Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Juli

"All or Nothing" Foto: Amazon

"All or Nothing". Alles oder nichts. Das Bild da oben wurde weniger deshalb ausgewählt, weil Amazon Prime im Juli für die zweite Staffel der Emmy-nominierten Amazon Original Serie die Los Angeles Rams durch die NFL-Saison 2016 begleitete. Sondern, weil die Jungs da in der Kabine alle wie der Blogger beim Betrachten des Streaming-Programms für den aktuellen Monat aussehen. (Achtung, Spoiler: Die Rams haben nicht wirklich was gerissen in der letzten Saison.)

Wenig Punkte. Kein Touchdown, nirgends- es ist überall Sommerloch, außer beim ZDF und eigentlich sieht es auf den ersten Blick so aus, als sollte man mal wegfahren. Dem Abonnement eine Pause gönnen. Urlaub machen. Oder sonst irgendwie noch ein paar Euro für ein Sky (Monats-) Ticket finden. Denn das Highlight im Streaming-Programm für den Juli wird nicht bei Netflix stattfinden, auch nicht bei Amazon- sondern bei Sky. Mitte Juli wird dort der Winter erwartet- das "Game of Thrones" geht in Runde sieben und da geht auch nichts drüber.

Bei Netflix wie auch bei Amazon müssen wir uns in diesem Monat dagegen von der "All or Nothing"- Einstellung lösen und etwas genauer nachschauen. Vielleicht wird es trotzdem nichts mit dem Touchdown. Aber bestimmt finden wir den einen oder anderen Punkt.

Neben den "tiefen Einblicken in die NFL" sollen wir uns im Juli bei Amazon noch auf "einen chinesischer Krieger auf der Suche nach Erleuchtung und die härteste Söldnergruppe der Welt" freuen. Den chinesischen Krieger treffen wir auf dem Weg "Into the Badlands" für die Staffel zwei.

"Rogue" wird bei Prime in Staffel vier gehen, genau wie "Nashville" und "Blindspot" hat wie "Badlands" auch eine Staffel zwei. Gähn. Neu dabei im Serien-Bereich ist der SyFy-Quotenerfolg "The Magicians"- für alle die, die sie im letzten Herbst bei "sixx" nicht gefunden haben.

Im Spielfilm-Bereich sieht es bei Amazon dafür etwas besser aus. "Steve Jobs" wird wieder zu uns kommen, dieses Mal in der (aus meiner Sicht besten) Version von Michael Fassbender. "Nerve" ist ein "Gaming-Thriller" und "die härteste Söldnergruppe der Welt" muss natürlich Sylvester Stallone kommandieren- "The Expendables" erledigen in Folge drei "A Man's Job" und Mel Gibson ist böse..

"The Voices" ist etwas über und für Leute, die, na ja, "Stimmen hören". "Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern in der Reihenfolge ihrer Erstaufführung" sind es irgendwie auch. Und im russischen Blockbuster "Viking" wird ordentlich gemetzelt- fast mehr als in der Serie mit dem zusätzlichen "s".

Und für die, denen das alles nicht reicht: Für ein paar Euros mehr gehen veritable Blockbuster wie "Ghost in the Shell", "Logan – The Wolverine", "Kong: Skull Island" oder auch "Die Schöne und das Biest" im Juli in Verkauf oder Verleih.

Netflix bekommt für den Juli erst einmal Medien-Schelte. Es geht um die Tochter von Phil Collins. Die heißt Lily Collins und war einmal magersüchtig. Jetzt spielt sie für Netflix ziemlich eindrucksvoll genau das- in "To The Bone" ist sie Ellen, die wegen ihrem Bulimie-Problem "in einer Wohngruppe unter der Leitung eines unkonventionellen Arztes einen qualvollen aber amüsanten Prozess der Selbstfindung beginnt". Das ist ebenso tragisch wie komisch- und genau damit haben schon wieder manche ein Problem.

Ähnlich wie beim Thema Suizid in "Tote Mädchen lügen nicht" wird Netflix verdächtigt, ein schlimmes und schwieriges Thema für leichtfertige Unterhaltung zu missbrauchen und so gar zur Nachahmung anzuregen. Was für ein Quatsch: Netflix ist schuld, wegen knapp zwei Stunden Film. Und mit dem androgynen Schönheitsideal, welches Medien und Marketing den kleinen Mädchen 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche vorgaukeln oder vor-instagrammen, sowie den merkwürdigen Trend-Textilien in den Handels-Angeboten, in die man kaum noch eine Zaunslatte einwickeln kann- damit hat das alles natürlich rein gar nichts zu tun. Tss, tss, diese Medien. Wo ist Donald Trump, wenn man ihn mal braucht?

Jedenfalls ist "To The Bone" einer von zwei "Netflix Original Filmen" in diesem Monat- der zweite ist "The Incredible Jessica James" und der soll, so ein Gerücht, nur lustig sein.

"Original"-Serien hat Netflix natürlich auch- darunter mit "Ozark" sogar einen ganz normalen Krimi. Ebenfalls neu mit einer Staffel eins sind die "Friends from College" mit ihrer Comedy am Start sowie die Game-Adaption "Castlevania" als Animations-Serie.

Dazu gibt es wieder einmal jede Menge neue Standup-Comedy, Dokus über sterbende Korallen oder junge Frauen in Indien sowie gut abgelagerte Filme wie "Oceans Thirteen" oder "Star Trek". Sogar die Legende vom Anchorman Ron Burgundy kommt zurück. Den würde ich gern einmal beim Trump-Interview sehen.

Gut aussehen tut auf jeden Fall auch der eingekaufte Serien-Nachschub bei Netflix: "Modern Family" (Staffel 6) ist dabei, "Sherlock" und "Bates Motel" (jeweils Staffel 4) sowie die zweite Staffel "Outlander" und "The Fall".

Mit "The Walk", der Geschichte des französischen Seiltänzers Philippe Petit, gibt es auch noch einen relativ frischen Spielfilm und mit "Blood Diamond" oder "Das fünfte Element" richtig gute, aber schon viel gesehene Werke. Na ja- und noch so ein paar alte Filme mehr.

Und sonst? Es gibt immer einen Grund zur Hoffnung- die "Defenders" von Marvel stehen im Netflix-Programm für August...

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