Neues vom Sommerloch: Analysten können jetzt die Qualität von Netflix-Serien messen

Mehr "Stranger Things" werden kommen. Foto: Netflix / Jackson Lee Davis

"Am Ende des Sommers werden wir eine Woche im 'The Brando' verbringen, wo wir nun schon zum vierten Mal sein werden. Für mich ist das der einzigartigste Platz auf unserem Planeten überhaupt." So viel verriet der Herr der Inhalte bei Netflix, Ted Sarandos, kürzlich dem "Hollywood Reporter" zu seinen Urlaubsplänen.

Okay, jetzt bin ich neidisch. Denn "The Brando" geht auf "The Brando" zurück, ja, den Marlon, der einst nach der "Meuterei auf der Bounty" das Tetiaroa-Atoll im Pazifik kurzerhand als Privatinsel pachtete. Ob der Besitzer das Geschäft hätte auch ablehnen können, ist nicht bekannt. Aber seit 2014 gibt es auf dem entlegenen Paradies nun das exklusive Ressort, in dem der Preis für eine Nacht etwa unserem familiären Gesamt-Urlaubsbudget entspricht- aber man muss mindestens zwei Nächte buchen. Und vielleicht wird Ted Sarandos bald noch mehr Zeit dort verbringen können.

Denn das schwierige Geschäft mit den Netflix-Inhalten könnte in Zukunft viel einfacher werden. "Big Data" ist schließlich die Zukunft, wir werden es alle viel leichter haben und auf der Grundlage von Daten kann die Analyse-Firma "Ampere Analysis" die Qualität von Netflix-Serien oder Filmen jetzt objektiv messen. Dann kann Ted Sarandos seine Sekretärin mit dem Ablesen der Daten beauftragen und anschließend wieder mit den Schildkröten schwimmen gehen.

Toll- oder? Das Wunder geht so: Man nehme die Produktionskosten einer Show und die Menge der qualitativen IMdB-Rezensionen und errechne daraus einen "Kosten-Effektivitäts-Faktor". Und schon ist total objektiv belegt, dass Netflix "The Get Down" unbedingt absetzen musste. Denn die Hip Hop-Serie erreicht nur den Faktor "100" und ist damit die Benchmark für das "schlechteste" Netflix-Original aller Zeiten. Je kleiner der "Faktor" dann wird, um so besser.

"Hemlock Grove", vielleicht zu Recht schon fast vergessen, hat mit "58,4" den zweitschlechtesten Wert. Dann kommt "Marco Polo" mit "36,4". "19,2" gibt es für "Lilyhammer" und mit "15,1" wurde auch "Sense8" trotz aller Zuschauer-Bedenken nach Meinung der Analysten immer noch konsequent richtig abgesetzt.

"Bloodline" ist dagegen ein schwieriger Fall. "10,6" lautet der Wert und die "Bloodline" ist weg. "Orange is the new Black" erreicht "11,0" und ist immer noch da. Tss, tss... Vielleicht ja deswegen.

Die Besten der Besten laut "Ampere Analytics" aber sind: "Narcos" mit "2,0", "13 Rheasons Why" mit "1,2" und "Stranger Things" mit dem geradezu galaktischen "Kosten-Effektivitäts-Faktor" von "0,6". Wir wagen mal eine mutige Prognose: Noch viel mehr "Stranger Things" werden kommen.

Haben die Analysten etwa den geheimen Netflix-Algorithmus geknackt? Und was würde Marlon Brando dazu sagen?

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