Disney vs. Netflix: Die Ente schlägt zurück

Krysten Ritter ist "Jessica Jones" in "Marvel’s The Defenders". Foto: Netflix / Sarah Shatz

Nächste Woche ist es soweit. Die von vielen Marvel-Fans sehnsüchtig erwarteten "Defenders" treten am 18. August zum Bingewatching-Dienst an und "Jessica Jones", "Daredevil", "Luke Cage" und die "Iron Fist" werden es gegen eine böse Sigourney Weaver gewiss nicht leicht haben. Und jetzt kommt noch erschwerend dazu, wir kennen solche Probleme von den "Agents of S.H.I.E.L.D.", dass sich die Politik im Hauptquartier auch manchmal schnell ändern kann.

Das Hauptquartier für alle Marvel-Helden ist letztendlich der Disney-Konzern. Der hat gerade einen eigenen Streamingdienst für Filme angekündigt und da sollen alle Filme ab 2019 exklusiv zu sehen sein. Und nicht mehr bei Netflix. Zumindest erst einmal alle Disney-Filme. Wo die Marvel-Filme oder auch StarWars zukünftig gestreamt werden, ist dabei noch offen. "Wir haben auch darüber nachgedacht, Marvel und Star Wars als Teil des Disney-Service mit einzubeziehen, aber da wollen wir auf die Interessen der StarWars und Marvel-Fans achten- sind diese Fans identisch mit den Disney-Fans oder könnten sie zu Disney-Fans werden? Also ist alles noch in der Diskussion." So stellte Disney-Boss Bob Iger laut "Recode" die Sachlage klar.

Klar ist aber auf jeden Fall: Wie einst die Fernsehsender will der Disney-Konzern seine Inhalte nicht mehr so oft auf Netflix sehen- sondern sie auch auf dem Streaming-Weg selbst an die Zuschauer bringen. Und dies dann eben auch in Konkurrenz zu Netflix. Denn auch über eigene Streaming-Kanäle für StarWars oder Marvel wird längst bei Donald und Micky "nachgedacht". Da kommt noch einiges nach.

Schon 2018 will Disney mit einem eigenen Sport-Streamingdienst auf dem Markt sein, dessen Programm und Marke vor allem auf Disneys Sportsender ESPN aufbauen wird. Und damit in den Wettberwerb zu den KabelTV-Giganten einsteigen, die für den Sender ESPN jährlich Milliarden an Disney überweisen.

Für diese neue Strategie wird bei Disney viel Geld investiert. So will man noch einmal Dollar-Milliarden an die alten Baseball-Herren von BAMTech überweisen, um Mehrheitseigner des Giganten in Sachen Streaming-Infrastruktur zu werden und damit eine konkurrenzlose technische Basis für die neuen Disney-Dienste zu schaffen.

Früher oder später, da macht man sich bei Netflix wohl keine Illusionen, werden die Disney-Stars auch für Disney auf dem globalen Streaming-Markt in den Wettbewerb um zahlende Zuschauer ziehen. Da werden "Defenders" gebraucht. Nicht zuletzt deshalb investiert Netflix in eigene Geschichten so viel wie noch nie- und hat vorsichtshalber ja auch schon Comic-Helden für das Netflix-Portfolio eingekauft.

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