I/O 2017: Google sucht weiter nach dem Weg zum Erfolg für Android TV.



Auch in diesem Jahr zelebriert Google wieder seine Entwicklerkonferenz I/O und für das Thema "Fernsehen im Netz" ist das ein wichtiges Ereignis. Obwohl die I/O sich natürlich in erster Linie an diejenigen richtet, die die unendliche Galaxie der Möglichkeiten im Google-Universum zum Bau neuer oder der Weiterentwicklung bestehender Anwendungen nutzen möchten.

So begeisterte die Nachricht, dass die Google Cloud zügig mit besseren und schnelleren Prozessoren für das I/O-Hauptthema "AI", künstliche Intelligenz, aufgerüstet wird oder dass man neue Anwendungen für Android in der Programmiersprache Kotlin coden kann, das I/O-Publikum doch mehr, als das Thema Android TV. Schon im Vorjahr war es dazu recht ruhig gewesen.

Googles Android TV ist bisher kein Flop. Aber auch kein wirklich durchschlagender Erfolg. Mit zum Beispiel Sony hat man durchaus starke Partner, die auf Android-TV als SmartTV-Betriebssystem setzen und über den "Chromecast" kommt Android natürlich ebenfalls in viele "Living Rooms" und auf den "großen" Screen. Spätestens seit dem Start von "YouTube TV" ist die Frage aber wohl wieder offen, wohin im gemeinsamen bunten Google-Haus die Reise in Sachen "TV" in der Zukunft geht. Denn unabhängig von allen dann noch offenen technischen Details: In dem Moment, wo YouTube damit beginnt, nicht nur die Inhalte der eigenen Plattform zum Zuschauer zu bringen, wird der Video-Gigant auf dem Smart-TV ja im Prinzip auch mehr als eine App. YouTube ist auf dem Weg zu einer eigenen TV-Plattform.

Die Android TV-Macher, so war auf der I/O zu hören, verbessern nun auf jeden Fall noch in diesem Jahr ihre Benutzer-Oberfläche. Die Inhalte der verschiedenen Anbieter werden in "Channels" geordnet und neben der neuen Kanal-Übersicht wird es Vorschläge geben, was man als Nächstes gucken kann. Womit wir wieder beim Hauptthema der I/O, der künstlichen Intelligenz angekommen sind. Dass der "Google Assistent" auch zu Android-TV kommt, war allerdings schon länger bekannt.

Im Gegensatz zu Android-TV hatten YouTube-Chefin Susan Wojcicki und ihre Mitstreiterinnen ihren Auftritt auf der "großen Bühne" der "I/O" Keynote und standen dabei sichtlich "unter Strom". Insbesondere der "für alle offene" Charakter der YouTube-Plattform wurde dabei in den Vordergrund gestellt. YouTube wird seine Investitionen in eigene werbefinanzierte Inhalte erheblich ankurbeln. Was nicht bedeutet, dass das werbefreie Abo-Modell "YouTube Red" jetzt wieder "out" wäre. Auch dort steigen die Investitionen in Inhalte.

Es sieht im Moment ein wenig so aus, als wäre Google nicht ganz sicher, wo die Reise bei diesem Thema in Zukunft tatsächlich hingeht. Das bedeutet bei Google aber wohl keine "Zurückhaltung". Sondern in alle Richtungen "Volldampf voraus".

Kommentare

Aktuell meist gelesen: