Die "Kingsman" kommen: Netflix kauft die "Millarworld"

Netflix - Hauptquartier in L.A. Foto: Netflix

"Jesse, du hast mich mal gefragt, ob ich im Meth-Geschäft oder im Geldgeschäft wäre. Weder noch. Ich bin im Imperien-Geschäft." Yeah- das ist Walter White. Keine Ahnung, wie ich jetzt auf "Breaking Bad" komme, aber im Imperien-Geschäft ist Netflix spätestens ab heute wohl auch. Erst sollte ja Apple Netflix übernehmen. Dann sollte Disney Netflix kaufen. Und jetzt beginnt stattdessen Netflix das Übernehmen ganz einfach selbst.

Seit dem Frühjahr residiert Netflix mit einem stilvollen Hauptquartier auch mitten in Hollywood und Content-Chef Ted Sarandos beschrieb das neue Haus laut "Variety" so: "Ein solches Gebäude ist eine Aussage- wer du bist, woran du glaubst und was du noch tun willst." Tun will Netflix nun etwas ganz Neues: Drucken. Ja, auf diesem toten Holz, also Papier. Die "Netflix Inc." verkündete jedenfalls heute die Übernahme des von Mark Millar gegründeten Comicimperiums "Millarworld".

Disney hat für Marvel einst immerhin vier Milliarden Dollar bezahlt. Okay, ganz so viel dürfte die "Millarworld" nicht gekostet haben. Aber Mark Millar ist immerhin Erfinder von Figuren und Geschichten wie Kick-Ass, Kingsman und Old Man Logan und gilt als einer der einflussreichsten kreativen Köpfe der Comicwelt.

Vorher arbeitete er acht Jahre für Marvel, dabei entstanden etliche Comicbücher und Charaktere, an die der erste "The Avengers"-Film, "Captain America: Civil War" oder "Logan- The Wolverine" angelehnt wurden. Seit der Gründung von "Millarworld" haben Millar und seine Co-Schöpfer 18 weitere Comicwelten erschaffen, von denen mit "Wanted", "Kick-Ass" und "Kingsman" drei auf die Kinoleinwand gebracht wurden, wo sie insgesamt Einnahmen in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar erzielten.

"Als Schöpfer bzw. Neuerfinder einiger der einprägsamsten Geschichten und Figuren der jüngsten Comicgeschichte- von Marvel's The Avengers bis hin zu den Millarworld-Labels Kick-Ass, Kingsmann, Wanted und Reborn- ist Mark Millar wohl der neue Stan Lee", so Ted Sarandos. "Wir können es gar nicht erwarten, die Kreativität von Millarworld bei Netflix zu verwirklichen und somit eine neue Ära des weltweiten Geschichtenerzählens einzuleiten."

Denn ja, Netflix wird jetzt auch Comicbücher drucken. Exklusiv unter dem Netflix-Label, so heißt es, wird Millarworld auch in Zukunft weiterhin neue Geschichten und Comicfiguren erschaffen und veröffentlichen. Aber vor allem geht es natürlich darum: Netflix und Millar wollen die beliebten Charaktere des Millarworld-Portfolios in Form von Filmen, Serien und Kinderserien für die Netflix-Abonnenten weltweit auf die Streaming-Bildschirme bringen. Vielleicht ja auch deshalb, weil Disney mit seinen Marvel-Helden zumindest das Netflix-Programm derzeit ja fast schon so ein wenig übernommen hat.

"Dies ist erst das dritte Mal, dass ein einflussreiches Comicunternehmen auf diesem Level übernommen worden ist", so Millar. "Ich bin so begeistert von der Strategie und den Plänen von Netflix. Netflix ist die Zukunft; Millarworld könnte sich kein besseres Zuhause wünschen." Und Ted Sarandos ergänzt: "Wir freuen uns auf die Umsetzung bestehender Labels und neuer Superhelden-, Anti-Helden-, Science-Fiction- und Horrorgeschichten von Mark Millar und seinem Team in Form von neuen Netflix Originalen."

Die "Kingsman" kommen übrigens bald wieder in die Kinos. Vielleicht muss man ja sagen: Noch einmal.

Kommentare

Aktuell meist gelesen: