Viel von "funk": Der "Webvideopreis" wird zur "Goldenen Kamera" der YouTuber

Gewinner von "Wishlist", "Kliemannsland" und "Y-Kollektiv". Foto: obs  / funk von ARD und ZDF / Mirco Jüngling

Jan Böhmermann ist nicht gekommen. Jedenfalls wurde er nicht erkannt- vielleicht kommt ja noch was. Obwohl dem "Neo Magazine Royale" doch für "Every second counts: Germany second" der Preis in der Kategorie "Comedy" verliehen wurde. Sicher hat es nichts damit zu tun, dass er zum zweiten Mal nicht "Person of the Year Male" geworden ist. Wahrscheinlich hatte er nur sein Furzkissen verlegt.

"Bibi" von "Bibis Beauty Palace" kam auch nicht. Möglicherweise ist sie beleidigt. Denn das wahre deutsche "Video des Jahres" ist eindeutig von ihr- 38 Millionen Abrufe können nicht lügen:



Dennoch haben "Die Lochis" den "Original Song"-Webivideopreis für ihr "Lieblingslied" abgeräumt. Das angebliche Lieblingslied" hat nicht einmal halb so viele Abrufe wie Bibis Song. Und die mehr als zwei Millionen "Dislikes" muss man auch erst einmal schaffen. Der Webvideopreis hat YouTube anscheinend nicht verstanden- und wird so wohl langsam zur "Goldenen Kamera" für YouTube Deutschland.

Auch an der Zahl der Kategorien und Preise kann man diese Entwicklung ablesen: 25 Preise wurden von der Jury der "European Web Video Academy" vergeben und forderten Ausdauer von allen Beteiligten. 2016 waren es erst 13 Kategorien. Als Gewinner des Abends mit insgesamt drei Preisen ("Social Influencer", "Community" und "Interactive") kann sich auf jeden Fall "Julien Bam" fühlen. Keine Ahnung, ob die Friseur-Innungen mit abgestimmt haben:



Ein weiterer Gewinner des Abends ist ohne Zweifel "funk". Auch das öffentlich-rechtliche "junge Angebot von ARD und ZDF" konnte immerhin drei Preise abräumen. Das hätte beim Start im letzten Oktober ja doch wohl keiner gedacht.

"Wir freuen uns sehr über die Auszeichnungen und damit verbundene Anerkennung der Webvideoszene. Ein halbes Jahr nach dem Start von funk neun Nominierungen und drei Preise zu erhalten, ist für uns ein Hinweis, dass wir an vielen Stellen auf dem richtigen Weg sind", so Florian Hager, Programmgeschäftsführer von funk.

Mit "Wishlist" stellt "funk" sogar das "Best Video of the Year". Und auch das "Kliemannsland" (Kategorie: "Lifestyle") erschien der "Web Video Academy" preiswürdig. Genauso wie das "Y-Kollektiv" (Kategorie "Newcomer"). In der Kategorie entschied allerdings nur die Jury- das sonst zu 50% einfließende "Publikums-Voting" gab es hier nicht. Mit Journalismus gewinnt man wohl sonst keine Preise mehr.

Die komplette Liste aller Preisträger findet ihr hier.

Moderiert wurde die Webvideopreis-Verleihung übrigens von Barbara Schöneberger- womit die Veränderung in Richtung "Goldene Kamera" endgültig für alle sichtbar wurde. Genauso wie der Beweis, dass Barbara Schöneberger "Schmuddelvideos aus dem Netz, gefördert mit Gebührengeldern von ARD und ZDF" diesen YouTubern nicht nachträgt.

Und wer war's? Na klar- "funk". Genauso wie das da:

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