Dangal, Dangal: China liebt einen Bollywood-Film



Autsch. "Chinesische Filmemacher könnten von diesem Film lernen, wie sie die Qualität der heimischen Filme verbessern und emotionale Reaktionen beim Publikum wecken". Die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitiert die Meinung von "User Dongchengguang" auf der Microblogging-Seite Weibo zum Film. Und es kommt noch besser: Der Kaiser von China Staatspräsident und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, informierte Indiens Premierminister Narendra Modi kürzlich ganz offiziell: "Ich habe 'Dangal' gesehen- und es hat mir gut gefallen".

Da darf Vize-Premier Liu Yandong natürlich nicht zurückstehen: "Der Erfolg von 'Dangal' in China ist beispielhaft für die Kraft der 'Soft Power' und den Austausch zwischen den Menschen".

Nein, es ist keine neue politische Kampagne. Die Chinesen stürmen völlig freiwillig in Rekordzahlen in die Kinos, um ihren bisherigen Film des Jahres zu sehen. Und der Film heißt nicht "StarWars", handelt nicht von irgendwelchen karibischen Piraten und auch "Transformers" kommen nicht vor. Trotzdem ist es ein ausländischer Film. "Dangal" ist aus Indien.

Nein, es gibt aktuell keine neuen chinesischen Schikanen Richtung USA oder Hollywood. Auch karibische Hollywood-Piraten oder Transformers toben dort durch die Kinos. Chinesen lieben Transformers. Aber "Dangal" macht sie alle platt.

Okay, spätestens jetzt kommt die Geschichte mit dem Sack und dem Reis. Nur: Nirgendwo auf der Welt werden so viele Kinokarten verkauft wie in China. Zumindest die Blockbuster-Maschine in Hollywood ist auf dieses Geld mittlerweile existenziell angewiesen. Und wenn da aus China ein neuer Trend-Wind weht, dann werden auch wir in unseren Filmprogrammen das bald merken. Zum Beispiel einen Trend weg vom computergenerierten "Zerstörungsporno" und zurück zu den Inhalten.

Noch ist es nicht soweit. Doch Aamir Khan's biografischer Film über den Ex-Ringer Mahavir Singh Phogat und dessen beide Töchter Babita Kumari und Geeta Phogat ist genau das- ein "Inhalte-Film". Denn da sind lauter ernsthafte Inhalte drin. Zum Beispiel zum Thema Gleichberechtigung in einem der für Frauen eher schwierigen Länder wie Indien.

Nein, deutsche "Autoren-Filmer" für den Butterberg sollten sich keine Hoffnungen auf einen "neuen Trend" machen. Denn, wie die Chinesen es so toll beobachtet haben: Regisseur Nitesh Tiwari inszeniert und Aamir Khan & Co. spielen "Dangal" so, dass sie "emotionale Reaktionen beim Publikum wecken".

Um die "Dangal"-Rechte für den indischen Streaming-Markt soll es ebenfalls ein bisher nie dagewesenes Wett-Bieten zwischen Netflix und Amazon gegeben haben. Netflix hat gewonnen. Für Deutschland ist noch nichts entschieden. Oder schlafen die Verantwortlichen in Sachen Bollywood etwa immer noch? Dann eben so: Zee One, bitte übernehmen sie.

Und jetzt alle!! "Dangal, Dangal..."

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