Lost in Space: "Family Guy" Seth MacFarlane fliegt für Fox mit "The Orville" durch die Galaxie


Nur noch wenige Tage. Die weltweite Fan-Gemeinde des StarTrek-Universums fiebert dem lang erwarteten ersten Flug der USS Discovery entgegen. Bei uns fliegt sie ja nicht für CBS, sondern für Netflix. Und warum das eine sehr schwierige Mission wird, wurde ja bereits in der Monats-Programmvorschau ausführlich beschrieben.

Es sind eben allgemein gerade sehr schwierige Zeiten angebrochen, egal ob in den mehr oder weniger föderierten Planeten des Universums, auf dem Planeten Hollywood oder auch ganz allgemein im "Homeland", den USA. Selbst unschuldige Sitcoms können möglicherweise dem aufgeheizten Zeitgeist zum Opfer fallen- und nun auch noch das: Der wegen seiner "Fox News" latent des Trumpismus verdächtige Sender Fox schickt ein aufwendig ausgestattetes Konkurrenz-Raumschiff in die Galaxie.

Seth MacFarlane ist der Welt bisher vor allem als Macher des "Family Guy" von Fox bekannt, dem er auch im US-Zeichentrick-Original seine Stimme verleiht. Aber selbst als "richtiger" Schauspieler war er schon unterwegs- so als Hauptdarsteller unter eigener Regie in "A Million Ways to Die in the West". Und er ist bekennender "Trekkie". Als solcher hatte er auch schon kleine Serien-Auftritte an Bord von "Star Trek: Enterprise" unter Captain Jonathan Archer ergattert.

Jetzt kann Seth MacFarlane sich auch noch den ultimativen Traum aller Hardcore StarTrek-Fans erfüllen. Nein, nicht nur eine kleine Rolle in einem StarTrek-Kinofilm wie Amazon-Chef Jeff Bezos. Sondern den ganz großen Auftritt als Chef auf der Brücke, der Alec Peters und "Axanar" dann doch verwehrt blieb. Auch wenn ihm im Personalgespräch versichert wird, dies geschehe nur, weil 3000 Schiffe da draußen seien und man brauche halt Captains- Seth MacFarlane hat es geschafft und fliegt als Captain Ed Mercer an Bord der U.S.S. "Orville" gemeinsam mit Adrianne Palicki als "First Officer" Kelly Grayson durch Galaxien, wie sie nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Schon daran sieht man, wie die Zeiten sich geändert haben. Gene Roddenberry musste sich einst als Enterprise-Erfinder damit abfinden: Keine Frauen in leitender Position. Seine "Number One" verschwand auf Druck der Verantwortlichen von der Brücke der Enterprise. "Lt. Uhura" durfte dann dort im wesentlichen nur genau das tun, was sich die NBC-Bosse damals für eine Frau vorstellen konnten: So eine Art Sekretärinnen-Funktion in der Telefon-Zentrale, die "Verbindungen" herstellt. Heutzutage wird die "U.S.S. Discovery" von einer Frau kommandiert. Und Captain Ed Mercer hat mit seiner ersten Offizierin auch ein Frauen-Problem: Es ist seine Ex.

Die Grundkonstellation auf der Brücke der "U.S.S. Orville" und Seth MacFarlane als Serien-Macher lässt eine Vermutung aufkommen: Auf dem neuen Schiff geht es nicht immer ganz ernsthaft zu. Das ist aber ein ernsthaftes Problem in der "Föderation". Ja, Spock darf sich schon mal mit Dr. McCoy kabbeln und dabei die Augenbraue hochziehen und die Herren an der Technik wie "Scotty" und "Chekov" sind so genial, dass sie deshalb schon wieder komisch sind. Aber grundsätzlich sind alle in der Föderation ausschließlich dem Wahren, Schönen und Guten verpflichtet, außer dem Bösewicht, und der ist am Ende in der Regel tot.

Die Zukunft wird lustig? Das geht gar nicht. Die ersten negative Kritiken sind auch schon da. Es sind doch gerade so schwierige Zeiten und das Bild, welches Film und Fernsehen uns für die Zukunft zeigen, zeigt doch in der Regel vor allem eines: Es wird noch schwieriger. Und wenn es doch gut wird, dann nur dank einer dem Wahren, Schönen und Guten verpflichteten Föderation. Dort wird es dann gern pathetisch- aber nicht lustig.

Die Kritiker irren. Zumindest in ihrer grundlegenden Abneigung gegen jede Art von Zukunfts-Humor. Ob die Serie gut ist, das weiß ich noch nicht. Aber Lachen kann gerade auch in schwierigen Zeiten sehr befreiend sein. Und spätestens seit den "Guardians of the Galaxy" wissen wir doch, dass die Zukunft nicht nur aus dystopischen "Hunger Games" bestehen muss. Ich bin gespannt auf "The Orville"- und schau mir das an.

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