Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Juni

Fear the Walking Dead - auch in Staffel 3. Foto: Amazon © 2017 AMC Networks Inc

"A Long Strange Trip"- ja das könnte er werden, der Juni im Streaming-Programm. Amazon Video gehört sie, die XXL-Dokumentation von Amir Bar-Lev über die "Grateful Dead" und ihre Musik. Fast vier Stunden lang ist sie geworden, bei Amazon Prime wird sie wohl deshalb zur "Serie" und ihr geht ein Ruf wie Donnerhall voraus. "100% fresh" zeigen die "Rotten Tomatoes" noch an- auch wenn sich das sicher irgendwann ändern wird. Denn erst wenige haben das Werk gesehen- über das Sundance Film Festival und einige ausgesuchte Programmkinos erreicht die Doku nun Amazon Prime.

Dort gibt es im Juni zu den dankbaren auch noch laufende Tote: "Fear the Walking Dead" geht in die Staffel drei- wie immer in zwei Teilen, also Staffel 3 (Teil 1) in wöchentlichen Episoden ab Pfingstmontag. Zombies gehen schließlich immer- genauso wie Götter oder eben deren "Preacher". Die Staffel zwei des unkonventionellen Predigers ist da.

"Hap and Leonard" kommen bei Amazon als lustige Alternative in die Staffel zwei, genauso wie die nicht lustigen "12 Monkeys". Mit "Outcast" ist im Juni dann sogar noch mehr Teuflisches in Amazon- die Serie war aber schon bei ZDFneo, was beweist, dass da wohl geheime Kräfte am Werk sind. Und sogar noch obendrauf gibt es eine zweite Staffel "The Strain".

Wem es jetzt zuviel wird mit den Monstern, Kirchen und Dämonen, der kann ja zur Entspannung in "Le Mans: Racing is Everything" ein paar schnelle und dokumentarische Serien-Runden fahren oder Amazon bei der Vorbereitung auf die EU-Quote helfen, indem er sich das ZDF-Werk "Der geteilte Himmel" noch einmal reinzieht. War noch etwas? Ach ja, "I love Dick"- ein echtes Amazon-Original ist fertig. Na ja.

Und natürlich gibt es auch Filme. Mit dem noch relativ aktuellen "Star Trek Beyond" oder der kompletten "Iron Man"-Trilogie bietet Amazon feines Blockbuster-Kino. In "Teenage Mutant Ninja Turtles: Out Of The Shadows" gibt es Megan Fox für die Jungs und für die Mädels im Gegenzug alle fünf Filme im "Twilight".

Ethan Hawke reist in "Predestination" durch die Zeit, um Terroristen zu stoppen und Jeremy Renner klärt in "Kill the Messenger" die finsteren Geschäfte der Geheimdienste hier und jetzt auf. In "The Visit" wird am grundsätzlich positiven Bild von Oma und Opa gesägt und auch die Aufforderung "Don't Knock Twice" hat einen Grund.

Moritz Bleibtreu als "Holländer-Michel"- auf die Idee muss man erst einmal kommen. Vielleicht ist schon deshalb die Neuauflage des Märchens "Das kalte Herz" nicht nur für Kinder interessant. Und der "Wiener Dog" ist, na ja- eben skurril. Und mit Danny de Vito.

"Hinter Gittern - Der Frauenknast" geht im Juni bei Netflix schon in die Staffel fünf. Allerdings nicht unter dem Namen und auch nicht mit Christine Walter alias Katy Karrenbauer. Auch wenn Netflix mit der Heldin des einstigen RTL-Serien-Erfolgs einen coolen Werbespot gemacht hat. Der Netflix-Erfolg heißt weiterhin "OITNB" oder eben "Orange is the New Black" und ist wohl das Netflix-Highlight des Monats. Mit der koreanischen Serie "My Only Love Song" und Naomi Watts als Therapeutin auf gefährlichen Wegen in "Gypsie", oder der Comedy zum Thema Frauenwrestling "Glow" sind noch mehr interessante neue "Originale" am Start.

Mit dem mexikanischen Drogenbaron Joaquín "El Chapo" Guzmán bekommt nach der Familie Escobar ein weiterer "Narco" seine Netflix-Serie. "Flaked" und "You Me Her" haben eine zweite und "The Ranch" eine dritte Staffel. Und noch immer kommen ja wöchentlich weitere Folgen von "Serien-Blockbustern" wie "Fargo", "Better Call Saul" oder "Designated Survivor" neu ins Programm.

Bei den Spielfilmen ist der Cannes-Beitrag "Okja" sicher ein Highlight- zumindest für die Jüngeren. "Lucid Dream" ist ein weiteres "Netflix Spielfilm-Original". In dem koreanischen SciFi/Fantasy-Werk will ein Vater mit diesen Träumen seinen verschwundenen Sohn wiederfinden. Und in "Shimmer Lake" jagt ein Sheriff drei Bankräuber- im Rückblick. 40 bis 50 eigene Netflix-Spielfilme soll es ja bald pro Jahr geben und so langsam bekommt man ein Bild davon, wie das dann aussehen könnte.

Im Film-Einkauf ist dagegen Zurückhaltung spürbar. Tom Cruise als "The Last Samurai" oder gar "Top Gun"- na ja. Forest Whitaker ist der ugandische Pervers-Diktatot Idi Amin in "Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht". Na ja. "Prestige - Die Meister der Magie" ist immerhin von Christopher Nolan- aber auch schon gut zehn Jahre alt.

Gar nicht alt wird Cher, kurz nach ihrem 71. Geburtstag hat sie ja neulich einen tollen Tanz hingelegt- bei Netflix kann man sie in ihren noch jugendlicheren frühen 60ern erleben, in "Burlesque". Einen "Headshot" erleidet der junge Auftragskiller Abdi im gleichnamigen Film, verliert dadurch sein Gedächtnis und beginnt neu- in einem noch frischen indonesischen (!) Thriller.

Dazu noch lustige Klassiker wie "The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel" mit dem leider viel zu früh verstorbenen Robin Williams. Oder die Indiana Jones-Filme. Und ein paar Dokus, "Searching for Sugar Man" zum Beispiel kommt nach Amazon nun auch zu Netflix.

Maxdome hat im Juni auch etwas zu bieten: "This Is Us" ist die Serien-Überraschung des Jahres aus den USA. Keine Helden mit übernatürlichen Kräften, nirgends Zombies, ja nicht einmal Kommissare, nur einfach so Leute- "Das ist Leben", so der Untertitel. Na ja, ziemlich schmalzig. Aber einfach grandios gemacht. Parallel zur Ausstrahlung auf ProSieben kommen die Folgen auch zu Maxdome.

Und Sky hat in Deutschland wieder einmal zuerst die neue Staffel von "House of Cards"- auch zum Abruf bei "Sky Ticket" und so. Nicht ärgern, liebe Netflix-Abonnenten. Im Notfall hilft ganz einfach warten.

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