Leichter. Schöner. Wir werden viel mehr können und ganz andere Möglichkeiten haben als einst. Die einst gekauften Filme auf DVD musste man damals einfach nur dabeihaben. Dann brauchte man noch Strom und einen DVD-Player, dann konnte man schauen. Völlig egal, ob man selbst gerade in Flensburg oder in Madagaskar und das Abspielgerät von Sony oder Panasonic war.

Heute ist das alles anders. Bereits beim "einpacken und mitnehmen", also dem Download, fängt meist der Ärger schon an. Und "einfach streamen" geht ziemlich oft auch nicht- im Ausland darf man sich dann oft sagen lassen, dass mein "Dienst" dort nicht arbeitet, die "Rechte" nicht hat (WTF?? Ich hab bezahlt! Ich hab die Rechte!) oder der Film nur in serbokroatisch mit italienischen Untertiteln zu haben ist. Eigentlich ist das gegenüber der guten alten DVD eindeutig ein Rückschritt. Sie hatte "Features", die die Zukunft so bisher nicht hat.

Natürlich gab es schon viele Versuche zur Lösung des Problems. "UltraViolet" zum Beispiel, von Sony. Aber das System ist wohl einfach noch zu unpraktisch. Ich bin Kunde. Ich will kaufen, bezahlen und dann haben. "UltraViolet" ist was für Leute, die nach drei Jahren etwas reklamieren wollen und dann noch wissen, wo der Kassenzettel ist.

Jetzt könnte es für uns doch noch eine Lösung geben, die irgendwie auch unserer Vorstellung von "Zukunft" etwas besser entspricht. Und die Lösung kommt, man ahnt es, nur durch die Macht. Die Macht aber im Filmgeschäft, sie ist im Besitz einer Ente und Disney sprang nie auf den "UltraViolet"-Zug mit auf und betrieb statt dessen mit "Disney Movies Anywhere" lieber etwas Eigenes.

Seit Loriot wissen wir, dass es gut ist, wenn man "was Eigenes" hat und so kam es dazu, dass die von Disney verwendete "Keychest"-Technologie für das DRM-Management anscheinend besser ist. Natürlich spielt aber auch "die Macht" eine Rolle, die Macht, die nur der besitzt, der die "StarWars", die Marvel- und Disney-Filme hat. Vor allem aber: "Disney Movies Anywhere" hat sie alle an Bord, die großen Plattformen, von Amazon über Google Play bis hin zu iTunes.

Jetzt gibt es einen salomonischen Kompromiss, der auch aus dem Rat der Jedi kommen könnte und für "UltraViolet" vielleicht lebensgefährlich ist: Aus "Disney Movies Anywhere" wird "Movies Anywhere"- auch wenn die Plattform weiterhin Disney gehört. Dafür wird es einen Rat der Jedi-Ritter geben, in den jedes mitmachende Filmstudio einen eigenen Interessen-Vertreter schicken darf. Im Gegenzug steigen die Twentieth Century Fox, Universal Pictures, Warner Bros. und sogar Sony Pictures in den "Movies Anywhere"-Zug ein. Nur Paramount ziert sich (noch).

Damit könnte der digitale und damit staubfreie Schrank für unsere Filme endlich Wirklichkeit werden, dessen Tür für uns immer und überall offen steht. Na ja, irgendwann. "Movies Anywhere" gibt es natürlich erst einmal wieder nur für die USA und nur für alle bisherigen Disney-Nutzer ist die problemlose Ankunft ihrer früher erworbenen Werke im neuen Schrank schon geklärt. Für UltraViolet-Nutzer, die nicht bei Walmarts "Vudu" gekauft haben, noch nicht.

Da geht es schon wieder los. Es gibt einfach zu wenig Jedi-Ritter, in aktuellen Trailern wird sogar schon von "den Letzten" gesprochen. Was bleibt, ist unser ewiger Kundenwunsch: Wo auch immer wir sind- möge unser Film mit uns sein.

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