"Game of Phones": Apple steigt wohl nun doch ernsthaft in die Produktion von TV-Serien ein

Screenshot: Weibo

Was hat noch gefehlt in diesem Sommerloch? Na klar: Ein Apple-Gerücht. Also dann: Geisterhafte Fotos aus China drehen gerade die Internet-Runde. Sie zeigen schemenhaft etwas, was ein Fernseher sein könnte. Und hinten drauf prangt auf dem Gerät das allgegenwärtige Logo mit dem angebissenen Apfel.

Das Bild könnte irgendwas zeigen- etwa den vergessenen Experimentierkeller von Steve Jobs oder einen Nerd-Scherz mit Abziehbildern. Und ja, es ist nicht unmöglich: Auch einen Apple-TV. Zuerst aufgetaucht auf dem chinesischen Twitter-Klon "Weibo", landeten die Bilder alsbald beim einschlägig bekannten "Leaker" Benjamin Geskin und nun sind sie schon als Sensation in der "BILD"-Zeitung. Es soll ein OLED sein- mit immerhin 60 Zoll Bild-Diagonale. Also wäre er nach dem derzeitigen Stand der Dinge ja ohnehin zu großen Teilen wahrscheinlich von LG.

"Wo bleibt der Apple TV?" Das hat "Netz-TV" hier schon -wow- vor mehr als vier Jahren gefragt. Er blieb trotzdem da, wo er damals schon war- in der stets prall gefüllten bunten Welt der Apple-Gerüchte. Das ist auch dieses Mal die wahrscheinlichste Wahrheit. Dennoch bleiben wir an diesem Thema mal dran. Warum? Hier die für Apple-Fanboys unerhörte Prognose: Der Apfel-Fernseher wird irgendwann kommen müssen. Oder Apple wird gehen.

Zwar nicht als Erster, wie einst unter Steve Jobs, sondern eher als Letzter- aber mittlerweile hat man in Cupertino wohl endlich die Bedeutung der bewegten Bilder, der Videos und damit letztendlich des Themas "Fernsehen" auch für das eigene "Brot- und Butter-Produkt" Smartphone erkannt und legt los. Im Juni kamen die ersten profilierten Serien-Macher zu Apple. Gerade hat man mit Matt Cherniss, dem Ex-"Präsidenten" des Kabelkanals WGN, einen weiteren Profi fürs Fernsehmachen ins neue runde Haus geholt.

Mit dem "Carpool Karaoke" oder dem "Planet of the Apps" gibt es erste noch recht ungelenke Versuche, um etwas "Eigenes" auf die Beine zu stellen. Und jetzt gibt es sogar, wenn man dem "Wall Street Journal" glauben darf, ein ordentliches Budget für die eigene Produktion. Eine Milliarde Dollar sollen im nächsten Jahr zur Verfügung stehen- damit könnte man wohl locker zehn sehr aufwendige "Drama"-Serien für Apple produzieren und in die Welt hinaus streamen.

Die Apple-Fanboys unter den Analysten und Berichterstattern träumen schon von noch höheren Budgets für eine Serien- und Filmproduktion auf Augenhöhe mit Netflix, Amazon und dem "alten" Fernsehen sowieso. Was alle vergessen: Klar, Apple hat die Möglichkeiten, um in Hochglanz ein "Breaking Mac" oder das "Game of Phones" zu produzieren. Geld ist genug da. Aber Apple ist ein Unternehmen, keine Hilfsorganisation für arbeitslose Filmproduzenten. Natürlich kann man einen ordentlichen Anschub finanzieren. Aber dann wird ein Refinanzierungsmodell für solche Serien und Filme gebraucht.

Und genau an diesem Punkt braucht man den Apple-Fernseher. Denn die Iphones und Mac's dieser Welt sind, so ökonomisch erfolgreich sie dank ihrer Hochpreis-Strategie auch sein mögen, keine ausreichende Kunden-Basis für so ein Projekt. Und auch der derzeitige "Apple TV" als Würfel-Zusatz für die Fernseher ist keine sonderlich zukunftsträchtige Lösung.

Wer mit Netflix konkurrieren will, muss ebenso wie Netflix auf so gut wie alle Fernseher dieser Welt streamen können. Die Apps müssen auch außerhalb der "I"-Welt überall sein. Noch besser wäre ein integriertes Apple TV-Betriebssystem direkt in Fernsehern, wie "Roku" oder Google mit "Android TV" das längst vormacht. Und die beste Lösung ist die, die Amazon längst hat: Der vollständig in das eigene Inhalte-Angebot integrierte Fernseher von Apple.

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