Design oder nicht sein- SmartTV und die IFA 2017

LG's "Wallpaper TV" mit 77 Zoll. Foto: LG

LG's "Wallpaper TV" wird noch pünktlich zur im September bevorstehenden "IFA 2017" im Handel zu haben sein. Das nur 2,57 mm dünne Oled-Panel hat die beeindruckende Bildschirmdiagonale von 77 Zoll (195 Zentimeter) und wird mit Hilfe magnetischer Klammern direkt an der Wand montiert. Wunderschön. Ein Designer-Stück für Liebhaber. Und genau solche Smart-TV werden wohl zur kommenden altehrwürdigen Berliner Funkausstellung im Mittelpunkt stehen.

Das Design unserer neuen Fernseher wird wichtiger. Denn die Hersteller haben sonst nun wirklich alles versucht. Sie haben uns bombardiert mit zahllosen Begriffen wie HDR, Oled, Qled, HEVC, Nits und was weiß ich- genutzt hat es nichts. Also, den Herstellern. Uns Kunden schon. Wir haben größere und schärfere Bilder mit mehr Kontrast. Bessere Betriebssysteme. Und bezahlen im Durchschnitt für einen neuen Fernseher so wenig wie nie- so um die 600 Euro.

Die gfu Consumer & Home Electronics GmbH hat im Vorfeld der IFA 2017 unsere Konsum-Trends untersuchen lassen und fand in Sachen Fernseher etwas sehr interessantes heraus: Es gibt eine "große Lücke" beim Vergleich unserer "Ausgabe-Bereitschaft" als Kunden bei Fernsehgeräten und den tatsächlich beim Kauf ausgegebenen Summen.

600 Euro würden im Durchschnitt bezahlt- die im Rahmen der Studie befragten Bürger wären aber eigentlich  bereit, zwischen 800 und 900 Euro für das nächste Fernsehgerät auszugeben. 43 Prozent (im Vorjahr 30 %) seien sogar bereit, mehr als 1.000 Euro auszugeben und elf Prozent würden über 1.400 Euro investieren.

"Industrie und Handel gelingt es offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft in vollem Umfang abzurufen", so gfu-Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Kamp. "An der Leistungsfähigkeit und der Ausstattung der Geräte ist dies nicht festzumachen, denn mit Ultra HD und großen Bild-Diagonalen gibt es ausreichend Argumente in der Kaufberatung, was unsere Studie auch belegt."

Erstmals gaben die Studien-Teilnehmer als häufigsten Kaufgrund für ihren neuen Fernseher mit 47 Prozent die hohe UHD-Bildauflösung an (Vorjahr 36 %). Der größere Bildschirm als Kaufmotiv wurde dadurch mit 41 Prozent (Vorjahr 47 %) auf Platz zwei verdrängt. Der drittwichtigste Grund für eine Neuanschaffung bleibt, wie bei der Befragung 2016, Smart TV mit 31 Prozent (Vorjahr 29 %).

Deshalb liegt LG mit seinem "Wallpaper" wohl richtig. Auch Samsung hat nicht nur Oliver Kahn, sondern mit "The Frame" ab sofort ebenfalls "Design-Fernseher" im Handel. "The Frame richtet sich an Kunden, die sich mit dem klassischen Fernseherdesign nicht zufrieden geben wollen. Statt wie ein traditioneller Fernseher als schwarze Fläche das Wohnzimmer zu dominieren, wird 'The Frame' im 'Art Mode' zum Kunstwerk und tritt auf spektakuläre Weise den Beweis an, dass der TV als digitale Galerie funktionieren kann", sagt Kai Hillebrandt, Vice President Consumer Electronics Samsung Electronics GmbH.

Was er meint: Man kann ihn, wie LG's "Wallpaper", an die Wand hängen. Im "Art Mode" verwandelt sich "The Frame" dann in einen Rahmen, der mit digitaler Kunst oder persönlichen Motiven bespielt werden kann. Aus über 100 Werken der Samsung Collection können die Nutzer kostenfrei Kunstwerke auswählen.

Und was zeichnet Design-Objekte überall auf der Welt sonst noch aus? Na klar- sie sind teurer.

Nur die chinesischen Angreifer von Hisense tanzt bisher aus der Reihe und zeigten zum IFA Innovations Media Briefing 2017 ihre neue "Vidaa"-Benutzeroberfläche für Smart-TV. Die heißt jetzt "Vidaa U" und ist schneller, einfacher und personalisierbar. Und überzeugt natürlich im Design.

Die IFA 2017 wird in Sachen Fernseher trotzdem spannend. Und jetzt sogar auch noch schöner...

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