Let's go wild: Video-Paradiese für Tierfreunde

Foto: obs / Fox Networks Group Germany / © Brent Leo-Smith

YouTube Red ist zwar immer noch nicht da, aber "Kedi" läuft jetzt hier in der Gegend sogar im Kino. Und für alle die, die von Katzen gar nicht genug bekommen können (und welcher Mensch mit "digitalem Hintergrund" kann das schon), ist seit heute die VoD-Plattform "Tierwelt live" offiziell online. Das sieht verdammt gut aus. Professionell und wertig gemacht.

Zum Start, so verrät uns der Betreiber "Doclights GmbH", sind gut 250 Filme für alle Naturfans in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos abrufbar. Ständig wird das Angebot erweitert. Darunter sind die besten Tierfilme der Welt, von heimischen Produktionen bis zur BBC. Die Heinz Sielmann Stiftung sorgt für Naturschutzthemen. Neben Hochglanzproduktionen gibt es exklusive Hintergrundberichte zu den Dreharbeiten, Haustierreportagen, "Slow TV", Kurzfilme und Expeditionen mit Kate Kitchenham- wer auch immer das ist. Und natürlich: Schöne Filme mit schönen großen Katzen.

Professionell und wertig- so etwas erwartet man eben auch von der Doclights GmbH, denn das ist ein Tochterunternehmen von ZDF Enterprises und der Studio Hamburg Produktion Gruppe, die wiederum zum NDR gehört.

Seit 2015 betreibt man "Tierwelt live" bereits per Smart-TV-App als Testlauf. Jörn Röver, Geschäftsführer der Doclights, erklärt uns das so: "Mit unserem Digitalauftritt wollen wir Zuschauer erreichen, die nur noch selten fernsehen oder völlig neue Erzählformen erleben wollen. Der Erfolg unserer App im Smart TV zeigt, dass Naturthemen auch nonlinear ein Hit sind. War die Reichweite bisher auf Smart TV Fernseher beschränkt, kann nun jeder über seinen Computer oder sein Handy unser Angebot nutzen."

Die "schnee von morgen webTV GmbH" hat das schöne Portal mit entwickelt und auch ihr Geschäftsführer Nikolai Longolius weiß: "Die Nachfrage nach Tier- und Naturfilmen ist in Deutschland sehr groß. Sie wird online bisher mit keinem Produkt befriedigt. Tierwelt-live.de schließt diese Lücke."

Und kostenfrei! Ist das nicht toll? Egal, ob YouTube Red oder Kino: Für die türkischen Katzen von "Kedi" wollen sie überall Geld. Das Tierwelt live-Wunder funktioniert so: Man finanziert sich einfach über Werbung und Kooperationen und ist deshalb für den Nutzer kostenfrei. Und wenn ProSiebenSat1 jetzt Rundfunkbeitrag kassieren will, dann es ist es ja wohl völlig normal, wenn letztendlich NDR und ZDF einen werbefinanzierten Spartensender im Internet eröffnen. Es gab ja immer schon interessante Ideen in der öffentlich-rechtlichen Grauzone mit dem Internet, aber die ist wirklich neu und wirklich innovativ.

Aber egal: "Tierwelt live" ist schließlich gar kein Sender, denn die Katzen senden ja "on demand" und nicht "live". Deshalb braucht der Kanal auch keine "Rundfunk-Zulassung" wie Let's Player auf Twitch. Das ist doch ganz logisch, oder?

Ganz logisch wird das bestimmt auch Axel Gundolf finden und begeistert sein wird er sicherlich auch. Aber er ist gerade beschäftigt, als "Director TV" bei der Fox Networks Group Germany tauscht er im Pay-TV den Sender "Nat Geo people" gegen das Programm von "Nat Geo Wild" aus. Bei Vodafone ist "Nat Geo Wild" dann ab dem 12. September im "HD Premium Paket" zu finden und über Kabel, DSL und die GigaTV-App auch mobil auf Smartphones und Tablets verfügbar.

"Wilde Tiere, Abenteuer und fesselnde Dokumentationen bringen wir jetzt in noch mehr deutsche Wohnzimmer - ein toller Ausbau unserer bisherigen Partnerschaft mit Unitymedia und Vodafone und ein Beleg unseres National Geographic Claims 'Weiter voran'", so Axel Gundolf. "Wir setzen im linearen Fernsehen weiter auf den Erfolgskurs unseres Wildlifesenders Nat Geo Wild, der in den letzten Monaten eine rasante Entwicklung nach oben verzeichnen konnte."

Katzen! Ja! Katzen!! Ich will mehr! Und er hat noch nicht einmal nach Rundfunkbeitrag gefragt.

Im Zuge der neuen Vereinbarungen würden zudem zukünftig noch mehr On Demand Inhalte der Fox Networks Group bei den Plattformpartnern auf Abruf verfügbar sein. Ahh! Endlich begreifen wir den Unterschied. Privat finanzierte PayTV-Sender ohne Rundfunkbeitrag schreiben "On Demand" groß.

Zu den kommenden Highlights, so lernen wir weiter, gehört "Dr. Pol 100" (was immer das ist- Katzen?) und zum Ende des Jahres taucht "Nat Geo Wild" wieder in eine der abgelegensten Gegenden der Welt ein. Die Savuti Region in Botswana beherbergt die gefährlichsten Raubtiere der afrikanischen Savanne. Also Katzen.

Die zweite Staffel von "Savage Kingdom", die im Dezember ihre Deutschlandpremiere auf Nat Geo Wild feiert, zeigt uns dann auf atemberaubende Weise die Interaktion der Tiere und ihren Kampf ums Überleben. Tiere, nicht "Sender". Sonst hieße es ja nicht "Savage Kingdom"- sondern "Netz TV".

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