Der "Emmy" hat nominiert: Überall Netflix- nur "Westworld" und HBO können die Sender retten

Die "Emmys" lieben "The Crown". Foto: Neflix / Robert Viglasky

Fast wäre es schon passiert. Die Nominierungen für den "Emmy Award" sind seit gestern raus und die Gelegenheit war günstig wie nie. Denn das "Game of Thrones" wird in dieser Saison zu spät für den "Emmy" ausgetragen und für Netflix stieg die Anzahl an offiziell inthronisierten Kandidaten in den zahlreichen Kategorien von bereits ziemlich starken 54 im Vorjahr auf sagenhafte 91 für den Emmy 2017 an.

HBO ist es trotz der fehlenden Truppen aus Westeros jedoch gelungen, die Anzahl der eigenen Emmy-Nominierungen auch noch einmal steigern- auf mindestens ebenso sagenhafte 110 und damit Netflix den Titel "neist nominiert" doch noch einmal wegzuschnappen. Mit der Science Fiction-Serie "Westworld", in Deutschland wie alle HBO-Serien bei Sky zu sehen, war eine überraschend starke Ersatz-Armee pünktlich zur Stelle und holte sich mit insgesamt 22 Nominierungen zusammen mit "Saturday Night Live" von NBC den Thron der meist nominierten Show. Wobei der Erfolg für "Saturday Night Live" in diesem Jahr wohl weniger mit NBC als mit einer neuen, fast unerschöpflichen Inspirationsquelle für die Gag-Schreiber aus einem weißen Haus in der Hauptstadt zu tun hat.

Für uns wohl am interessantesten: Die sieben Kandidaten für die "beste Drama-Serie" und der ewige Zweikampf zwischen Netflix und Amazon. Wobei letzterer in diesem Jahr wohl gar nicht mehr stattfindet. Denn Amazon, dessen Produktion eigentlich stark auf Preisverdächtiges fokussiert ist, steht trotzdem mit fast leeren Händen da.

Okay, Jeffrey Tambor ist noch einmal als "bester Comedy-Actor" für "Transparent" nominiert. Das war's dann aber im wesentlichen. Dabei wurde doch Billy Bob Thornton für "Goliath" im Vorfeld recht hoch gehandelt. Auch die Sitcom "Catastrophe" oder das aus meiner Sicht eher verunglückte Projekt "Fleabag" waren im Gespräch. Und andere Prestige-Projekte wie "Sneaky Pete" oder "Z - The Beginning of Everything" waren nicht einmal das.

Vielleicht haben die Juroren Jeff Bezos ja durchschaut und sich gesagt: Die wollen gar kein Fernsehen machen. Die wollen doch nur die ultimative Verkaufsmaschine bauen.

Netflix ist nun erst einmal fast uneinholbar davon gezogen und belegt bei den Kandidaten für die beste "Drama-Serie" drei von sieben möglichen Plätzen. Und bei uns in Deutschland sogar vier- denn "Better Call Saul" von AMC ist hier ja ebenfalls "Netflix". Die weiteren Netflix-Kandidaten sind, na klar, das "House of Cards" und vielleicht weniger klar: "The Crown". Dazu gesellen sich dann noch eigentlich ebenso völlig unklar wie unvermeidlich die "Stranger Things".

Mit "The Handmaid’s Tale" von Hulu ist sogar noch ein weiterer Streaming-Dienst im Rennen um die beste Serie. Die letzten Truppen des klassischen Fernsehens sind gerade einmal noch das für meinen Geschmack deutlich zu schmalzige "This Is Us" von NBC und eben HBO's "Westworld".

Kann Anthony Hopkins den Serien-Emmy für die Sender ein letztes Mal vor Netflix retten?

Kommentare

Aktuell meist gelesen: