"Die Rechnung, bitte!"- "freenet TV" via DVB-T2 findet 500.000 zahlende Kunden

Foto: Media Broadcast

Früher war alles besser. Opa war unser Familien-Pionier für Fernsehen und wohnte in Sachen Empfang sehr privilegiert im DDR-Grenzgebiet. Wenn er aus seinem Dachfenster schaute, konnte er bei gutem Wetter sowohl die "West"- als auch die "Ost"-Sender direkt sehen. Ein Stück Draht, gut im Haus platziert, reichte für einen perfekten Fernsehempfang aus. Er hätte jeden für verrückt erklärt, der ihm hätte einreden wollen, dass er für Fernsehempfang Geld bezahlen soll.

Später wurde das Fernsehen farbig und dann kamen der Satellit und die "Schüsseln". Mehr als zwanzig Sender. Das hat Opa sofort eingesehen, zahlte einem kundigen Handwerker so um die hundert Mark und dann hing das Ding am Haus.

Die Zeit und der Fortschritt schritten weiter fort und mittlerweile gilt es als normal, dass man in einem Jahr für den Fernsehempfang per TV-Kabel mehr Geld bezahlt, als Opa damals für 25 Jahre- denn erst nach dieser Zeit war die Schüssel verrostet. Und mit dem Geld fürs "Kabel" ist ja noch lange nicht Schluss.

Eine Position auf der Rechnung, vor der sich sparsame deutsche Zuschauer ja zum Beispiel noch immer gern drücken, ist "HD plus". Nachdem es bunter wurde, wurde das Fernsehen dann irgendwann auch digital und danach noch schärfer. Und dafür, so meinen es zumindest die privaten Sender, sollen wir zahlen. Das ist nicht ganz unproblematisch, da sie auf Grund dieser Idee ihren Hochglanz-Werbekunden im Jahr 2017 immer noch vor allem sture und geizige SD-Gucker teuer verkaufen müssen.

Zumindest auf eine gewisse Verbesserung der Zuschauerbilanz dürfen die Privaten jetzt hoffen- HDplus-Verweigerer könnten ja jetzt via DVB-T2 und freenet TV sozusagen "hintenrum" doch noch HDplus-Zahler werden. Die kostenlose Einführungsphase des neuen digitalen Antennenfernsehens ist jetzt jedenfalls abgelaufen und bei Media Broadcast zeigt man sich mit dem Ergebnis zufrieden.

"Wir sind mit der Kundenresonanz sehr zufrieden. Die Zahlen bestätigen, dass das Angebot von freenet TV den Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucher entspricht und sie in den letzten drei Monaten überzeugt hat", meint Kerstin Köder, "Head of freenet TV" bei Media Broadcast. "Alle Mitarbeiter haben ausgezeichnete Arbeit geleistet, um den Übergang für unsere Kunden so leicht wie möglich zu machen."

Die Zahlen sagen, dass 500.000 Kunden das neue TV Angebot für den Empfang der privaten Programme in Full HD nutzen und für das Programmpaket von freenet TV monatlich 5,75 Euro zahlen wollen. Ist das nun viel? Oder wenig?

Weder noch. Ob die halbe Million wirklich zu Stammkunden wird, das muss die Zukunft noch zeigen. Auch, ob es mittelfristig wirklich noch deutlich mehr werden. Denn darauf baut man derzeit noch bei "freenet TV".

Ob eine digitale Glasfaser-Welt noch "Antennen" und "Sender" braucht, ist ja durchaus umstritten. Auch wenn die Antennen und Sender "digital" sind. Ich hoffe jedenfalls auf ein neues goldenes Zeitalter des kostenlosen Empfangs- wie bei Opa. Damit ich mich nicht noch damit beschäftigen muss:



Update 09.07.:  Die neue digitale Wunderwelt macht, wie so oft, auch bei "freenet TV" die Kunden wohl nicht rundum glücklich. Jedenfalls gibt es, wenn man der Bild-Zeitung und der Facebook-Seite von "freenet TV" glauben darf, massive Probleme bei der "Freischaltung" der privaten Sender für die zahlende Kundschaft.

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