Everything Is Bright: Schon wieder über fünf Millionen Netflix-Abonnenten mehr

Joel Edgerton und Will Smith in "Bright". Foto: Netflix / Scott Garfield

So langsam wird Netflix langweilig. Gestern gab es wieder mal neue Quartalszahlen und eigentlich kann man den Bericht jetzt beenden. Es läuft bei Netflix. Wieder weltweit 5,3 Millionen Abonnenten mehr. Wieder mehr als erwartet. Die Börse freut sich. Die Aktien steigen.

Alles scheint "bright", also hell. Strahlend. Glänzend. Einfach schön. "Bright" heißt auch der erste Netflix Original-Film der "Blockbuster"-Kategorie mit Will Smith, den Netflix als Weihnachtsgeschenk am 22. Dezember zu uns bringt. Der spielt in einer "alternativen" Welt, die nicht ganz so "bright" ist. Also nicht wie die Welt von Netflix. Auch wenn die für manch hart gegen den Sturm kämpfenden Wettbewerber des Streaming-Giganten irgendwie auch "alternativ" zu sein scheint.

Wirklich Interessantes findet sich eigentlich nur in den Details- und in einigen Aussagen der Verantwortlichen. So kommen 4,5 der 5,3 Millionen neuen Abonnenten, also fast alle, nicht aus dem Netflix-Heimatland USA. Wirkt dort schon die härtere Konkurrenz (Hulu, HBO)? Ist das US-Potential für Netflix ausgeschöpft? Oder ist es ein "Star Trek: Discovery-Effekt?

Auch bei den "zahlenden Abonnenten", die ihren "Probemonat" hinter sich haben, ist Netflix nun außerhalb der USA größer als daheim. Und wächst "da draußen in der Welt" auch weiterhin schneller. Das wird Auswirkungen haben- auf das Netflix-Programm, wie es Content-Chef Ted Sarandos im "Earnings Interview" nach Bekanntgabe der Zahlen bereits ankündigte. Und es wird Auswirkungen auf die Konkurrenz haben: All die Großen, von Disney bis HBO, die jetzt mit Verspätung ins Streaming-Zeitalter aufbrechen, werden ihre Pläne wohl nicht mehr so sehr wie bisher auf den US-Heimatmarkt fokussieren. Da haben dann vielleicht auch wir etwas davon.

Gab es sonst noch etwas Bemerkenswertes? Vielleicht noch das: Reed Hastings betonte, das Netflix seine erfolgreiche Strategie weiter beibehält. Also zum Beispiel keine Werbung einführt. Und sich von teuren Sportrechten weiterhin fern hält.

Dazu noch zwei Zahlen: Erstmals wurde die Zahl acht genannt. Mehrfach sogar. "Bis zu" acht Milliarden Dollar könnte Netflix im nächsten Jahr für neue Programme ausgeben. Bei stetig steigendem Anteil für Eigenproduktionen. Allein acht neue "Netflix Original"-Filme, so Ted Sarandos, starteten im letzten Quartal. Für das gesamte Jahr 2018 plant er derzeit mit 80.

Was bleibt da für die Konkurrenz? Na ja- vielleicht Optimismus. "Bright" ist eben auch immer eine Frage des Standpunktes...

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