Kopfschütteln mit Maxdome


Manchmal muss ich so mit dem Kopf schütteln, dass es für Außenstehende vielleicht irgendwie befremdlich wirkt. Zum Beispiel bei der ProSiebenSat1 Media SE. Neulich beschwerte sich da einer der Entscheidungsträger im Presse-Interview, dass man ungerecht behandelt würde. Über neue Serien und Filme von Netflix oder Amazon würde die Presse landauf, landab in epischer Breite berichten- über die Werke von ProSieben, Sat1 & Co. aber nicht. Bei mir beginnt das Kopfschütteln. Welche Werke?

Vielleicht so etwas? "Maxdomes Ausnahme-Erfolg in Serie, 'jerks.' geht skurril in die Verlängerung!", so lese ich da. Vielleicht wären neben dem Prädikat "Ausnahme-Erfolg" da ja sogar zwei Ausrufezeichen angebracht?

Im September, so lernen wir weiter, beginnen die zweimonatigen Dreharbeiten zur neuen Staffel. Die "herausragende" Eigenproduktion von Maxdome und ProSieben wird in Potsdam gedreht. Die neuen Folgen würden dort anknüpfen, wo die erste Staffel geendet hat. Genau davor hatte ich Angst.

Christian Ulmen kämpft jedenfalls dann nach einem verpatzten Heiratsantrag um die enttäuschte Emily. Immer tatkräftig an seiner Seite: Kumpel Fahri Yardim, der ihn meist in noch größere Schwierigkeiten bringt. Die zwei Freunde ecken an, reagieren unverhältnismäßig und scheitern kläglich an den Herausforderungen ihres Alltags. Bei einer Massage kommt es zur sexuellen Belästigung, ein Tauchkurs im Schwimmbecken endet schon mal lebensgefährlich und eine Motorradtour in einer Verfolgungsjagd. Viele alte Bekannte aus Staffel eins und zahlreiche neue prominente Gesichter, so Maxdome", würden das tägliche Chaos der beiden "jerks." bereichern.

"Ich freue mich auf die Schauspieler - und auf meinen anatolischen Freund Fahri, und darauf, dass ich morgens nur zehn Minuten zur Arbeit habe", so Hauptdarsteller und Regisseur Christian Ulmen. Nach der exklusiven Premiere bei Maxdome zeigt ProSieben die zehn neuen Folgen der Comedyserie dann im Free-TV.

Schön. Meine Freude als Maxdome-Abonnent würde sich allerdings in Grenzen halten. So wie meine Freude über die Presse-Abteilung des Konzerns, die Bilder zu dem wegweisenden neuen Werk nur im Verbund mit sehr langen und eigentlich nach einer Rechtsabteilung rufenden "AGB" verteilt. Ja, da können sie dann noch eine Umfrage dazulegen, warum die Schreiberlinge da draußen sie im Gegensatz zu Amazon und Netflix so wenig mögen.

Und das Kopfschütteln geht munter weiter. Maxdome werde in diesem Jahr noch nicht profitabel sein, so hat es ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling gerade verraten. Nun will man die Gewinnzone 2018 erreichen.

Mit "jerks." ??

Der Streaming-Markt ist ein globaler Markt. Der Finanzchef vom Maxdome-Konkurrenten Netflix orakelte dieser Tage, Serien mit Produktionskosten von 20 Millionen Dollar pro Stunde seien bald realistisch. Und Amazon will demnächst sogar ein "Game of Thrones".

Ganz gewiss wird Maxdome in diesem Wettbewerbs-Umfeld mit "jerks." den Abo-Markt aufrollen und mich weiter kopfschüttelnd zurücklassen...

Kommentare

  1. Was will der Artikel eigentlich sagen, daß Maxdome sich schämen sollte weil es nicht die selben Finanzmitteln hat wie Netflix und Amazon ?Total schwachsinniger Artikel

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  2. Nein. Es geht darum, dass Maxdome im Wettbewerb steht, auch mit Netflix und Amazon. Und um die Frage nach dem Konzept für diesen Wettbewerb.

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