Video on Demand-Archiv ohne Erfolg: Die BBC schließt ihren "Store"

Screenshot: store.bbc.com

Vielleicht hatte das Bundeskartellamt ja doch Recht. Irgendwie. "Germanys Gold" hat es als Video on Demand-Plattform jedenfalls nie gegeben- "Großbritanniens Gold" dagegen schon. Der "BBC Store" eröffnete im Jahr 2015 mit viel Tamtam im Netz und macht nun im Herbst nach gerade einmal zwei Jahren wieder Schluss.

Mehr als 7000 Stunden Fernseh-Perlen aus der Geschichte der BBC konnten die Briten dort zuletzt "on demand" im Netz einkaufen. Ein "Sprecher" des Store habe gesagt, die Nachfrage sei nicht so gewesen, wie erhofft, und es mache keinen Sinn, weiter in den Service zu investieren- so die BBC.

Dabei waren die Preise mit in der Regel 1,79 Pfund pro Serien-Folge nicht überhöht und eigentlich hätte das Projekt doch eine prima Ergänzung zum BBC-"iPlayer" sein müssen, der erfolgreichen "Mediathek" der BBC, die die Programm-Inhalte in der Regel nur 30 Tage zeigen darf.

Die BBC wolle weiter nach Wegen suchen, um die Inhalte ihrer Archive verfügbar zu machen, so heißt es auf der Webseite des "Store". Für den US-Markt wurde gemeinsam mit den "Privaten" von itv mit der "Britbox" erst in diesem Frühjahr ein SVOD-Dienst mit BBC-Inhalten gestartet. Die öffentlich-rechtliche BBC steht in Großbritannien unter großem Druck, zusätzliche Einnahmen auch außerhalb der Rundfunkgebühren zu erzielen, um die Beitragszahler zu entlasten.

Der BBC-Store wurde dabei wohl kurioserweise ein Opfer des Erfolgs der BBC-Inhalte. Denn die besten BBC-Produktionen von Dr. Who bis Sherlock Holmes sind längst ein Renner auch auf den großen Plattformen wie Netflix und Amazon- und deshalb begehrt, verfügbar und sicher auch ertragreich, ganz ohne den "Store".

Echt britisch korrekt werden jedenfalls die Kunden behandelt, die dann ab dem 1. November nicht mehr auf ihre gekauften Inhalte zugreifen können. Es heißt nicht einfach "Pech gehabt", wie in manch anderen Fällen. Sie haben sogar die Auswahl zwischen "Geld zurück" und Gutscheinen für Amazon Video. Und wer sich für Gutscheine entscheidet, bekommt obendrauf noch zehn Prozent mehr.

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