Das passt: Staffel drei von "Outlander" vor der Free TV-Premiere bei Vox

Plakatmotiv zur Serie "Outlander" mit Claire Randall (Caitriona Balfe) und Jamie (Sam Heughan).
Foto: MG RTL D / Sony Pictures Televison Inc.

Wenn es einen Sender gibt, der mich regelmäßig positiv überrascht, dann ist das wohl Vox. Klar, Vox ist auch nur ein Privatsender aus der Mediengruppe RTL, muss also liefern, es gibt keine Rundfunkbeiträge und liefern heißt in der privaten Wirtschaft eben Zahlen abliefern. Das wird meiner Meinung nach in der Diskussion über das Programm zu oft verdrängt. Denn "Zahlen liefern" kann man nur auf zwei Wegen: Kosten senken und Einnahmen verbessern.

Gutes Fernsehen wird derzeit tendenziell teurer, es gibt den durch Netflix & Co. angeheizten globalen Konkurrenzkampf um die überschaubare Anzahl wirklich guter Serien und deren Macher. Bei der Produktion von Reality- oder Trash-TV sind die Kosten längst so niedrig, dass kaum noch nennenswertes Einsparpotential sichtbar ist. Und auch bei den Werbeeinnahmen scheint zumindest derzeit in Deutschland eine Grenze in Sicht.

Also eine schwierige Zeit, in der die Verantwortlichen eigentlich ohne die sonst routiniert angewandten Rezepte in den sich durch die neue Streaming-Konkurrenz und immer mehr öffentlich-rechtliche und private Sparten-Sender ständig härter werdenden Wettbewerb um Zuschauer ziehen müssen. Also die Zeit für positive Beispiele, die Mut machen- so wie eben Vox.

Okay, ich bin männlich, also ist Guido Maria Kretschmer für mich eher ein Abschaltgrund. Vox hat eben die Zielgruppe "Frau" fest im Blick, und in dem was Kretschmer dort macht, ist er trotzdem ein Vollprofi. Wie eben anscheinend auch die Verantwortlichen bei Vox. Den Vollprofi erkennt man nicht daran, dass immer alles gelingt. Sondern an einem schlüssigen und dann auch geduldig umgesetzten, statt sprunghaft angepasstem Konzept. Und dann hat man plötzlich oft so richtig Erfolg.

In diesem Vox-Konzept hat zur Überraschung vieler, die ständig wechselnden Moden hinterherlaufen, auch noch (fast) alles Platz. Macht man es richtig, gehen sogar deutsche Serien. Unglaublich: Es gibt Reality-TV mit Gehirn. Und wenn man bei den Serien auf dem globalen Markt das Richtige für das eigene Stammpublikum einkauft, statt irgendwelcher US-Hype-Produkte- dann reicht das Geld anscheinend sogar noch für ausgewiesene Qualität. Ich glaube zum Beispiel, bei "This Is Us" hätte der Vox-Einkäufer gesagt: Toll- aber das sind nicht wir.

Mit "Outlander" hat Vox auf dem deutschen Fernsehmarkt eine der ganz großen Serien an Bord. Und demnächst geht es weiter mit Staffel drei. Okay, bei der Pay TV-Nische "RTL Passion" in der "Mediengruppe" läuft sie seit gestern schon. Aber "Free TV-Premiere" ist ab dem 8. November in Doppel-Folgen bei Vox. Vorher gibt es dort auch ab dem 20. September noch einmal die Staffel zwei- damit die Zuschauer in die nicht ganz unkomplizierte Geschichte zurückfinden.

Denn die Staffel zwei ging ja mit einem dramatischen Cliffhanger zu Ende. Jamies und Claires Versuch, die Schlacht von Culloden zu verhindern, war gescheitert. Um ihr ungeborenes Kind zu schützen, musste Claire schweren Herzens die Reise zurück ins 20. Jahrhundert antreten und so die Liebe ihres Lebens hinter sich lassen. Zurück bei ihrem ersten Ehemann Frank Randall warten in der dritten Staffel jedoch neue Probleme auf Claire. Denn nachdem sie sich zwei Jahre nicht gesehen haben, ist ihre Beziehung schwieriger denn je – vor allem, da Claire das Kind eines anderen unter ihrem Herzen trägt. Dennoch entscheidet sich das Paar gemeinsam die kleine Brianna großzuziehen.

Am meisten belastet Claire allerdings der Gedanke daran, ihre große Liebe Jamie in der blutigen Schlacht von Culloden für immer verloren zu haben. Was sie nicht weiß: Jamie hat überlebt und kämpft derweil im 18. Jahrhundert mit den Nachwirkungen der Gefechte. So müssen Jamie und Claire getrennt durch Raum und Zeit ihr Leben weiterführen und nur schwer ertragen sie die anhaltende Sehnsucht zueinander. Als Claire schließlich 20 Jahre später nach Schottland reist und herausfindet, dass Jamie doch noch lebt, macht sie sich einmal mehr auf eine abenteuerliche Reise durch die Zeit – doch werden sie nach all den Jahren immer noch die Menschen sein, in die sie sich einst verliebten?

Hach ja- die ewig alte Frage: Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Auch über die Jahrhunderte hinweg? Es soll auch irgendwann noch eine Staffel vier geben. Keine Ahnung, ob die aktuelle Liebesbeziehung zwischen Vox und den Zuschauern auch bei "Outlander" hält. Aber das Konzept stimmt eben. Also werden sie irgendwann zueinander finden. Ich neige ich zur Zuversicht.

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