Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im August

"Marvel’s The Defenders" Foto: Netflix

Es ist wohl ohne Zweifel die am meisten erwartete Premiere für den Monat August. "Marvel’s The Defenders" kommen zu Netflix und einen schönen Trailer hatten uns "Jessica Jones", die "Iron Fist", der "Daredevil" und "Luke Cage" ja schon zur "Comic Con" mitgebracht. Und auch sonst scheint Netflix diesmal eher aus dem Sommerloch zurückzukommen als Amazon.

Denn mit "Der Nebel" kommt noch eine weitere spannende "Netflix Original"-Serie hinzu und niemand sollte das Werk bitte, wie hier und da zu sehen, unter seinem englischen Titel "The Mist" anpreisen. Schließlich hat der Meister höchstselbst daran mitgearbeitet, die 2007 schon einmal fürs Kino verfilmte Stephen King-Geschichte in Serie zu Netflix zu bringen. "Die Bewohner einer Kleinstadt in Maine werden plötzlich von einem mysteriösen Nebel befallen. Wie sich herausstellt, verstecken sich darin blutrünstige Kreaturen". Und eben das Qualitätssiegel vom Grusel-Maestro persönlich. Klingt doch gut- oder?

Auch "Wet Hot American Summer: Ten Years Later" geht als "Original" mit einer "Staffel eins" in Serie, auch diesem Werk ging ja ein Film voraus und wenn es das ist, was einst in diesem Film zu sehen war, nur eben zehn Jahre später, dann brauche ich die Serie in diesem Fall wohl eher nicht.

Zum Glück ist das noch lange nicht alles. "Stranger" gibt es ab August bei Netflix auch ohne "Things" und dann ist es eine koreanische Thriller-Serie. "Atypical" ist Comedy, eher dunkel und es geht um einen "Rain Man" autistischen Jugendlichen auf der Suche nach Liebe. Und "Disjointed" ist ganz einfach nur lustig- eine eigene "Cannabis-Apotheke", wer möchte das nicht. Alle drei sind Serien und starten mit Staffel eins und eine Staffel fünf von "Orphan Black" gibt es als "Netflix Original" noch oben drauf.

Mit "Death Note" nach dem japanischen Manga-Klassiker und der lustigen Zeitschleife "Naked" runden zwei Netflix-Filme das eindrucksvolle "Original"-Angebot ab. Natürlich gibt es auch noch "Original"-Dokumentationen ("Ikarus" zum Thema Doping im Sport) und was für die Kinder unter uns. So hat unter anderem der legendäre Verteidiger Voltron seine Staffel drei fertig.

Die Einkäufe müssen bei dem eigenen Netflix-Programm gar nicht mehr so überragend sein. In "Man lernt nie aus" beginnt immerhin Robert de Niro ein Praktikum bei der StartUp-Jungunternehmerin Anne Hathaway, was zumindest schon einmal eine originelle Grundidee ist und auch ein noch relativ frischer Film.

Woody Allens "Der Stadtneurotiker" ist dagegen eher schon eine "Geschichte aus der Gruft" und Werke wie "Vacation- Wir sind die Griswolds" würde ich eher im Programm der "SchleFaZ"-Experten erwarten. Neben landauf, landab leider schon etwas zu oft gezeigter Qualität wie "A Beautiful Mind", "American Beauty", "Catch Me If You Can" oder "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick himself vielleicht noch interessant: Netflix hat auch deutsche Werke im Angebot.

Da gibt es "Effi Briest" genauso wie den unvermeidlichen "bewegten Mann". Und Horst Schlämmer droht pünktlich zur Bundestagswahl wieder: "Isch kandidiere".

Und noch etwas, was ich sehr interessant finde: In "The Hollywood Masters" interviewt Stephen Galloway vom "Hollywood Reporter" schon seit Jahren Ikonen der Traumfabrik vor Studenten der "Loyola Marymount University's School of Film and Television", damit sie lernen, wie das Geschäft funktioniert. Netflix stellt 36 dieser Interviews aus drei Jahren online.



Bei Amazon gibt es im Monat August original von Amazon: Gar nichts. Das Sommerloch überbrücken können die "Prime"-Abonnenten nur mit exklusiv für Amazon eingekauftem Serien-Material. Da wären die kurzfristig aufgetauchten "Six" zuerst zu nennen oder natürlich die neue Staffel zwei von "Lucifer". "Shades of Blue" mit immerhin Jennifer Lopez und Ray Liotta lief bereits im Fernsehen bei RTL und ich habe den offensichtlich von Anfang an aussichtslosen Kampf von zwei großartigen Darstellern gegen das höchst mittelmäßige Drehbuch nur einige Folgen lang ertragen.

Auch "Quantico" war ja bereits "TV-Event" bei ProSieben und ist aus meiner Sicht mehr Schein als Sein. Und die dritte Staffel "The Royals" erscheint mir persönlich ganz verzichtbar. Dazu "Heartbeat" mit Melissa George als Herzchirurgin Dr. Alex Panttiere- das wollten die US-Zuschauer bei NBC auch nicht sehen.

Alles Katastrophe also bei Amazon? Nicht ganz, denn das hätte ich eigentlich schon länger erwartet: Die hochgelobte britische Channel 4-Sitcom "Catastrophe" läuft außerhalb der Insel schon lange als "Amazon Original" und kommt im August mit gleich drei Staffeln nun auch zu den deutschen Prime-Nutzern. Und sie kommt mit etwas Wehmut. "Mia" war Prinzessin Leia's Carrie Fishers letzter nicht am Computer generierter Auftritt.

Bei den Spielfilmen für "Prime" können wir Walter White wiedersehen: Bryan Cranston ist "The Infiltrator". Mit "Sinister 2" und "Blair Witch", ja eigentlich auch "2", gibt es etwas Grusel. "Krampus" ist eigentlich vier Monate zu früh im Angebot. "Marie Curie" war nicht wirklich gelungen. "Die To-Do Liste" schon gar nicht.

"There Will Be Blood" ist keine neue Folge der "Twilight"-Saga, sondern es geht um Ölsucher im "wilden Westen" Anfang des 20. Jahrhunderts. Für seine Hauptrolle bekam Daniel Day-Lewis immerhin den Oscar. Und "Paterson" ist die Geschichte des Busfahrers Paterson, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Dem Film geht der Ruf eines "kleinen Meisterwerks" voraus- und, also doch, er ist auch ein "Amazon Original Movie".

Und wer jetzt immer noch am Sommerloch leidet: Die "Guardians of the Galaxy" sind mit ihrem "Vol. 2" ab dem 25. August gegen zusätzliches Entgelt überall auf dem Streaming-Markt und ab dem 28. August ist "StarWars"-Bingewatching bei Sky.

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