LeEco kauft Vizio - doch nicht

Foto: LeEco

Da war die Welt noch in Ordnung- das Foto stammt von der "Vorstellung" des "Eco-Systems" von LeEco für den US-Markt im letzten Herbst. Die im Sommer noch groß angekündigte Übernahme von Vizio, dem US-Hersteller von smarten TV-Geräten, für immerhin stattliche zwei Milliarden Dollar fällt aber nun anscheinend aus.

"Wegen regulatorischem Gegenwind" finde das Ganze erst einmal nicht statt, so die Begründung laut Bloomberg. Sowohl LeEco als auch Vizio würden aber auch weiterhin an "große Synergien" zwischen beiden Firmen glauben.

An was sollen wir dagegen glauben? Der Vorgang reiht sich ein in eine ganze Reihe von Rückzugsbewegungen chinesischer Investoren vom US-Markt. LeEco soll laut Bloomberg zuletzt sogar seine US-Mitarbeiter erst verspätet bezahlt haben.

Donald Trump? Eine noch geheime Wirtschaftskrise in China? Unrealistische Geschäftspläne? Wir kennen den Grund nicht. Aber auch in Asien ist anscheinend nicht mehr jeder Buddha mit echtem Gold bedeckt. Von Google hört man gerade, dass sie 875 Millionen Dollar bei LG investieren, wohl um Investitionen in die Produktion neuer Smartphone-Displays zu beschleunigen.

Eine mysteriöse Kapitalknappheit breitet sich anscheinend auf der westlichen Seite des "Pacific Rim" da gerade aus. Nun ja- aus "Game of Thrones" wissen wir ja, dass Drachen kapriziöse und eigenwillige Individuen sind. In den USA scheinen sie gerade irgendwie koordiniert auf der Flucht.

Und Vizio? Denen geht es anscheinend auch ohne neuen Besitzer noch gut. Ihre Geräte sind sehr preiswert- sie werden in den USA nur entworfen und verkauft. Gefertigt wird zu Niedrigstpreisen in Asien.



Update 19.04. Auch der "EcoPass", also die von LeEco groß angekündigte Verbindung von Inhalten mit dem Geräte-Verkauf, ist nun offiziell abgesagt. Damit ist LeEco auf dem US-Markt wieder (wenn überhaupt) nur ein Anbieter preiswerter Hardware aus Asien- so wie tausend andere auch.

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