"Crisis" in sicher mehr als "Six Scenes": Aufräumarbeiten bei Amazon

Woody Allen in "Crisis in Six Scenes". Foto: Amazon

Woody Allen hat vielleicht gerade wieder eine Krise- obwohl seine allgemein nicht als Erfolg gewertete Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes" sich ja mittlerweile nun irgendwie "versendet" hat. Die Amazon-Studios mögen ihn trotzdem- er durfte danach für sie das machen, was er immer macht und seiner Meinung nach auch besser kann- einen Kinofilm.

Nun hat er es geschafft und könnte für eines seiner Spätwerke sogar nochmal in Zusammenhang mit dem Oscar genannt werden. Zwar ist sein neues Werk als "bester Film" nicht wirklich im Gespräch. Aber Kate Winslet spielt für ihn eine Hauptrolle und sie könnte für "Wonder Wheel" als "beste Hauptdarstellerin" in die engere Auswahl kommen. Und sollte es tatsächlich klappen, fällt natürlich auch ein wenig vom Glanz des Ruhms für den Filmemacher und das Studio ab.

Amazon kennt das Oscar-Geschäft mittlerweile auch und so wurde alles bestens vorbereitet. Der Film aus den "Amazon Studios" macht keine Netflix-Faxen und kommt zuerst in die Kinos. Und dafür gibt es eine glanzvolle Premiere mit allem drum und dran. Es gibt einen roten Teppich, um die Beteiligten für die Pressefotos gut in Szene zu setzen. Und hinterher ist Party- da sind die Kritiker, die Netzwerker, die Mächtigen und man kann für seinen Preiskandidaten ordentlich Marketing machen.

Das alles sollte heute eigentlich in New York stattfinden, da ist Film-Festival und hey- vielleicht wäre sogar Justin Timberlake mit auf den roten Teppich und zur Party gekommen. Der spielt bei "Wonder Wheel" auch mit. Nur nicht mehr Amazon. Der rote Teppich ist gestrichen. Und ob die Party danach so richtig brummt, ist auch zweifelhaft. Die Presse hätte wohl alle nicht über den Film, sondern nur nach Roy Price und der Sache mit dem Ohr befragt.

Kate Winslet wird es mit Fassung tragen- sie hat den Oscar schon einmal gewonnen und weiß auch damit umzugehen, wenn das Schiff ohne eigenes Verschulden nach Kollision mit einem Eisberg dann untergeht.

Auch bei den "Amazon Original"-Serien, wo man sich doch eigentlich so viel vorgenommen hat, fordert die Geschichte nun erste Opfer. Bei zwei ganz großen Amazon-Projekten hatte Roy Price ausgerechnet "The Weinstein Company" als Kooperationspartner mit im Boot. An "Die Romanows", einer Serie über mögliche Nachfahren der russische Zarenfamilie, werkelt Amazon wohl nun allein weiter und bezahlt alle Rechnungen selbst. Aber das bisher größte Amazon-Projekt überhaupt, eine Mafia-Serie mit Robert de Niro himself und Julianne Moore, ist nun wohl Geschichte.

Nächste Woche wollte Amazon Video eigentlich in London nach Netflix-Vorbild im Rahmen einer großen Werbeveranstaltung seine Vorhaben in Europa vorstellen. Auch daraus wird nun nichts. Vielleicht sollte man den/die Nachfolger(in) von Roy Price ja bei Netflix abwerben. Die produzieren mitten in den Minenfeldern von Hollywood deutlich mehr Serien und Filme- einfach so.

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